Stockelsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Stockelsdorf
Stockelsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stockelsdorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 53′ N, 10° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Höhe: 18 m ü. NHN
Fläche: 56,7 km²
Einwohner: 16.554 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 292 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 23612, 23617
Vorwahlen: 04504, 04505, 04506, 0451
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 040
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ahrensböker Straße 7
23617 Stockelsdorf
Webpräsenz: www.stockelsdorf.de
Bürgermeisterin: Brigitte Rahlf-Behrmann
Lage der Gemeinde Stockelsdorf im Kreis Ostholstein
Ahrensbök Altenkrempe Bad Schwartau Beschendorf Bosau Dahme (Holstein) Damlos Eutin Fehmarn Göhl Gremersdorf Grömitz Großenbrode Grube Harmsdorf Heiligenhafen Heringsdorf Kabelhorst Kasseedorf Kellenhusen Lensahn Malente Manhagen Neukirchen Neustadt in Holstein Oldenburg in Holstein Ratekau Riepsdorf Scharbeutz Schashagen Schönwalde am Bungsberg Sierksdorf Stockelsdorf Süsel Timmendorfer Strand Wangels Schleswig-HolsteinKarte
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Stockelsdorf ist eine amtsfreie Gemeinde im Kreis Ostholstein, Schleswig-Holstein. Stockelsdorf liegt unmittelbar an der nördlichen Stadtgrenze zur Hansestadt Lübeck und bildet mit dieser und der östlich angrenzenden Stadt Bad Schwartau eine Agglomeration. Zur Gemeinde gehören neben dem gleichnamigen Kernort die Dorfschaften Arfrade, Curau, Dissau, Eckhorst, Horsdorf, Klein Parin, Krumbeck, Malkendorf, Obernwohlde und Pohnsdorf als Ortsteile. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Stockelsdorf nach Henstedt-Ulzburg die zweitgrößte Gemeinde ohne Stadtrechte in Schleswig-Holstein.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stockelsdorf liegt nördlich von Lübeck und an der Landesstraße 332 (ehemals Bundesstraße 206). Von 1916 bis 1967 war Stockelsdorf Bahnstation der Lübeck-Segeberger Eisenbahn. Von Stockelsdorf fahren mehrere Buslinien des Stadtverkehr Lübeck nach Lübeck und Bad Schwartau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Stockelsdorf im Jahr 1320. Da hier bereits von einem Dorf die Rede ist (villa), das sich in ritterschaftlichem Besitz befindet, müssen die Ursprünge des Ortes deutlich früher liegen.

Historische Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Urkunde vom 25. Februar 1320 (ausgestellt in Hamburg) genehmigen gleich 3(!) holsteinische Grafen, nämlich Graf Adolph VII. und seine Vettern, die Grafen Gerhard III. (der Große) und Johann III. (der Milde), den Verkauf der villam stochelstorpe von dem Ritter Burchard von Otteshude (Borchardus de Otteshudhe) an den Lübecker Bürger Emelrich Pape (Emelrico dicto Papen). Bereits 1333 erwirbt der spätere Lübecker Bürgermeister Bertram Vorrade Stockelsdorf.

Weitere Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Lübecker Adlige gelangten später in den Besitz des Gutes (v.Brömbsen, v.Höveln, v.Calven, v.Dame) 1925 wurde das Gut von der Witwe des letzten Besitzers (Major Lembcke) aufgelöst. 1534 wurde ein Holstein betreffender Teilfrieden der Grafenfehde, der Frieden von Stockelsdorf hier vor den Toren der Hansestadt vereinbart. Bis zum Groß-Hamburg-Gesetz 1937 gehörte Stockelsdorf zum Freistaat Oldenburg (Landesteil Lübeck). Die Ortsteile Dissau, Malkendorf und Krumbek sowie ein halber Anteil von Curau waren bis zu diesem Zeitpunkt als Exklaven Teile der Hansestadt Lübeck. Es gibt im Zentralort zwei denkmalgeschützte Gebäude: Die Stockelsdorfer Kirche von 1903 und das Herrenhaus Stockelsdorf, von 1761, das kürzlich renoviert wurde und heute den Bürgersaal beherbergt. Zusätzlich wird derzeit wieder versucht, hier einen Restaurationsbetrieb zu etablieren, nachdem ein erster Versuch im Jahr 2005 gescheitert war. Die 1839 erbaute Zollscheune am Landgraben, der die lübsche Grenze darstellte, ist 1968 dem Ausbau der Bundesstraße 206 nach Bad Segeberg zum Opfer gefallen.

Stockelsdorfer Fayencen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gutsgelände des Herrenhauses Stockelsdorf wurde vom Gutsbesitzer Georg Nicolaus Lübbers im Jahr 1772 eine Fayencen-Manufaktur gegründet. Direktor wurde der sehr erfahrene Johann Georg Buchwald, der bereits vorher in Eckernförde (1765) und Kiel (1768) ähnliche Fabriken geleitet hatte. Die qualitätsvollen Arbeiten der Stockelsdorfer Fayencemanufaktur sind teilweise heute noch erhalten und im St.-Annen-Kloster wie im Behnhaus in Lübeck ausgestellt, unter anderem ein Ofen. Wegen des großen Widerstandes der Lübecker Töpfer und der einsetzenden Einfuhr von billigem englischen Steingut musste die Manufaktur bereits 1786 wieder geschlossen werden. [2] Direktor Buchwald wurde kurz darauf in Bad Schwartau ansässig und begann eine Produktion von Tonwaren auf eigene Kosten, die jedoch nicht sehr erfolgreich war.[3]

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert hatte man – nach Moislinger Vorbild – den Juden Niederlassungsrecht gewährt. 1799 wird der jüdische Friedhof erwähnt – die jüdische Schule wird 1840 von 18 Kindern besucht.

Historische Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mori[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plessing'sches Gutshaus

Mori ist ein ehemaliges lübsches Gut und wird 1333 erstmals erwähnt. Zunächst als Neuhof (nyger hof); im Jahre 1410 als to der murryen (morrien). Besitzer war Bertram Vorrad - später sein Vetter Tiedemann Vorrad. Als dieser 1385 ohne Erben starb, musste der Hof verkauft werden. Nach langem Erbschaftsstreit erwarb ihn 1410 Wilhelm von Calven. Bis 1528 gehörte Mori als Meierhof zum Gut Stockelsdorf, dann teilten sich van Calvens Enkel die Höfe. 1636 konnte die Familie den Hof nicht mehr halten, nachdem ein Schwager von dort aus Straßenräuberei betrieben hatte und dafür in Lübeck hingerichtet worden war.[4] Der Käufer des heruntergekommenen Hofes, der Lübecker Ratsherr Adrian Müller, ließ ein neues Herrenhaus im Stil der Renaissance mit Bergfried als Schutz der Dorfbewohner im Dreißigjährigen Krieg errichten. Dessen Sohn ließ eine Kapelle bauen, die bis 1821 bestand. Später gehörte das Gut u.a. Anton von Lüneburg. Nach mehreren weiteren Besitzerwechseln gelangte Mori in das Eigentum der Plessings. Der kgl. bayr. Konsul in Lübeck, Carl Theodor Plessing, ließ das alte Herrenhaus ab 1900 wieder bewohnbar machen und bewirtschaftete das Gut bis zum Kriege. Nach dem Krieg übergab er es seinem Sohn und zog in die Hansestadt. Das bereits im 19. Jahrhundert parzellierte Gut wurde 1934 aufgelöst und gelangte in den Besitz des Landes Schleswig-Holstein. Mori wurde ab den 1950er Jahren als Seniorenwohnheim genutzt (Morierhof). Das Grundstück mit dem Herrenhaus liegt heute (nach der Gebietsreform von 1970) wenige Meter außerhalb der Stockelsdorfer Gemeindegrenze und gehört zum Lübecker Stadtteil Groß Steinrade.

Fackenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fackenburg ist die Gegend zwischen Segeberger und Morier Straße. 1751 erhält der Verwalter von Mori, Philibert Fack, von dem Gutsbesitzer von Albedyll etwas Land sowie Brau- und Brennereirechte. Man verspricht sich gute Umsätze wegen der unmittelbaren Lage an der Lübecker Stadtgrenze, die durch den Fackenburger Landgraben markiert ist Das Anwesen wird schon bald (Genitiv und etwas französelnd) Facken(s) Bourg genannt. Es entwickelt sich zu einem betriebsamen Handelsplatz,an dem nicht nur Bier sondern auch Waren aller Art angeboten wurden. Von den Lübeckern wurde Fackenburg wegen der günstigen Preise gern genutzt, da hier die strengen Zunftbestimmungen, wie sie innerhalb der Stadtmauern herrschten, nicht galten. Die Fackenburger Allee im Anschluss an die Krempelsdorfer Allee erinnert noch heute an diese Zeiten.

Ravensbusch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ravensbusch ist eine Wohnhaussiedlung zum Gut Mori gehörig. Zunächst nur einzelne Katen, später auch Mehrfamilienhäuser. Ravensbusch wird schon früh Standort einer Schule (s. Schulweg). Das heutige Schulgebäude stammt aus dem Jahr 1907.

Mariental[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Siedlungskern geht vermutlich zurück auf Maria Catharina von Lübbers, Ehefrau des Georg Nicolaus von Lübbers, der 1761 das Gut Stockelsdorf erwarb. Lübbers gilt als Gründer und großer Förderer der Fayencen-Herstellung in Stockelsdorf. (s.oben)

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist Stockelsdorf eine Großgemeinde mit zehn Außendörfern und insgesamt über 16.000 Einwohnern. Die Gemeinde hat zwei evangelisch-lutherische Kirchen: eine im Zentralort Stockelsdorf und eine in Curau. Stockelsdorf ist durch Buslinien der Stadtverkehr Lübeck GmbH angebunden. In zwei Industriegebieten werden diverse Gewerbe betrieben. Auch eine der größten Diskotheken Schleswig-Holsteins (der „MegaParc“ Lübeck - ehemals namentlich bekannt unter Atrium Lübeck und Abaco) war dort angesiedelt. Der Ausbau der Bundesautobahn 20 vom Kreuz Lübeck in Richtung Bad Segeberg ist erfolgt, die Anschlussstelle Geschendorf westlich von Stockelsdorf wurde am 28. Juli 2009 dem Verkehr übergeben.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschulen:
    • Grundschule Ravensbusch, Segeberger Straße (eröffnet 1907)
    • Gerhart-Hauptmann-Grundschule, Breslauer Straße (eröffnet 1969)
    • Erich-Kästner-Grundschule, Dorfstraße (eröffnet 1991)
  • Grund- und Hauptschule:
    • siehe Gemeinschaftsschule (ex HS Stockelsdorf, Ahrensböker Straße)
  • Gemeinschaftsschule
    • Gemeinschaftsschule Stockelsdorf, Rensefelder Weg, Realschule mit Hauptschulteil ab 2008 (ex Realschule Stockelsdorf (eröffnet 1976))

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Curauer Kirche in Curau

Seit 1969 gibt es in Stockelsdorf zwei ev.-luth. Kirchengemeinden:

  • Stockelsdorf I
  • Stockelsdorf II (Stockelsdorf-Mori mit Mori, Eckhorst, Gr. Steinrade, Bohnrade und Bargerbrück)

Sie nutzen gemeinsam die Stockelsdorfer Kirche.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Allgemeine Turn- und Sportverein (ATSV) Stockelsdorf von 1894 e. V. bietet verschiedene Sportarten an, dazu gehören Fußball, Handball, Bogenschießen, Tennis, Gymnastik, Gerätturnen und Leistungsturnen.[5]

Telekommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein Bündel von drei goldenen, mit der Spitze nach oben gerichteten Pfeilen, überhöht von drei goldenen sechsstrahligen Sternen.“[6]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirchengemeinde pflegt Partnerschaften mit Tansania und Rumänien.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. A. Höppner: Lübeck - eine Hansestadt macht Geschichte, Weiland-Verlag
  3. Max Steen: Alt Schwartau - Geschichte und Geschichten , Verlag Gustav Weiland , Lübeck , 1980 (2.Aufl.)
  4. Chronik von Mori
  5. Website des ATSV Stockelsdorf von 1894 e. V.
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein