Langblatt-Sternmiere

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Langblatt-Sternmiere
Stellaria longifolia (3816685972).jpg

Langblatt-Sternmiere (Stellaria longifolia)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Alsinoideae
Gattung: Sternmieren (Stellaria)
Art: Langblatt-Sternmiere
Wissenschaftlicher Name
Stellaria longifolia
Muhl. ex Willd.

Die Langblatt-Sternmiere (Stellaria longifolia), auch Langblättrige Sternmiere genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Sternmieren (Stellaria) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Sie ist auf der Nordhalbkugel verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Langblatt-Sternmiere ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 25 Zentimetern. Der zarte, zerbrechliche, häufig klimmende, vierkantige Stängel ist im oberen Bereich rau. Die gegenständigen Laubblätter sind bis zu 3 Zentimeter lang, linealisch-lanzettlich und am Rande rau.

Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Die Tragblätter sind trockenhäutig. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind in frischem Zustand undeutlich nervig. Die Kelchblätter sind etwa so lang wie die Kronblätter. Die fünf freien, 3 bis 5 Millimeter langen Kronblätter sind fast bis zu Grunde geteilt. Es sind drei Griffel vorhanden.

Die Kapselfrucht ist etwas länger als die Kelchblätter.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 26.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Langblatt-Sternmiere ist auf der Nordhalbkugel circumpolar verbreitet, an ihren mitteleuropäischen Standorten ist sie ein Relikt der Eiszeit. In Mitteleuropa ist sie sehr selten. Sie wächst in feuchten Kiefernwälder der östlichen Zentralalpen (nach Westen bis etwa ins Engadin) in Höhenlagen zwischen 100 und 1800 Metern, sie kommt aber örtlich auch im Alpenvorland, im Bayerischen Wald und östlich davon, in Schlesien und dann wieder in Polen vor.

Die Langblatt-Sternmiere gedeiht am besten auf sauren, nährstoffarmen, rohhumusreichen und etwas moorigen Waldböden, sie geht aber auch auf frische Felsbänder und auf überwachsene Baumstubben. Sie kommt meist in Gesellschaften der Ordnung Piceetalia vor, ist aber überregional eine Charakterart des Verbands Linnaeo-Piceion.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95. vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. 2. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  • Eckehart J. Jäger (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. Begründet von Werner Rothmaler. 20., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8274-1606-3.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 2: Eibengewächse bis Schmetterlingsblütengewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 374.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langblatt-Sternmiere (Stellaria longifolia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien