Kumbaya

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Kumbaya, korrekt eigentlich Kum ba yah geschrieben, ist der Titel eines bekannten Negro Spirituals, das erstmals 1926 auf einem Wachszylinder aufgezeichnet wurde, der sich heute im American Folklife Center der Library of Congress (US-Kongressbibliothek) befindet.[1] Die Worte „Kum ba yah“ sind kreolischen Ursprungs und bedeuten in Gullah, der Sprache der Afro-Amerikaner in den Küstenregionen von North Carolina, South Carolina, Georgia und Florida „Komm her Hier“.[1][2] Das Lied ist ursprünglich ein einfacher Apell an Gott, herzukommen und zu helfen.

Der Sänger auf dem Wachszylinder hieß H. Wylie, das Lied wurde in der Nähe von Darien (Georgia) von Robert Winslow Gordon, dem Begründer des Archive of American Folk Song an der Kongressbibliothek im Jahr 1928, aufgezeichnet. Gordon nahm zwischen 1926 und 1928 noch drei weitere Versionen dieses Songs auf, wobei einer von Daniel in der Löwengrube handelt.[1]

Aus dem Jahr 1926 hat sich außerdem ein Manuskript dieses Lieds mit dem Titel „Oh, Lord, Won’t You Come By Here“ (Oh Herr, willst Du nicht herkommen Hierher) aus Alliance (North Carolina) erhalten. Dieses Lied wurde im Rahmen eines Schulprojekts von der Schülerin Minnie Lee ihrem damaligen Lehrer Julian Parks Boyd übergeben, der später ein bekannter Historiker wurde und dessen gesammelte Folksongs sich ebenfalls im Archive of American Folk Song der Kongressbibliothek befinden.[1]

Die Behauptung des New Yorker Geistlichen Marvin V. Frey (1918–1992), das Lied in den 1930er Jahren verfasst zu haben, trifft nicht zu. Allerdings fand es durch ihn Eingang in die Kirchenmusik und darüber in die US-amerikanische Volksmusik.

So wurde es bereits 1958 von Pete Seeger gesungen und mit den kurzzeitig wiedervereinigten The Weavers 1959 aufgenommen.[3] Es folgten The Seekers und später Joan Baez. Das Lied wurde zu einer der Hymnen der Bürgerrechtsbewegung und wird in den USA bis heute damit verbunden.

In den 1990er Jahren wurde in Kanada jährlich das „Kumbaya-Festival“ veranstaltet, das als Musikfestival Geld für kanadische Gruppen sammelte, die sich im Bereich von HIV und AIDS engagieren. 2001 wurde das Lied in einer Aufnahme von den Guano Apes und Michael Mittermeier unter dem Titel Kumba yo! herausgegeben. Im Dezember 2006 legte es Mickie Krause als Stimmungsschlager neu auf.

Heute ist das Lied weiterhin in religiösen und nicht-religiösen Kreisen, beispielsweise an Lagerfeuern, beliebt.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Jahr 2015 wurde eine deutschsprachige Webserie namens Kumbaya! veröffentlicht, welche eine instrumentale Neuauflage des Liedes als Titelmelodie verwendet.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den folgenden Seiten wird die Bedeutung und Herkunft des Lieds diskutiert. Alle Seiten in englischer Sprache.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Stephen Winick: The World’s First “Kumbaya” Moment: New Evidence about an Old Song. In: Folklife Center News. American Folklive Center - Library of Congress, 2010, abgerufen am 24. März 2016 (englisch).
  2. Eric Zorn (31. August 2006). Someone's dissin', Lord, kumbaya. Change of Subject. A Chicago Tribune Web log.
  3. Pete Seeger. Folk-Denkmal oder Stalins Singvogel?. Wasser-Prawda, 28. Januar 2014, aktualisierte Fassung eines 2009 erstmals erschienenen Artikels
  4. Webserie "Kumbaya!" auf Vimeo, Vimeo.com, 1. Februar 2015