Kunstmuseum Stuttgart

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Kunstmuseum Stuttgart, im August 2013
Das Kunstmuseum bei Nacht im Februar 2011, die Fassade wird transparent.
Kunstmuseum, oberste Etage, im Mai 2005

Das Kunstmuseum Stuttgart ist ein Museum für Bildende Kunst in Stuttgart. Es wurde im März 2005 als Nachfolgeinstitution der Galerie der Stadt Stuttgart eröffnet. Das am Schlossplatz und der Königsstraße gelegene Museum zeigt ausgewählte Werke der städtischen Sammlung vom 19. Jahrhundert bis zur aktuellen zeitgenössischen Kunst. Daneben werden thematische oder monografische Sonderschauen präsentiert. Zum Bestand gehört die bedeutendste Sammlung von Werken des Künstlers Otto Dix.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museumsgebäude mit 5000 m² Ausstellungsfläche wurde von den Berliner Architekten Hascher und Jehle entworfen. Es wirkt von außen tagsüber als gläserner Würfel, der die Umgebung als Spiegel aufnimmt. Nachts werden die beleuchteten Kalksteinwände aus Dietfurter Kalkstein im Innern sichtbar. Die aus dem Altmühltal stammenden Natursteine sind unregelmäßige Krustenplatten mit farbigen mineralischen Oxidationen. Als weiterer besonderer „Blickfang“ dienen meterhohe Wörter und Texte aus grauer und roter Klebefolie, die außen an den Glasfenstern angebracht sind und mit jeder Ausstellung wechseln. Der Bodenbelag in der obersten Etage ist ein Auerkalkstein, auch bekannt als Kelheimer Kalkstein, aus dem Altmühltal.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Stelle des Kubus des neuen Kunstmuseums stand bis 1963 die Ruine des 1944 bei einem Luftangriff beschädigten Kronprinzenpalais. Es war das städtebauliche Pendant zum Wilhelmspalais, das sich am anderen Ende der Planie befindet. Nach Abriss der Ruine wurde die Planie zunächst zu einer sechsspurigen Straße mit vier zusätzlichen Tunneln für Autos und Straßenbahnen ausgebaut.

Um die Überquerung für die Fußgänger auf der Königstraße zu erleichtern, wurde 1968 der treppenartig angelegte Kleine Schlossplatz erbaut, der aber in seiner Funktion nie richtig angenommen wurde. Jahrelang wurde über einen Abriss des als überflüssig erachteten Bauwerks diskutiert, da auch die oberirdische Querstraße wieder überdeckelt worden war. Der Neubau des Kunstmuseums schloss nach 2000 diese Baulücke neben dem Königsbau entlang der Königstraße.

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlung des Museums beruht auf dem Bestand der bisherigen „Galerie der Stadt Stuttgart“. Diese geht auf eine Schenkung des Marchese Silvio della Valle di Casanova im Jahre 1924 zurück.

Zum Bestand gehört heute auch die bedeutendste Sammlung von Werken des Künstlers Otto Dix, die zu großen Teilen auf den früheren Direktor der „Galerie der Stadt Stuttgart“, Eugen Keuerleber, zurückgeht. Für sie wurden eigens zwei Ausstellungsräume reserviert. Glanzstück der Sammlung ist das Triptychon Großstadt, das Dix 1927/28 malte. Darüber hinaus besitzt das Museum zahlreiche Werke von Willi Baumeister, Adolf Hölzel, K. R. H. Sonderborg, Dieter Roth, Dieter Krieg, Joseph Kosuth, Rebecca Horn, Wolfgang Laib, Josephine Meckseper, Thomas Grünfeld, Ben Willikens, Haegue Yang sowie vielen anderen bekannten Künstlerinnen und Künstlern.

