Kunstmuseum Albstadt

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Kunstmuseum Albstadt

Das Kunstmuseum der Stadt Albstadt im Stadtteil Ebingen wurde mit der Stadtgründung 1975 als Städtische Galerie Albstadt eingerichtet. Im Jahr 2016 wurde es von „Galerie Albstadt - Städtische Kunstsammlungen“ zu „Kunstmuseum der Stadt Albstadt“ umbenannt.

Zu großen Teilen ist die Entstehung des Museums bürgerlichem Engagement zu verdanken. Grundlegend war die Stiftung der Sammlung Walther Groz im Dezember 1976.

Einen Höhepunkt der Sammlung bilden die mehr als 450 Werke von Otto Dix auf Papier. Weitere Schwerpunkte der Sammlung sind die Graphik der Klassischen Moderne, mit einer besonderen Konzentration auf Dresdner Künstler und Künstler des deutschen Südwestens. Seit 1992 wird regelmäßig der Felix-Hollenberg-Preis für Druckgraphik unter besonderer Berücksichtigung der Radierung an zeitgenössische Künstler vergeben.

Von Werken des in Ebingen geborenen Vertreters der südwestdeutschen Freilichtmalerei und Impressionismus Christian Landenberger verfügt das Kunstmuseum Albstadt noch vor dem Kunstmuseum Stuttgart über den größten Bestand.

Weiterhin beherbergt das Haus eine einzigartige Spezialsammlung zum Landschaftsbild der Schwäbischen Alb, von Matthäus Merian bis zur Gegenwart.

Das jüngste Kind des Hauses ist seit 2011 das Kindermuseum „junger kunstraum“[1] mit jährlich wechselnden Ausstellungen und Aktionen für ein junges Publikum und Familien.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1908/1909 von den Reutlinger Architekten Beck und Hornberger erbaut, fungierte das Gebäude bis Anfang der 1970er Jahre als evangelisches Vereinshaus. 1974 wurde es von der Stadt mit dem Zweck erworben, die Christian-Landenberger-Sammlung aufzunehmen. 1986/1987 erweiterte man die Ausstellungsfläche durch den Ausbau des Dachgeschosses auf 1400 m².

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Graphikkenner Alfred Hagenlocher wurde das Haus als Spezialmuseum für die graphischen Künste 1975 begründet und am 23. November 1975 mit einer Ausstellung über den Hamburger Graphiker Horst Janssen eröffnet. Mit dem Ausscheiden des Gründungsdirektors Hagenlocher 1981 folgten Georg Reinhardt (bis 1985), Edeltraut Brockmüller (komm., bis 1986), Adolf Smitmans (bis 1998), Jörg Becker (bis 2000), Clemens Ottnad (komm., bis 2001), Veronika Mertens (komm., bis 2002), Marina Sauer (bis 2014). Heute wird das Kunstmuseum von der Kunsthistorikerin Veronika Mertens geleitet. Ein Förderverein mit etwa 300 Mitgliedern, der Galerieverein e.V., gegründet am 2. Dezember 1978, unterstützt die Arbeit des Museums und den Ausbau der Sammlung.

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stiftung von rund 5000 Kunstwerken aus der Sammlung Walther Groz an die Städtischen Kunstsammlungen wurde das Museum zu einer der größten und bedeutendsten kommunalen graphischen Sammlungen in Baden-Württemberg. Weitere Schenkungen u.a. durch das Ehepaar Ruth und Karlheinz Brucker sowie durch Ernst Adolf Groz ergänzten die Bestände. Am 22. März 1980 wurde die Abteilung „Das Landschaftsbild der Schwäbischen Alb“, die seit 1977 aufgebaut wurde, eröffnet. 1988 kam es zu der Übergabe von 760 Blättern und 52 Druckplatten sowie des vollständigen Archivs des Druckgraphikers Felix Hollenberg an die damalige Galerie Albstadt. Künstlerschenkungen von Wolfgang Gäfgen, Karl Rössing, Max Uhlig haben die Sammlung um zeitgenössische Positionen erweitert. Seit 1994 ist die Sammlung Gerhard und Brigitte Hartmann im Kunstmuseum beheimatet.

Heute besitzt das Haus etwa 25.000 Arbeiten auf Papier und rund 350 Gemälde.

Neben Otto Dix, Felix Hollenberg, Christian Landenberger und der Sammlung „Das Landschaftsbild der Schwäbischen Alb“ sind weitere Schwerpunkte der Sammlung die Graphik der Klassischen Moderne, mit einer besonderen Konzentration auf Dresdner Künstler (u. a. Otto Lange, Otto Gussmann, Dresdner Sezession Gruppe 1919, Dresdner Werkabschnitte von Ludwig von Hofmann und Friedrich Karl Gotsch, Hermann Glöckner, Angela Hampel, Ernst Hassebrauk, Hans Körnig, Gerhard Kettner, Otto Lange, A. R. Penck, Hans Theo Richter, Wilhelm Rudolph, Helmut Schmidt-Kirstein, Alice Sommer, Max Uhlig, Werner Wittig) und Künstler des deutschen Südwestens (u. a. Karl Caspar, Maria Caspar-Filser, Wilhelm Laage, Dietrich Klinge, Jürgen Palmtag, Rudolf Schoofs).

Hauptwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Dix Kriegstagebuch (um 1916)
  • Otto Dix Radierzyklus „Der Krieg“
  • Otto Dix „Leuchtkugel“, 1917, Inv.Nr. SWG 80/23
  • Otto Dix „Abendsonne“, 1918, Inv.Nr. SWG 85/24
  • Otto Dix „Ellis“, Aquarell und Gouache, Inv.Nr. SWG 85/37
  • Franz Radziwill „Zerschossene Häuser“, um 1923, Tuschfeder und Aquarell, Inv.Nr. SWG 814/121
  • Ernst Ludwig Kirchner „Strumpfanziehendes Mädchen“, Lithografie, 1909, Inv. Nr. SWG 80/178
  • Christian Rohlfs „ Weiblicher Akt“, Aquarell, 1915, Inv.Nr. SWG 76/1200
  • Otto Mueller „Sitzender Mädchenakt“, Bleistift, Aquarell, um 1914, Inv.Nr. SWG 76/1227
  • Maria Caspar-Filser „Schneeschmelze“, 1909, Öl auf Lwd., Inv.Nr. M 79/14
  • Matthäus Merian d.Ä., „Hechingen mit Hohen-Zollern und Killertal“, 1643, Kupferstich, Inv.Nr. GS 78/112

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wege ins 20. Jahrhundert. Hrsg. von der Städtischen Galerie Albstadt. Ausstellung vom 26. November 2000 – 28. Januar 2001, ISBN 3-934439-08-X.
  • Otto Dix. Bestandskatalog Zeichnungen – Pastelle – Aquarelle – Kartons und Druckgraphik der Jahre 1912–1969 aus der Stiftung Walther Groz in der Städtischen Galerie Albstadt. 2. Auflage. Veröffentlichungen der Städtischen Galerie Albstadt, Albstadt 1985, ISBN 3923644116, S. 32–36.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.jungerkunstraum.de

Koordinaten: 48° 12′ 44″ N, 9° 1′ 30″ O