Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften

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Koordinaten: 51° 29′ 26,3″ N, 7° 27′ 45″ O

Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e. V.
Kategorie: Forschungseinrichtung
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Mitgliedschaft: Leibniz-Gemeinschaft
Standort der Einrichtung: Dortmund und Berlin-Adlershof
Art der Forschung: anwendungsorientierte Grundlagenforschung
Fächer: Naturwissenschaften
Fachgebiete: Biomedizin, Biochemie und Physik
Grundfinanzierung: Bund (50 %), Länder (50 %)
Leitung: Albert Sickmann, Norbert Esser, Jürgen Bethke
Mitarbeiter: ca. 200
Anmerkung: Gemeinsame Berufungen mit der Ruhr-Universität Bochum, TU-Berlin und Universität Duisburg-Essen
Homepage: www.isas.de

Das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften (ISAS) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit Sitz in Dortmund und in einer Betriebsstätte in Berlin-Adlershof. Seine Forschungsaktivitäten sind der anwendungsorientierten Grundlagenforschung im Fach der Naturwissenschaften auf den Gebieten der Biochemie, Chemie, Medizin und Physik zuzuordnen. Das Institut ist Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (Leibniz-Gemeinschaft).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1952 wurde die „Gesellschaft zur Förderung der Spektrochemie und angewandten Spektroskopie e. V.“ und als Trägerin des „Institut für Spektrochemie und Angewandte Spektroskopie“ (ISAS) in Dortmund gegründet. Nach der Satzung war der ursprüngliche Zweck des Instituts „moderne analytische Chemie mit physikalischen, vorwiegend spektroskopischen Methoden“ zu betreiben. Das ISAS wurde seit seiner Gründung bis 1975 von Heinrich Kaiser geleitet.

Im Jahre 1980 wurde das ISAS in die so genannte Blaue Liste und damit in die gemeinsame Bund-Länder-Finanzierung aufgenommen.

Aufgrund einer Empfehlung des Wissenschaftsrats wurde 1992 das „Laboratorium für Spektroskopische Methoden der Umweltanalytik“ (LSMU) als Außenstelle Berlin an das ISAS angegliedert. Diese war aus dem „Labor für spektroskopische Methoden“ hervorgegangen, das im „Zentralinstitut für Optik und Spektroskopie“ (ZOS) der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin-Adlershof angesiedelt war.

Das ISAS wurde zuletzt im Jahre 2010 von der Leibniz-Gemeinschaft evaluiert. In seiner Stellungnahme stellt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft fest, dass sich das ISAS durch die konsequente Umsetzung des Neustrukturierungskonzeptes zu einer äußerst erfolgreichen, international sichtbaren Einrichtung der analytischen Forschung entwickelt hat, die in Europa einzigartig ist. Er empfahl daher Bund und Ländern, das ISAS wegen seiner erfolgreichen Forschung auch weiterhin zu fördern.[1]

Im April 2004 benannte sich das Institut in „ISAS-Institute for Analytical Sciences“ um, was dem erweiterten Methodenspektrum Rechnung trägt. Seit 2009 führt es den deutschen Institutsnamen Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e. V.

In verschiedenen Quellen wird das Institut manchmal noch mit seinem alten Namen „Institut für Spektrochemie und Angewandte Spektroskopie“ bezeichnet.[2]

Der heutige Vorstandsvorsitzende des ISAS ist der Bochumer Hochschullehrer und Biochemiker Albert Sickmann, der seit 2008 am ISAS tätig ist.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weiterentwicklung analytischer Technologien, von chemischen und physikalischen Messverfahren, ist Voraussetzung und Treiber für den wissenschaftlichen Fortschritt. Innovative Messtechnik und optimierte Methoden, geeignete Modellsysteme zur Untersuchung sowie Modellierungs- und Simulationsverfahren erlauben dem ISAS, neue Erkenntnisse über den Aufbau, die Struktur und die Dynamik von biologischen Systemen und Materialien zu erhalten. Darüber hinaus ist die Validierung neuer Technologien essentiell, um Prozesse, Molekülstrukturen und Komponenten in realen Proben zu messen und dabei die Technologien zur Anwendungsreife zu bringen.

Vor diesem Hintergrund kombiniert das ISAS moderne Methoden zu komplexen analytischen Strategien, um jeweils maßgefertigte analytische Verfahren zur Lösung der wissenschaftlichen Herausforderungen bereitzustellen.

Das ISAS ist in folgende Programmbereiche gegliedert:

  • Krankheitsmechanismen und Targets
  • Biomarker
  • Biogrenzflächen
  • Imaging

Das ISAS zeichnet sich durch ein hohes Maß an Interdisziplinarität und ein auf Translation ausgerichtetes Arbeitsprogramm aus. Die wissenschaftliche Arbeit des ISAS ist gegenwärtig in den drei Abteilungen Grenzflächenanalytik, Bioanalytik und Biomedizinische Forschung mit insgesamt elf Forschungsgruppen strukturiert.

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Kooperationspartner des ISAS sind die Technische Universität Dortmund, die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Berlin sowie die Universität Duisburg-Essen. Damit gewinnt das ISAS sein wissenschaftliches Leitungspersonal mit allen drei Universitäten des Ruhrgebietes und der Technischen Universität Berlin.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Finanzierungsmodell der so genannten Blaue-Liste-Einrichtungen wird das Institut in Form einer Fehlbedarfsfinanzierung hälftig aus Mitteln des Bundes und der Länder finanziert. Der Bundesanteil wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung getragen, der Länderanteil zu drei Vierteln von den Sitzländern Nordrhein-Westfalen und Berlin. Das restliche Viertel des Länderanteils wird nach dem Königsteiner Schlüssel auf alle Länder aufgeteilt. Insgesamt hat das ISAS im Haushaltsjahr 2017 einschließlich Drittmittel einen Etat von rund 18 Millionen Euro.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Senatsstellungnahme der Leibniz-Gemeinschaft zum ISAS
  2. Bundeshaushaltsplan 2007, Einzelplan 30 (PDF, Seite 83; 422 kB)