Das Atelier- und Wohnhaus von Otto Dix in Hemmenhofen (Gaienhofen) auf der Höri am Bodensee wurde 2009 vom Kunstmuseum Stuttgart neukonzipiert. Bis dahin hatte der Verein Otto-Dix-Haus e.V. das Künstlermuseum ehrenamtlich geleitet. Nach einem Konzept von Kurator Daniel Spanke wurde es 2012 als Museum Haus Dix wiedereröffnet und ist dem Leben der ganzen Familie Dix gewidmet. Der Verein unterstützt das Haus weiterhin ehrenamtlich. Die Stadt Stuttgart, die Gemeinde Gaienhofen, der Landkreis Konstanz sowie Sponsoren investierten insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Rettung des stark sanierungsbedürftigen Hauses.[1]

Sonderausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter Roth. Balle Balle Knalle (12/2014 – 05/2015)
  • Hinaus in die Natur. Schwäbische Freilichtmalerei aus der Sammlung (11/2014 – 02/2015)
  • Sammlung Rudolf und Barbara Fakler. Teil 1 (11/2014 – 05/2015)
  • Cool Place. Sammlung Scharpff (07/2014 – 11/2014)
  • Gego. Line as Object (03/2014 – 07/2014)
  • Luisa Richter (03/2014 – 07/2014)
  • 100 Jahre Erster Weltkrieg. Positionen aus der Sammlung (01/2014 – 04/2014)
  • Ankaufspräsentation der »Freunde des Kunstmuseum Stuttgart«: Bernard Frize (15.11.2013)
  • Willi Baumeister International (10/2013 – 03/2014)
  • Stankowski-Stiftung. Fotografien aus dem Archiv (07/2013 – 10/2013)
  • Kubus. Sparda-Kunstpreis im Kunstmuseum Stuttgart (05/2013 – 09/2013)
  • Fritz Winter. Das Innere der Natur (04/2013 – 01/2014)
  • Andreas Magdanz. Stuttgart Stammheim (11/2012 – 03/2013)
  • Das Auge der Welt. Otto Dix und die Neue Sachlichkeit (11/2012 – 04/2013)
  • Georg Winter: Flüchtiges Beben. Epizentrum für Psychomotorik/Performance/Interaktion (EPSY) (07/2012 – 10/2012)
  • Sammlung Rudolf und Bertha Frank (06/2012 – 10/2012)
  • Rasterfahndung. Das Raster in der Kunst nach 1945 (05/2012 – 10/2012)
  • Michel Majerus. If we are dead, so it is (03/2012 – 05/2012)
  • Michel Majerus (11/2011 – 04/2012)
  • 180°: Die Sammlung im Kubus (11/2011 – 10/2012)
  • Walter Stöhrer-Stiftung (06/2011 – 09/2011)
  • Amie Siegel. Teil 1 (07/2011 – 10/2011)
  • »Kunst ist eine Wissenschaft«. Hölzel, Baumeister und die Stuttgarter Akademie (06/2011 – 10/2011)
  • Ars Viva. Labor (06/2011 – 10/2011)
  • Sammlung Rudolf und Ute Scharpff (02/2011 – 05/2011)
  • Kosmos Rudolf Steiner (02/2011 – 05/2011)
  • Camill Leberer (11/2010 – 01/2011)
  • Kleine große Künstler (10/2010 – 10/2010)
  • Eat Art. Vom Essen in der Kunst (092010 – 01/2010)
  • Simply Video. Bewegte Bilder aus der Kunsthalle Bremen (11/2010 – 04/2011)
  • Gerda Taro. Krieg im Fokus (01/2010 – 05/2010)
  • Elger Esser. Eigenzeit (11/2009 – 04/2010)
  • Konkret. Die Sammlung Heinz und Anette Teufel (10/2009 – 01/2010)
  • Ben Willikens. Licht und Dunkel (07/2009 – 10/2009)
  • Kaleidoskop. Hoelzel in der Avantgarde (07/2009 – 10/2009)
  • Drei. Das Triptychon in der Moderne (02/2009 – 06/2009)
  • Christian Jankowski (09/2008 – 01/2009)
  • Dieter Krieg. Fritten und Brillanten (04/2008 – 08/2008)
  • Getroffen. Otto Dix und die Kunst des Porträts (12/2007 – 04/2008)
  • Im Rampenlicht. Baumeister als Bühnenbildner (09/2007 – 02/2008)
  • Josephine Meckseper (07/2007 – 10/2007)
  • Laboratorium Lack. Baumeister, Schlemmer, Krause 1937–1944 (04/2007 – 07/2007)
  • Cross-border. Fotografie und Videokunst aus dem mumok (03/2007 – 06/2007)
  • Piktogramme – Die Einsamkeit der Zeichen (11/2006 – 02/2007)
  • Leuchtende Bauten: Architektur der Nacht (06/2006 – 10/2006)
  • Neue Formen. Fritz Winter: Arbeiten auf Papier 1925–1975 (02/2006 – 05/2006)
  • Max Bill. Eine Retrospektive (09/2005 – 01/2006)
  • Otto Dix. Hommage à Martha (09/2005 – 11/2005)
  • angekommen – Die Sammlung im eigenen Haus (03/2005 – 07/2005)

Frischzelle – Ausstellungen von jungen Künstlern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Leiterin des Kunstmuseums Stuttgart, Marion Ackermann, wurde 2009 Direktorin der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf. Ulrike Groos, frühere Direktorin der Kunsthalle Düsseldorf, übernahm 2010 die Leitung des Kunstmuseums.

Besucherzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten Jahr nach der Eröffnung des Hauses wurden 330.000 Besucher gezählt. Damit hat das Kunstmuseum sogar die Staatsgalerie in Stuttgart überflügelt. Im Jahr 2015 zählte das Museum etwa 161.000 Besucher und die Staatsgalerie 375.694. Im Jahr 2017 besuchten das Kunstmuseum 149.600 Menschen (Staatsgalerie: 223.700 Besucher). Ein Jahr später 2018 kamen 199.827 Besucher in die Staatsgalerie, die die eintrittsfreie Ausstellung 175 Jahre Staatsgalerie – #mein Museum sowie die Ausstellungen Meister von Meßkirch und Ernst Ludwig Kirchner zeigte. Das Kunstmuseum konnte in diesem Jahr mit den Sonderausstellungen Reinhold Nägele. Chronist der Moderne und Ekstase die Staatsgalerie bei den Besucherzahlen mit 223.700 Besuchern die Staatsgalerie überholen.[2][3][4][5]

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Seine exponierte Lage in der Fußgängerzone Königstraße trägt ebenso dazu bei wie die außergewöhnliche Architektur eines die Ausstellungsräume umhüllenden strengen Glaskubus.

Weitere Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Museumsdidaktik
  • Gastronomie
    • das »o.T.« im Foyer
    • das rundum verglaste Dachrestaurant »Cube« (Innengestaltung/Design Heinz Witthöft)

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Bogen (Text); Thomas Wagner (Fotos): Stuttgart. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Erfurt 2012, Seite 18–19.
  • Ludwig Krinn (Redaktion): Landeshauptstadt Stuttgart, Hochbauten 1994–2004. München 2004, Seite 8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kunstmuseum Stuttgart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Staatsanzeiger Nr. 12 vom 3. April 2009, Seite 31
  2. Wenke Böhm: Gutes Jahr für Stuttgarts Museen, stuttgarter-zeitung.de, abgerufen am 25. November 2016
  3. Museen und museumsähnliche Einrichtungen in Stuttgart seit 1980 [Komunistabelle: 955]. 24. März 2019, abgerufen am 24. März 2019.
  4. Bilanz 2018 in Stuttgart: Museen zählen drei Millionen Besucher - Stuttgart - Stuttgarter Nachrichten. 24. März 2019, abgerufen am 24. März 2019.
  5. 175 Jahre Staatsgalerie - Staatsgalerie. 24. März 2019, abgerufen am 24. März 2019.

Koordinaten: 48° 46′ 41,8″ N, 9° 10′ 39,9″ O