LÜK

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LÜK-Kasten mit Übungsheft

Das LÜK (oder: der LÜK-Kasten) ist eine spielerische Lernhilfe, die sich dadurch auszeichnet, dass Lernende die Richtigkeit ihrer Antworten selbst überprüfen können. Es gibt verschiedene Aufgabenserien, die sich vom Kindergarten bis zum Gymnasium erstrecken. Dabei steht LÜK für „Lernen, Üben, Kontrollieren“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Lernhilfe wurde 1967 vom Lehrmittelhändler Heinz Vogel (1919–1980) erfunden und wird bis heute erfolgreich zu Hause, in Vor-, Grund- und weiterführenden Schulen angewandt. Die Wortmarke «LÜK» wurde 1969,[1] die Bildmarke 2006 registriert.[2] Der Heinz Vogel Verlag wurde bereits 1968 von Westermann übernommen[3] und wechselte jedoch erst 1981 von Wilhelmshaven nach Braunschweig. Nochmals einige Jahre später wurde der Name in Westermann Lernspielverlag geändert und so die Zugehörigkeit zur Westermann-Gruppe verdeutlicht.

In Australien wird Mini-LÜK unter dem Namen Tutor Systems[4], in Frankreich[5][6] und bereits seit den 1960er-Jahren[7] in Kanada als Veritech vertrieben.[8] Offenbar gab es in den 1970er-Jahren in Australien auch das große 24teilige LÜK, wie zwei Ausstellungsobjekte der Greensborough Historical Society in der Victorian Collection zeigen.[9] Der Australische Verlag Modern Teaching Aids exportierte lokalisierte Ausgaben auch nach Malaysia[10] und Japan.[11][12] In der Türkei heisst LÜK YUP, “Yap-Uygula-Pekiştir” ("machen-anwenden-verstärken"), in Schweden LYCK und in Venezuela ARCO. In der Zwischenzeit gibt es Versionen in 18 Sprachen, die in 35 Ländern vertrieben werden. Während der ersten beiden Jahre hieß das Lernspiel in Deutschland noch LÜKO, da die Plättchen am Schluss noch geordnet werden müssen.[3]

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Set besteht aus einem Aufgabenbuch, einem flachen roten Kasten mit kleinen Vertiefungen und einer gewissen Anzahl Plättchen, die in die Vertiefungen passen und beidseitig bedruckt sind – auf der Vorderseite mit einer Zahl, auf der Rückseite mit dem Teil eines Musters. Ziel ist es, aus dem Aufgabenbuch einen Aufgabensatz zu lösen und die Plättchen entsprechend den Ergebnissen in den Kasten einzulegen. Anschließend wird der Kasten geschlossen, herumgedreht und wieder geöffnet – aufgrund des nun entstandenen Musters auf den Rückseiten der Plättchen kann im Aufgabenbuch anhand der abgedruckten Vorlage sehr schnell kontrolliert werden, ob alle Aufgaben richtig gelöst worden sind. LÜK wird wie andere klassische Selbstkontrolllerngeräte, wie etwa Profax, oft im Rahmen der Freiarbeit eingesetzt.[13]

LÜK-Serien und -Themenhefte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die LÜK-Reihe besteht aus Bambino-LÜK für den Kindergartenbereich, Mini-LÜK vom Kindergartenbereich über den Vorschulbereich bis in den Grundschulbereich und dem LÜK-Kasten für den Grundschulbereich, Gymnasien,[14] hin bis zu Universitäten.[15]

  • Bambino-LÜK besitzt 6 Plättchen
  • Mini-LÜK besteht aus 12 Plättchen
  • LÜK besteht aus 24 Plättchen

Themenhefte gibt es für Deutsch, Mathematik, visuelle Wahrnehmung, Legasthenie, Englisch, Französisch, Latein, Spanisch, Sachunterricht, Geschichte, Biologie und andere Bereiche. Herausgeber ist hauptsächlich der Westermann Lernspielverlag; zwei Lateinreihen und ein Heft zur römischen Geschichte sind jedoch im C. C. Buchner Verlag erschienen.

Inzwischen gibt es rund um LÜK auch CD-ROMs, Online-Übungen usw.

Kontrolle und Korrektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn einige Plättchen nicht dem abgedruckten Lösungsmuster entsprechen, dann sind Fehler gemacht worden. Diese Plättchen werden nun umgedreht, der LÜK-Kasten geschlossen und von der anderen Seite wieder geöffnet. Nun ist zu sehen, welche Aufgaben nicht richtig gelöst wurden. Die entsprechenden Plättchen werden aus dem Kasten herausgenommen und können wieder neu eingelegt werden.[16]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blumtritt, Ralf: Testbeispiel : Lernen mit LÜK. In: Schulpraxis 12/1992, p. 26.
  • Fritz, Jürgen: Das LÜK-System. In: Lehrmittel aktuell 15/1989, p. 32-33.
  • Janet M. Carrington: «The games biochemist play», Biochemical Education, vol. 6, no 4/1978, p. 80–81 (ISSN 1879-1468)
  • Poulin, Monique: Véri/Tech, c’est véritablement bien. Lurelu, 73/1985, p. 19.
  • Reich, K. (Hg.): Werkstattunterricht. In: Methodenpool. In: url: http://methodenpool.uni-koeln.de
  • Schatte, Stephanie: Möglichkeiten des Einsatzes von LÜK-Kästen - erprobt am Beispiel des Faches Englisch - im Zuge eines steigenden Individualisierungsanspruches von Lernen. Solingen, 2011: Landesprüfungsamt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/863621/DE
  2. https://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/305579312/DE
  3. a b 50 Jahre LÜK!: LÜK - Lernen, Üben, Kontrollieren. Abgerufen am 14. September 2017.
  4. Tutor Systems
  5. Éditions SED
  6. Markenregistereintrag
  7. Brault+Bouthillier
  8. Veritech
  9. Victorian Collection
  10. Malaysischer Blogeintrag
  11. Rakuten Co.
  12. 受験対策に
  13. Methodenpool Uni Köln
  14. LÜK im Lateinunterricht
  15. LÜK am biochemischen Institut (pdf)
  16. LÜK-Spielweise