Landolf Scherzer

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Landolf Scherzer (1997)

Landolf Scherzer (* 14. April 1941 in Dresden) ist ein deutscher Schriftsteller und Publizist.

Leben[Bearbeiten]

Landolf Scherzer wurde 1941 in Dresden geboren. Von 1962 bis 1965 studierte er an der Fakultät für Journalistik in Leipzig. Wegen kritischer Reportagen, die er mit Klaus Schlesinger und Jean Villain für die Neue Berliner Illustrierte geschrieben hatte, wurde er exmatrikuliert. Bis 1975 war er Redakteur bei der Zeitung „Freies Wort“ in Suhl, seitdem ist er freier Schriftsteller in Thüringen.

Scherzer war Vorsitzender des Aktivs Literarische Publizistik im Schriftstellerverband der DDR und Vorsitzender des Schriftstellerverbandes im Bezirk Suhl. Von 1994 bis 1999 und von 2006 bis 2007 war er Landesvorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) im Landesbezirk Thüringen, dem er heute noch als Beisitzer angehört. Landolf Scherzer ist zudem Mitglied im Schriftstellerverband PEN-Zentrum Deutschland.

Werk[Bearbeiten]

Scherzers Werk befasst sich mit der DDR und ihrem politischen System. Die Publikation seiner Bücher wurde in der DDR zeitweise erschwert. Nach 1989 beschrieb er in Langzeitreportagen Schwierigkeiten und Chancen im Prozess der Vereinigung.

Bekannt ist sein Buch „Fänger und Gefangene“, in dem er das Leben und Arbeiten auf einem volkseigenen Fischtrawler beschreibt und dabei den Irrsinn der industriellen Fischproduktion und die Unzulänglichkeiten der Wirtschaft der DDR deutlich macht. Für Aufsehen sorgte auch sein Reportagebuch „Der Erste“. Es beschreibt das Handeln und die Illusion des 1. Sekretärs der SED-Kreisleitung Hans-Dieter Fritschler, den Scherzer im November 1986 vier Wochen lang begleitete, und seinen Kreis Bad Salzungen. Hier wurden erstmals Einblicke in die innere Struktur des Parteiapparats der SED gegeben. Scherzer entwirft hier u.a. das Bild eines engagierten Funktionärs, der den Anspruch verfolgt, technische Defizite der DDR-Betriebe durch Engagement der Werktätigen ausgleichen zu können.

Preise[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Südthüringer Panorama, 1973
  • Spreewaldfahrten, 1975
  • Nahaufnahmen. Aus Sibirien und dem sowjetischen Orient, 1975
  • Fänger und Gefangene. 2386 Stunden vor Labrador und anderswo, 1983
  • Bom día, weißer Bruder. Erlebnisse am Sambesi, 1984
  • Das Camp von Matundo, 1986
  • Der Erste, 1988
  • Auf Hoffnungssuche an der Wolga, 1991
  • Zeit läuft. Dokumentarliteratur vor und nach der Wende, 1990, Treptower Verlag Berlin, ISBN 978-3-7303-0603-1
  • Am Sarg der Sojus. Die Hoffnung stirbt als Letztes, 1993
  • Mitleid ist umsonst, Neid mußt du dir erarbeiten. Reportagen, 1997
  • Der Zweite, 2000
  • Der Letzte, 2000
  • Die Fremden. Unerwünschte Begegnungen und verbotene Protokolle, 2002
  • Schwarze Weisheiten, 2004, NORA Verlagsgemeinschaft Dyck & Westerheide OHG Berlin.
  • Der Grenz-Gänger, 2005
  • Steinstimmen, Juli 2006, burgart-presse, ISBN 978-3-910206-56-4
  • Die alkoholfreie Hochzeit und weitere Texte aus den Jahren 1972–1994: Verlegtes wiedergefunden, März 2009; NORA Verlagsgemeinschaft Dyck & Westerheide OHG Berlin, ISBN 978-3-86557-179-3
  • Das Sarggeld von Uljanowna: Zwei Reportagen, September 2009, Wartburg Verlag GmbH, ISBN 978-3-86160-328-3
  • Immer geradeaus: Zu Fuß durch Europas Osten. Aufbau Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-351-02715-5.
  • Letzte Helden: Reportagen, 2010: Aufbau Verlag, Berlin, ISBN 978-3-7466-2663-5
  • Verändert euch!: Das Manifest zur Energiewende, Landolf Scherzer und andere Autoren; April 2011, Aufbau-Verlag Berlin; ISBN 978-3-351-02742-1
  • Madame Zhou und der Fahrradfriseur: Auf den Spuren des chinesischen Wunders, März 2012, Aufbau-Verlag Berlin; ISBN 978-3-351-02746-9
  • Stürzt die Götter vom Olymp: Das andere Griechenland, 10. März 2014, Aufbau-Verlag Berlin; ISBN 978-3351035808

Weblinks[Bearbeiten]