Lösswand am Fußpfad Bahnhof Georgenhausen–Zeilhard

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Lösswand am Fußpfad Bahnhof Georgenhausen–Zeilhard
Naturdenkmal „Lösswand am Fußpfad Bahnhof Georgenhausen–Zeilhard“ (2020)

Naturdenkmal „Lösswand am Fußpfad Bahnhof Georgenhausen–Zeilhard“ (2020)

Lage Zeilhard, Reinheim, Landkreis Darmstadt-Dieburg, Hessen
Fläche 3.358 m²
Geographische Lage 49° 50′ N, 8° 48′ OKoordinaten: 49° 49′ 51″ N, 8° 47′ 47″ O
Lösswand am Fußpfad Bahnhof Georgenhausen–Zeilhard (Hessen)
Lösswand am Fußpfad Bahnhof Georgenhausen–Zeilhard
Einrichtungsdatum 27. Mai 1959
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Die Lösswand am Fußpfad Bahnhof Georgenhausen–Zeilhard ist ein flächenhaftes Naturdenkmal in der Gemarkung Zeilhard, Stadt Reinheim, im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Südhessen. Es besteht aus einem trockenen Lösshang mit seltenen Pflanzen und umgebenden Vogelschutzgehölzen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturdenkmal liegt im Naturraum Reinheimer Hügelland, Westliche Reinheimer Buckel.[1] Es befindet sich etwa 1,5 Kilometer südlich von Zeilhard. Durch das Naturdenkmal führt der Fußpfad zum ehemaligen Bahnhof Zeilhard. Südlich des Schutzgebiets verläuft ein Fahrweg und die Trasse der Odenwaldbahn von Darmstadt nach Groß-Umstadt Wiebelsbach. Im Südwesten grenzt die Wohnbebauung eines Ortsteils von Zeilhard-Dilshofen an. Ansonsten ist das Gelände von landwirtschaftlichen Flächen umgeben.[2]

Naturdenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Lösswand am Fußpfad Bahnhof Georgenhausen–Zeilhard“ wurde mit Verordnung vom 27. Mai 1959 unter Naturschutz gestellt.[3] Das Naturdenkmal erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über eine Länge von etwa 125 Meter.[2] Die geschützte Fläche umfasst 3.358 Quadratmeter.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit die Odenwaldbahn 1871 in Betrieb genommen wurde, lag der Bahnhof Zeilhard ortsfern auf freier Strecke und war von Zeilhard und Georgenhausen durch einen Fußweg von etwa 20 Minuten zu erreichen. Dieser Weg, auch „Bahnpädsche“ genannt, wurde im Rahmen der Flurbereinigung 1958–1961 um etwa 100 Meter nach Westen verlegt.[4] Nachdem im Mai 1975 das Bahnhofsgebäude abgerissen wurde, bestand nur noch ein Haltepunkt, der im Sommer 1979 schließlich aufgegeben wurde. Auf dem Bahnhofsgelände wurden noch bis Herbst 1984 Rüben verladen. Dann wurden zwischen 1989 und 1992 auch das Ausweichgleis und die Weichen abgebaut, so dass heute nichts mehr an den ehemaligen Bahnhof erinnert.[5] Erhalten blieb nur der Fußweg nach Zeilhard, der seine Bedeutung verloren hat.[4]

Beschreibung, Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturdenkmal umfasst den Lösshang östlich des Fußweges, eine dreieckige Parzelle westlich davon, sowie den hohlwegartig eingeschnittenen, zur Bahntrasse steil ansteigenden südlichen Teil.[2] Hier erinnern noch Reste einer Asphaltierung und Rohrgeländer an die frühere Wichtigkeit des Weges. Der nach Südwesten abfallende Lösshang ist auf einer Fläche von etwa 30 mal 15 Metern gehölzfrei und wird dort von einem Halbtrockenrasen bewachsen. Das gefährdete Große Windröschen bildet hier einen ausgedehnten Bestand. Außerdem kommen Kartäusernelke, Rundblättrige Glockenblume, Gemeiner Odermennig und andere wärmeliebende Pflanzenarten vor. Am oberen Hang gedeihen wilde Rosen. An kleinen unbewachsenen Stellen der Lösswand nisten zahlreiche Wildbienen, unter anderem die seltenen Arten Senf-Blauschillersandbiene und ihr Brutparasit Nomada melathoracica. Nördlich und südlich der offenen Lösswand findet sich ein Gehölzbestand mit Hänge-Birke, Robinie, Rosskastanie, Stieleiche, Berg-Ahorn und Feldahorn. Im Schutzgebiet wurden 25 Vogelarten beobachtet, darunter Turteltaube, Nachtigall und Dorngrasmücke. Auch Zauneidechsen leben hier.[4]

Die Betreuung und Pflege des Naturdenkmals erfolgt im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde durch den NABU Spachbrücken.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Klausing: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 151 Darmstadt. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1967. → Online-Karte (PDF; 4,3 MB)
  2. a b c Karte des Naturdenkmals. BürgerGIS Landkreis Darmstadt-Dieburg. Landkreis Darmstadt-Dieburg, abgerufen am 31. August 2020.
  3. Verordnung zur Sicherung von Naturdenkmalen im Landkreis Dieburg. (pdf; 26 kB) Der Kreisausschuß des Landkreises Dieburg, 27. Mai 1959, abgerufen am 31. August 2020.
  4. a b c d Horst Bathon, Georg Wittenberger: Die Naturdenkmale des Landkreises Darmstadt-Dieburg mit Biotop-Touren, 2. erweiterte und vollständig überarbeitete Auflage. In: Schriftenreihe Landkreis Darmstadt-Dieburg, (Hrsg.) Kreisausschuss des Landkreises Darmstadt-Dieburg - Untere Naturschutzbehörde, Darmstadt, 2016. ISBN 978-3-00-050136-4. 243 Seiten. (S. 149–153).
  5. Tilman Wittig: Zeitreise: Zeilhard 1970; An der vorderen Odenwaldbahn. Eisenbahn-Journal 2016, Heft 1, S. 44–50, 2016, abgerufen am 31. August 2020.
  6. Maiwanderung - Naturdenkmal "Lösswand Dilshofen". NABU Spachbrücken, 2012, abgerufen am 31. August 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lösswand am Fußpfad Bahnhof Georgenhausen–Zeilhard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien