Kunstmuseum Albstadt

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Kunstmuseum Albstadt (links die Skulptur „Entwicklung“ von Jörg Bach)

Das Kunstmuseum der Stadt Albstadt im Stadtteil Ebingen wurde mit der Stadtgründung 1975 als Städtische Galerie Albstadt eingerichtet. Im Jahr 2011 wurde das zugehörige Kinder- und Familienmuseum „junger kunstraum“[1] ins Leben gerufen. Die Umbenennung von „Galerie Albstadt - Städtische Kunstsammlungen“ zu „Kunstmuseum der Stadt Albstadt“ erfolgte im Jahr 2016.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walther Groz (gemalt von Werner Schramm, 1969), das im Kunstmuseum Albstadt hängt

Zu großen Teilen ist die Entstehung des Museums bürgerlichem Engagement zu verdanken. Grundlegend war die Stiftung der Sammlung Walther Groz im Dezember 1976.

Direktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Graphikkenner Alfred Hagenlocher wurde das Haus als Spezialmuseum für die graphischen Künste 1975 begründet und am 23. November 1975 mit einer Ausstellung über den Hamburger Graphiker Horst Janssen eröffnet. Nach dem Ausscheiden des Gründungsdirektors Hagenlocher 1981 folgten Georg Reinhardt (bis 1985), Edeltraut Brockmüller (komm., bis 1986), Adolf Smitmans (bis 1998), Jörg Becker (bis 2000), Clemens Ottnad (komm., bis 2001), Veronika Mertens (komm., bis 2002), Marina Sauer (bis 2014), Veronika Mertens (bis 2021). Seit Januar 2022 wird das Kunstmuseum von Kai Hohenfeld geleitet.

Förderverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Förderverein, die Freunde Kunstmuseum Albstadt e.V., gegründet am 2. Dezember 1978 als Galerieverein, unterstützt die Bildung und Vermittlung sowie den Ausbau der Sammlung.

Felix-Hollenberg-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1992 wird regelmäßig der Felix-Hollenberg-Preis für Druckgraphik unter besonderer Berücksichtigung der Radierung an zeitgenössische Künstler vergeben.

Der Preis wurde gestiftet von Frau Schad-Hollenberg und von der Stadt Albstadt. Folgende Künstler wurden bislang ausgezeichnet:

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Dix[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen Höhepunkt der Sammlung bilden die mehr als 450 Werke von Otto Dix (1891–1969) auf Papier. Während des Zweiten Weltkriegs unterstützte Walther Groz den Maler durch Ankauf dessen Werke. Dix zählte aufgrund seiner Motivwahl (so z. B. Obdachlose) während des Nationalsozialismus zu den „Entarteten Künstlern“.

Christian Landenberger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Werken des in Ebingen geborenen Vertreters der südwestdeutschen Freilichtmalerei und der Impressionismus, Christian Landenberger (1862–1927), verfügt das Kunstmuseum Albstadt noch vor dem Kunstmuseum Stuttgart über den größten Bestand.

Mit mehr als 70 Gemälden, rund 200 Zeichnungen und mehr als 160 Blatt Druckgrafik beherbergt das Museum den bedeutendsten Bestand an Werken des Künstlers.

  • Nun ade, du stilles Haus (1897), Öl/Lwd., Inv.Nr.LG 3,
  • Porträt Johannes Hartmann (1906/07)
  • Dame an einem Kaffeetisch I (1911), Öl/Lwd., Inv.Nr. LG (SWG) 40
  • Der Frühling (1910/1913), Villa Haux, Albstadt-Ebingen
  • Bildnis Brigitte Gussmann (1916), Inv.nr.LG 60

Felix Hollenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988 kam es zur Übergabe von 760 Blättern und 52 Druckplatten sowie des vollständigen Archivs des Druckgraphikers Felix Hollenberg (1868–1945) an die damalige Galerie Albstadt. Inzwischen ist das Kunstmuseum Albstadt im Besitz von über 1.000 Arbeiten Hollenbergs, die in wechselnden Ausstellungen gezeigt werden.

Landschaftsbild der Schwäbischen Alb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinem Standort auf der westlichen Alb geschuldet, beherbergt das Haus eine einzigartige Spezialsammlung zum Landschaftsbild der Schwäbischen Alb, das von Matthäus Merian bis zur Gegenwartskunst reicht. Hier ist unter anderem Karl Schickhardt und Walter Strich-Chapell vertreten.

Am 22. März 1980 wurde diese seit 1977 aufgebaute Abteilung mit Bildern und Kunstwerken zur Alb eröffnet.

Klassische Moderne und weitere Bestände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch Werke von Max Beckmann, Karl Caspar, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Christian Rohlfs gehören zu den Beständen.

