Lachenmeyer

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Lachenmeyer GmbH & Co. KG Schweißwerk für Glocken und Stahlbau[1] ist ein Unternehmen in Nördlingen. Die Firma führt seit 1924 Reparaturen an Glocken durch.[2] 2005 wurde der Firma ein Porträt in der Doku-Fernsehreihe Der Letzte seines Standes? gewidmet.[3] Es handelt sich um den einzigen deutschen Betrieb, der sich ausschließlich auf Glockenschweißen spezialisiert hat.[4] Er hat, von Firmenchef Thomas Lachenmeyer abgesehen, keine weiteren Mitarbeiter mehr.[5]

Arbeitsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Beseitigung eines Risses wird dieser zunächst aufgeweitet. Hinter dem aufgeweiteten Riss wird anschließend ein der Glockenform angepasstes Eisenblech angebracht, um ein Ablaufen des Schweißmaterials zu verhindern. Anschließend wird die Glocke, je nach ihrer Größe, mehrere Tage in einem Ofen auf Arbeitstemperatur aufgewärmt. Ist die Arbeitstemperatur erreicht, wird der Riss über eine Luke im Ofen durch Gasschmelzschweißen verschlossen. Der Schweißstab muss aus derselben Legierung wie die Glocke bestehen, um den Ton nicht zu verfälschen. Die Schrauben, welche das Eisenblech halten, werden beim Schweißen mithilfe einer sauerstoffreichen Flamme entfernt. Schließlich muss die Glocke noch langsamer, als sie erhitzt wurde, wieder abkühlen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1924 sprang eine der Glocken der Kirche in Auhausen. Der Pfarrer Tobias Wagner erkundigte sich beim 26-Jährigen Hans Lachenmeyer, ob er die Glocke schweißen könnte. Lachenmeyer betrieb eine Schmiede in Nördlingen in dritter Generation, führte Reparaturschweißungen an Graugussteilen[6] durch und hatte sich darin einen guten Ruf erworben. Ihm folgte sein gleichnamiger Sohn. Heute wird die Firma durch den Enkel des Firmengründers, Thomas Lachenmeyer, geführt.[4][7]

Glocken (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Registerportal 24. März 2018
  2. Ralf Schick: Der letzte seiner Art. Gerüchte um Glockenschweißerei. In: evangelisch.de. Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) gGmbH, 27. November 2019, abgerufen am 9. Oktober 2020.
  3. Der Glockenschweißer aus Nördlingen. ARD-alpha. In: Der Letzte seines Standes? programm.ARD.de, abgerufen am 10. September 2020.
  4. a b Glocken – Mit der Gasflamme ans Klangdenkmal. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 24. März 2018]).
  5. Ralf Schick: Glockenschweißerei in Nördlingen in schwieriger Lage | Sonntagsblatt - 360 Grad evangelisch. Abgerufen am 15. August 2020.
  6. Der Glockenschweißer aus Nördlingen. In: Der Letzte seines Standes? Dokulab, 16. März 2016, abgerufen am 25. März 2018 (Sendung des Bayrischen Rundfunks aus der Senderreihe auf YT).
  7. Klaus Wittmann: Nördlinger Schlosser retten Glocken: Abmagern beim Glockenschweißen. In: Die Tageszeitung: taz. 5. Januar 1998, ISSN 0931-9085, S. 20 (taz.de [abgerufen am 24. März 2018]).
  8. Verena Mörzl: Auf den Spuren der ältesten Glocke. In: Augsburger Allgemeine. (augsburger-allgemeine.de [abgerufen am 24. März 2018]).
  9. Jubiläum Auhausen. Abgerufen am 24. März 2018.
  10. Glockenschweissen.de – Homepage der Firma Lachenmeyer Nördlingen. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 27. März 2016; abgerufen am 24. März 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.glockenschweissen.de
  11. Erfurt: Rettungsaktion für die „Königin der Glocken“. In: FAZ.NET. 8. Juli 2004, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 24. März 2018]).
  12. Berliner Zeitung: Das Symbol aus der Zeit des Kalten Krieges wird zur Reparatur nach Bayern geschafft: Die Freiheitsglocke muss in den Ofen. Abgerufen am 7. Juli 2021.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]