Kupfer(II)-acetat

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Strukturformel
Kupferion Acetation
Allgemeines
Name Kupfer(II)-acetat
Andere Namen
  • Cupriacetat
  • Kupferdiacetat
  • Aerugo
  • C.I. Pigment Green 20[1]
  • C.I. 77408
  • Kupferethanoat
Summenformel C4H6CuO4
Kurzbeschreibung

grüne (wasserfrei) bis blaugrüne (Monohydrat), geruchlose Kristalle[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 142-71-2 (wasserfrei)
  • 6046-93-1 (Monohydrat)
PubChem 8895
Wikidata Q421854
Eigenschaften
Molare Masse 181,64 g·mol−1 (wasserfrei)

199,64 g·mol−1 (Monohydrat)

Aggregatzustand

fest

Dichte

1,88 g·cm−3 (Monohydrat)[2]

Schmelzpunkt

115 °C (Monohydrat)[2]

Siedepunkt

Zersetzung[2]

Löslichkeit

mäßig in Wasser (72 g·l−1 bei 20 °C, Monohydrat)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
05 – Ätzend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​314​‐​410
P: 260​‐​280​‐​301+312+330​‐​303+361+353​‐​304+340+310​‐​305+351+338 [2]
MAK

0,1 mg·m−3 [2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Kupfer(II)-acetat (auch Grünspan; lateinisch Cuprum aceticum oder Aerugo) ist ein Kupfersalz der Essigsäure mit der Konstitutionsformel Cu(CH3COO)2.

Die Bezeichnung Grünspan leitet sich, volksetymologisch umbedeutet[3] aus mittelhochdeutsch spangrün, ab von mittellateinisch viride Hispanum, dem Spanischen Grün, ein im Mittelalter aus Spanien eingeführtes Farbpigment.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupfer(II)-acetat in wässriger Lösung
Grünspan in Pulverform
Grünspan-Kristalle auf einem Kupferdraht (vergrößert)

Kupfer(II)-acetat kristallisiert aus wässriger Lösung als Monohydrat (Cu(CH3COO)2·H2O). Das Salz bildet dunkelgrüne Kristalle, die sich in Wasser (bei 20 °C zu 72 g/l) und in Ethanol lösen. Die Kristalle verwittern an der Luft und verlieren beim Erhitzen auf über 100 °C ihr Kristallwasser, ab 240 °C zersetzen sie sich, wobei auch Essigsäure entsteht.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupferacetat entsteht im Labor beim Einstellen von Kupferblech oder -draht in Essigsäure oder Essig an der Luft. Dabei bildet sich zunächst sogenannter Grünspan, der ein Gemisch verschiedener basischer Kupferacetate darstellt und sich an Kupferstellen bildet, die sich oberhalb der Essigsäurelösung befinden. Grünspan entsteht daher auch beim Aufbewahren von essighaltigen Speisen in Kupfergefäßen. Grünspan (ungefähre Zusammensetzung Cu(CH3COO)2·[Cu(OH)2]3·2H2O) darf jedoch nicht mit den grünen Schichten einer Patina verwechselt werden, dies sind nämlich Kupfer-(carbonat-sulfat-chlorid)-hydroxid-Gemische (basische Kupferverbindungen), die sich z. B. auf Kupferdächern bilden.

In Essigsäure gelöst, liefert Grünspan dann das Kupferacetat (früher auch Kupferrauch genannt[4]). Bei der technischen Gewinnung von Kupferacetat mit Essigsäure wird statt Kupfer-Metall Kupfer(II)-oxid oder Basisches Kupfercarbonat (CuCO3·Cu(OH)2) verwendet.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupferacetat ist ein Farbpigment (Spanisches Grün) in den Farben Grün (auch Grünspan) bis Blau (in Gemisch mit Kalk und Essigsäure, es bildet sich Kupfer-Calcium-Acetat). In der Ölmalerei wurde es vor allem in der Renaissance als eines der wenigen damals erhältlichen grünen Pigmente verwendet.[5] Es ist ein wichtiges Zwischenprodukt zur Herstellung des giftigen Farbpigments Schweinfurter Grün, dient als Fungizid (pilztötendes Mittel) und ist mäßig giftig. Im Bengalischen Licht und in Feuerwerken liefert es eine grüne Flammenfärbung.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Natur kommt Kupferacetat als das sehr seltene Mineral Hoganit vor.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Color of Art Pigment Database: Pigment Green: PG20 artiscreation.com, David Myers. Abgerufen am 23. Juli 2016.
  2. a b c d e f g h Eintrag zu Kupfer(II)-acetat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. Januar 2018 (JavaScript erforderlich).
  3. Dieter Lehmann: Zwei wundärztliche Rezeptbücher des 15. Jahrhunderts vom Oberrhein. Teil I: Text und Glossar. Horst Wellm, Pattensen/Han. 1985, jetzt bei Königshausen & Neumann, Würzburg (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, 34), ISBN 3-921456-63-0, S. 186.
  4. Wolfgang Schneider: Pharmazeutische Chemikalien und Mineralien. Ergänzungen (zu Band III des Lexikons zur Arzneimittelgeschichte). Frankfurt am Main 1975, S. 84.
  5. Kühn, H., Grünspan und seine Verwendung in der Malerei, in: Farbe und Lack, 70, 1964, S. 703–711.