Durch die Stiftung von rund 5000 Kunstwerken aus der Sammlung Walther Groz an die Städtischen Kunstsammlungen wurde das Museum zu einer der größten und bedeutendsten kommunalen graphischen Sammlungen in Baden-Württemberg. Weitere Schenkungen u. a. durch das Ehepaar Ruth und Karlheinz Brucker sowie durch Ernst Adolf Groz ergänzten die Bestände. Künstlerschenkungen von Wolfgang Gäfgen, Karl Rössing, Max Uhlig haben die Sammlung um zeitgenössische Positionen erweitert. Seit 1994 ist die Sammlung Gerhard und Brigitte Hartmann im Kunstmuseum beheimatet.

Weitere Schwerpunkte der Sammlung sind die Graphiken der Klassischen Moderne mit einer besonderen Konzentration auf Dresdner Künstler und Künstler des deutschen Südwestens.

Heute besitzt das Haus etwa 25.000 Arbeiten auf Papier und rund 350 Gemälde.

Ein weiterer Schwerpunkte der Sammlung ist die Graphik der Klassischen Moderne, mit einer besonderen Konzentration auf Dresdner Künstler (u. a. Otto Lange, Otto Gussmann, Dresdner Sezession Gruppe 1919, Dresdner Werkabschnitte von Ludwig von Hofmann und Friedrich Karl Gotsch, Hermann Glöckner, Angela Hampel, Ernst Hassebrauk, Hans Körnig, Gerhard Kettner, Otto Lange, A. R. Penck, Hans Theo Richter, Wilhelm Rudolph, Helmut Schmidt-Kirstein, Alice Sommer, Max Uhlig, Werner Wittig) und Künstlern des deutschen Südwestens (u. a. Karl Caspar, Maria Caspar-Filser, Wilhelm Laage, Dietrich Klinge, Jürgen Palmtag, Rudolf Schoofs).

Hauptwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kupferstich Hechingen mit Hohen-Zollern und Killertal, 1643 von Matthäus Merian
  • Otto Dix Kriegstagebuch (um 1916)
  • Otto Dix Radierzyklus „Der Krieg“
  • Otto Dix „Leuchtkugel“, 1917, Inv.Nr. SWG 80/23
  • Otto Dix „Abendsonne“, 1918, Inv.Nr. SWG 85/24
  • Otto Dix „Ellis“, Aquarell und Gouache, Inv.Nr. SWG 85/37
  • Franz Radziwill „Zerschossene Häuser“, um 1923, Tuschfeder und Aquarell, Inv.Nr. SWG 814/121
  • Ernst Ludwig Kirchner „Strumpfanziehendes Mädchen“, Lithografie, 1909, Inv. Nr. SWG 80/178
  • Christian Rohlfs „ Weiblicher Akt“, Aquarell, 1915, Inv.Nr. SWG 76/1200
  • Otto Mueller „Sitzender Mädchenakt“, Bleistift, Aquarell, um 1914, Inv.Nr. SWG 76/1227
  • Maria Caspar-Filser „Schneeschmelze“, 1909, Öl auf Lwd., Inv.Nr. M 79/14
  • Matthäus Merian d. Ä., „Hechingen mit Hohen-Zollern und Killertal“, 1643, Kupferstich, Inv.Nr. GS 78/112

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1908/1909 von den Reutlinger Architekten Beck und Hornberger erbaut, fungierte das Gebäude bis Anfang der 1970er Jahre als evangelisches Vereinshaus. 1974 wurde es von der Stadt mit dem Zweck erworben, die Christian-Landenberger-Sammlung aufzunehmen. 1986/1987 erweiterte man die Ausstellungsfläche durch den Ausbau des Dachgeschosses auf 1400 m².

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Städtische Galerie Albstadt (Hrsg.): Wege ins 20. Jahrhundert. Ausstellung vom 26. November 2000 – 28. Januar 2001, ISBN 3-934439-08-X.
  • Alfred Hagenlocher (Hrsg.): Otto Dix. Bestandskatalog Zeichnungen – Pastelle – Aquarelle – Kartons und Druckgraphik der Jahre 1912–1969 aus der Stiftung Walther Groz in der Städtischen Galerie Albstadt. 2. Auflage. (= Veröffentlichungen der Städtischen Galerie Albstadt; Nr. 40). Städtische Galerie, Albstadt 1985, ISBN 3-923644-11-6, S. 32–36.
  • Eva Moser: Landschaft im Licht. Die Bodenseebilder Christian Landenbergers. In: Leben am See. Band IX (1991), ISBN 3-88812-509-X, S. 323–328.
  • Anne Peters (Red.): Christian Landenberger. Zeichnungen. Städtische Galerie Albstadt, Albstadt 1993, ISBN 3-923644-51-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.jungerkunstraum.de

Koordinaten: 48° 12′ 44,4″ N, 9° 1′ 30,4″ O