Vorgehängte hinterlüftete Fassade

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Als vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF), auch hinterlüftete Fassade oder vorgehängte Fassade bezeichnet man im Bauwesen eine mehrschichtige Außenwandkonstruktion beziehungsweise Fassade.

Der Begriff vorgehängte Fassade (engl.: rainscreen cladding) ist nicht mit dem der Vorhangfassade (engl.: curtain wall) zu verwechseln.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Systemaufbau

Dabei ist die äußerste Schicht, die dem Schutz gegen Schlagregen dient, durch eine Luftschicht von den dahinterliegenden Schichten getrennt. Nach DIN 18516-1 setzt sich die Konstruktion aus der Fassadenbekleidung, der Hinterlüftungszone, der Dämmung und der Unterkonstruktion zusammen. Voraussetzung ist ein statisch tragender Verankerungsgrund.

Das System erlaubt die Wahl unterschiedlichster Fassadenbekleidungen. Gestalterisch, technisch und wirtschaftlich herausragende Projekte werden vom Fachverband vorgehängte hinterlüftete Fassaden seit 1999 mit dem Deutschen Fassadenpreis für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) ausgezeichnet.

Die äußerste Schicht (= Fassadenbekleidung) kann aus Holz, Naturstein, Kunststein, Keramik, Metallblech (z. B. verzinkte Bleche oder Kupferbleche) oder Kompositmaterialien (zum Beispiel Glasfaserbeton und Faserzement) bis hin zu opakem Glas bestehen.

Es werden sogar Systeme angeboten, mit denen sich flächige Fassadenbegrünungen realisieren lassen.

Technische Vorschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden sind geregelt in der DIN 18516-1 Außenwandbekleidungen, hinterlüftet, Teil 1: Anforderungen, Prüfgrundsätze. Vorhangfassaden und Pfosten-/Riegelkonstruktionen unterliegen den Anforderungen der Normenreihe der DIN EN 13830 und bedürfen seit 2005 einer CE-Kennzeichnung.

Vor- und Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine vorgehängte Fassade ist in der Regel erheblich teurer als andere Außenwandkonstruktionen wie zum Beispiel Wärmedämmverbundsysteme.[1]

Vorgehängte Fassaden können Brandrisiken implizieren: bei einem Fassadenbrand kann der Kamineffekt bewirken, dass in kurzer Zeit viel Hitze entsteht; die Fassade kann das Löschwasser abschirmen.[2][3]

Die Trennung von Wärmedämmung und Wetterschutz impliziert Vorteile bei der Ausführung und den Gestaltungsmöglichkeiten.[4]

Montage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. G. Hopfensperger u. a.: EnEV-Novelle 2009 und neue Heizkostenverordnung. Verlag Rudolf Haufe, 2009, ISBN 978-3-448-09241-7 S. 208.
  2. Calla Wahlquist: Cladding in London high-rise fire also blamed for 2014 Melbourne blaze. In: The Guardian. 14. Juni 2017, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 15. Juni 2017]).
  3. 'Firetrap' cladding on Grenfell Tower is BANNED in the US. In: The Sun. 15. Juni 2017 (thesun.co.uk [abgerufen am 16. Juni 2017]).
  4. G. Hopfensperger u. a.: Renovieren und modernisieren für Vermieter. Verlag Rudolf Haufe, 2008, ISBN 978-3-448-07588-5 S. 64.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vorgehängte hinterlüftete Fassaden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien