Law of the Instrument

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Das Law of the instrument (engl. für „Gesetz des Instruments“; auch: „Maslows Hammer“) bezeichnet die Beobachtung, dass Menschen, die mit einem Werkzeug (oder einer Vorgehensweise) gut vertraut sind, dazu neigen, dieses Werkzeug auch dann zu benutzen, wenn ein anderes Werkzeug besser geeignet wäre. Dieser übermäßigen Benutzung eines Werkzeugs, für das der Benutzer eine – sachlich eventuell nicht gerechtfertigte – Vorliebe gefasst hat, liegt oft der Denkfehler zugrunde, dass eine Vorgehensweise, die in der Vergangenheit zum Erfolg geführt hat, künftig auch in allen anderen Fällen zum Erfolg führen werde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schlagwort wird oft auf den Psychologen Abraham Maslow zurückgeführt, der 1966 schrieb: „Wenn das einzige Werkzeug, das Sie haben, ein Hammer ist, ist es, glaube ich, verlockend, alles zu behandeln, als ob es ein Nagel wäre.“[1] Schon 1964 hatte jedoch der amerikanische Philosoph Abraham Kaplan geschrieben: „Geben Sie einem Jungen einen Hammer, und alles, was ihm unterkommt, muss beklopft werden.“[2]

Zu Bereichen, in denen das Wirken des Law of the instrument wiederholt beschrieben worden ist, zählen der Finanzmarkt („Baruch‘s Observation“) und die Medizin, letztere zum Beispiel in den 1960er Jahren, als in den USA zur Behandlung von Psychosen nur zwei Medikamente zur Verfügung standen – Trifluoperazin und Chlorpromazin –, die oft auch dann eingesetzt wurden, wenn die Diagnose Schizophrenie zweifelhaft war; thematisiert wird dieser Missbrauch u. a. in dem Spielfilm Einer flog über das Kuckucksnest. Die universelle Anwendung von Quecksilberpräparaten bzw. Aderlässen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit kann ähnlich verstanden werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abraham H. Maslow: The Psychology of Science: A Reconnaissance, S. 15
  2. Abraham Kaplan: The Conduct of Inquiry, Scranton, 1964