Ladislao Vajda

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Ladislao Vajda (* 18. August 1906 in Budapest; † 25. März 1965 in Barcelona, Spanien; gebürtig László Vajda Weisz) war ein ungarischer Filmregisseur und Drehbuchautor.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1927 war Ladislao Vajda das erste Mal im Filmgeschäft tätig. Er verfasste das Drehbuch zum Film Die Czardasfürstin, der von Hanns Schwarz inszeniert wurde. Drei Jahre später schrieb er das Drehbuch zum französischen Film Tarakanova von Raymond Bernard. 1932 inszenierte er zusammen mit dem britischen Regisseur Victor Hanbury mit Where Is This Lady? seinen ersten Film. Im gleichen Jahr gab er auch sein Debüt als Filmeditor mit dem Streifen Es war einmal ein Walzer. Diese Tätigkeit wiederholte er nur noch jeweils einmal in den Jahren 1935 und 1936. In den 1930er-Jahren drehte er weitere Filme, vor allem in Ungarn, aber auch zwei in England und einen in Palästina.

Ab 1939 war Vajda in Italien und drehte dort drei Filme, bevor er sich 1942 in Spanien niederließ, seinen Namen latinisierte und bis Mitte der 1950er-Jahre 16 Filme drehte. Er drehte in der Zeit auch in Portugal, teils in portugiesisch-spanischen Koproduktionen (etwa O Diabo São Elas 1945),[2] teils in Produktionen des portugiesischen Films (etwa Três Espelhos 1947).[3]

Mit seinem international wohl bekanntesten Film Marcelino, pan y vino (1955) schuf er ein Werk, dem der Durchbruch in den Vereinigten Staaten gelang. Mit dem ebenfalls sehr bekannten Krimi Es geschah am hellichten Tag aus dem Jahre 1958 drehte Vajda seinen ersten deutschsprachigen Film (der in der Schweiz spielt), eine Koproduktion zwischen Spanien und der Schweiz. Vajda war als Autor am Drehbuch beteiligt, der Film war für den Goldenen Bären nominiert. Es folgten vier weitere deutsche Filme. Seine beiden letzten Werke aus den Jahren 1963 und 1965 wurden wieder in Spanien produziert.

1960 wurde er für den Film Ein Mann geht durch die Wand mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet. Für den 1956 gedrehten Film Mein Freund Enrico gewann er den Goldenen Bären. Ein Jahr zuvor hatte er den Silbernen Bären für Das Geheimnis des Marcellino erhalten, die deutsche Fassung von Marcelino, pan y vino.

Sein Vater war der Drehbuchautor, Theaterregisseur und Dramaturg Ladislaus Vajda.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Weniger: 'Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …'. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 514 ff., ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographische Daten von Ladislao Vajda in: A Companion to Spanish Cinema, von Bernard P. E. Bentley, 2008, Seite 94
  2. Jorge Leitão Ramos: Dicionário do Cinema Português. 1895-1961. Editorial Caminho, Lissabon 2012 (ISBN 978-972-21-2602-1). S. 127f
  3. Jorge Leitão Ramos: Dicionário do Cinema Português. 1895-1961. Editorial Caminho, Lissabon 2012 (ISBN 978-972-21-2602-1). S. 426f