Laura von Wimmersperg

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Laura von Wimmersperg (2019)

Laura Freifrau von Wimmersperg (* 1934 in Berlin) ist eine deutsche Friedensaktivistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laura von Wimmersperg stammte aus dem Adelsgeschlecht derer von Wimmersperg. Als sie drei Jahre alt war, zogen ihre Eltern mit ihr nach Breslau. Beim Vorrücken der Roten Armee nach Westen Anfang 1945 flohen sie und kamen in das thüringische Greiz. Vom toten Vater, der an Tuberkulose gestorben war, hatte sie sich wahrscheinlich angesteckt. Über 16 Jahre kämpfte sie dann gegen ihre Tbc, die sich immer wieder einmal zurück meldete. Ihr Ziel war es, Lehrerin zu werden. In Greiz verwehrten ihr die Behörden die Oberschule zu besuchen, weil sie den Namensbestandteil „Freifrau“ trug. 1948 wieder in Berlin, begann sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Auch diese musste sie wegen eines Tbc-Rückfalls abbrechen. Sie kam in Kontakt mit der bündischen Jugend. Dann besuchte sie eine höhere Handelsschule und war danach als Sekretärin tätig. Später zog sie nach Lüneburg und trat dort ein Lehramtsstudium an, das sie 1967 abschloss. Mit 35 Jahren ging sie als Lehrerin an eine Hauptschule in West-Berlin. Später war sie Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Berlin und an der Freien Universität Berlin. Wegen einer Erkrankung der Stimmbänder musste sie den Lehrerberuf aufgeben. Ende der 1960er Jahre fand sie Kontakt zur der Studentenbewegung, stieß zu einem Marx-Kreis, wurde mit Theodor W. Adorno bekannt und befasste sich mit Psychoanalyse. Sie nahm an Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg teil.[1]

Sie setzte sich auch mit der Vergangenheit ihres Vaters auseinander. „Vater ist auf Geschäftsreise in Auschwitz“, hörte sie die Mutter sagen. Er war bei einer Baufirma tätig, das Parteiabzeichen am Revers. Sie war ein Vaterkind.[2]

Nach einer Reise in die Sowjetunion wurde sie Kommunistin.[1] 1980 gehörte sie dem „Teppich-Kreis“ in Westberlin an, in dem gegen den NATO-Doppelbeschluss gestritten wurde. Sie gründete die „Friedensinitiative Wilmersdorf“. 1984 startete sie die Kampagne „Unsere Stadt gegen Atomwaffen“. Sie gehörte zu den Initiatoren der Berliner Friedenskoordination. Während der gesamten Dauer der Jugoslawienkriege hielt sie mit anderen eine Mahnwache an der Gedächtniskirche. Sie reiste auch in verschiedene Länder, um die Friedenskoordination international zu vernetzen. Auch zu den Mitinitiatorinnen für den Friedensfilmpreis gehörte sie. Sie moderierte die „Achse des Friedens“ beim Bush-Besuch 2002 sowie die große bundesweite Demo gegen den Irak-Krieg 2003. Wimmersperg ist bei den jährlichen Ostermärschen zu finden und unterstützt Aktionen gegen Kampfdrohnen und Bundeswehreinsätze in Afghanistan.

Im Jahre 2014 erhielt sie den "Menschenrechtspreis" des Vereins Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde.[1]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Friedensbewegung der 1980er Jahre am Beispiel der Friedensbewegung in Westberlin in: Lothar Schröter (Hrsg.): Vom Kampf für den Frieden. Geschichte und Gegenwart der Friedensbewegung in Deutschland, WeltTrends, Potsdam, ISBN 978-3-941880-94-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Laudatio von Jutta Kausch bei der Verleihung des Menschenrechtspreises der GBM 2014 (PDF)
  2. Kai Müller: Eine Frau kämpft für den Frieden in „Der Tagesspiegel“, 26. März 2016