Leslie-Lohman Museum of Gay and Lesbian Art

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Das Leslie-Lohman Museum of Gay and Lesbian Art[Anm. 1] ist ein Kunstmuseum in SoHo, Manhattan, New York City. Es gilt als das erste Museum weltweit, das sich auf Kunst, Künstler der LGBTQ-Szene spezialisiert hat.[1] Das Museum wird von der Leslie-Lohman Gay Art Foundation betrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Paar J. Frederic („Fritz“) Lohman (* 1922; † 2009)[2] und Charles W. Leslie[3] (* 1933)[4] hatte seit den 1950er Jahren entsprechende Kunst gesammelt und 1969 erstmals eine Ausstellung dazu in ihrer eigenen Wohnung organisiert. Kurz darauf eröffneten sie eine kommerzielle Galerie, die sie bis zum Zusammenbruch der schwulen Szene aufgrund der Aids-Epidemie Anfang der 1980er Jahre betrieben.[5] Sie gründeten 1987 die Leslie-Lohman Gay Art Foundation, eine Stiftung, in die sie ihre umfangreiche Kunstsammlung zu LGBTQ-Themen und Künstlern einbrachten, um diese dauerhaft erhalten und zeigen zu können.[6] Von 1987 bis 1990 weigerte sich die Finanzverwaltung zunächst, diese Stiftung als gemeinnützig anzuerkennen, weil sie in ihrem Namen das Wort „gay“ („schwul“) führte.[7]

2006 konnte das Museum, nachdem es zunächst an anderer Stelle ausgestellt hatte, einen Teil des Erdgeschosses der Wooster Street 26 im Süden Manhattans beziehen.

2011 wurde das Museum durch den Staat New York als Museum anerkannt.[8]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Museum wird Kunst von Künstlern aus der und zu Themen der LGBTQ-Szene gesammelt und ausgestellt[9], sowohl aus der eigenen Sammlung als auch Leihgaben. Das Museum wird von einem Vorstand geführt und mit haupt- und ehrenamtlich tätigem Personal betrieben. Ehrenamtliche Mitarbeiter tragen überwiegend die Bildungsangebote, Vorträge, Filme und Veranstaltungen des Museums.[10] Außerdem organisiert das Museum ein „Fellowship Program“ für Volontäre.[11]

Das Museum bietet eine Mitgliedschaft in verschiedenen Formen an.[12][Anm. 2] Es ist Mitglied der American Alliance of Museums.

Hauptfinanzierungsquellen des Museums sind Stiftungserträge (74,9 %), Spenden von privater Seite und von anderen Stiftungen (17,7 %), sowie Mitgliedsbeiträge (2,2 %).[Anm. 3] Das Budget des Museums hatte 2013 einen Umfang von US$ 1.094.414.[13]

Sammlung und Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlung umfasst 24.000 Werke[Anm. 4], davon gehören 1300 dem Museum.[Anm. 5] Die übrigen sind Dauerleihgaben. Es handelt sich um Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Drucke und Skulpturen, überwiegend aus dem 20. Jahrhundert. Die ältesten Stücke der Sammlung stammen aus dem 17. Jahrhundert.[14] In der Sammlung sind mit Werken unter anderem vertreten: Berenice Abbott, David Hockney, Ingo Swann, Catherine Opie, Andy Warhol, Tom of Finland, Delmas Howe, Jean Cocteau, David Wojnarowicz, Robert Mapplethorpe, George Platt Lynes, Horst, Duncan Grant, James Bidgood, Duane Michals, Charles Demuth, Don Bachardy, Attila Richard Lukacs, Jim French, Del LaGrace Volcano, Paul Thek, Peter Hujar, Arthur Tress und viele andere.[15] Aufgrund der begrenzten eigenen Ausstellungsfläche kann immer nur ein Teil der Werke gezeigt werden. Das geschieht in ca. vier bis sechs Wechselausstellungen pro Jahr und weiteren kleinen Ausstellungen in den Schaufenstern zur Straße hin. Außerdem werden Gastausstellungen außerhalb des eigenen Hauses durchgeführt. Inhaltlich gestaltet werden die Ausstellungen durch Gast-Kuratoren. Um die Qualität der Ausstellungen zu sichern, hat sich das Museum dafür eine Richtlinie gegeben[16] und die Konzepte der Gast-Kuratoren werden zunächst seitens eines Ausschusses der Stiftung geprüft. 2013 wurde mit der Ausstellung Sascha Schneider erstmals eine im Leslie-Lohman Museum of Gay and Lesbian Art kuratierte Ausstellung international weiter verliehen. Sie wurde im Schwulen Museum Berlin gezeigt. Im Sommer 2014 war die Ausstellung Classical Nude: The Making of Queer History vorab im ONE National Gay & Lesbian Archiv in West Hollywood zu sehen.[17]

Begleitangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum unterhält eine Bibliothek mit mehr als 1600 Bänden und ein Archiv mit mehr als 1900 Akten zu einzelnen Künstlern.[18] Weiter bietet das Museum Mal- und Zeichenkurse, Vorträge, Filme und Autorenlesungen an.[19] Es gibt die Zeitschrift The Archive heraus[20], in der die Ausstellungen besprochen werden, Aufsätze zu den ausgestellten Künstlern erscheinen, Neuerwerbungen vorgestellt und Veranstaltungen angekündigt werden. Weiter wird jährlich ein Bericht zur Arbeit des Museums vorgelegt („Annual Report“).

Ausbaupläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Im Sommer 2015 wurden Pläne bekannt, das Museum auf einen benachbarten, zur damaligen Zeit als Verkaufsraum genutzten Bereich im Erdgeschoss des Gebäudes zu erweitern. Das würde die Ausstellungsfläche in etwa verdoppeln.[21]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So: NN: [Impressum]. In: The Archive 54 (Summer 2015), S. 2; aber auch: Leslie + Lohman Museum of Gay and Lesbian Art, so: 2014 Annual Report, S. 1. In der englischsprachigen Wikipedia wird auf jedes Verbindungszeichen verzichtet: „Leslie Lohman Museum of Gay and Lesbian Art“.
  2. Die Mitgliedschaft in einer Stiftung ist – im Gegensatz zum deutschen Recht – nach dem im Staat New York geltenden Common Law möglich.
  3. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2013.
  4. Nach: NN: [Impressum]. In: The Archive 54 (Summer 2015), S. 2, waren es 22.000.
  5. Nach: NN: Leslie-Lohmann Collections. In: The Archive 53 (Spring 2015), S. 19, waren es 1452.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cotter: Gay Pride.
  2. Leslie+Lohman Museum of Gay and Lesbian Art (Hrsg.): 2014 Annual Report, S. 11.
  3. Kevin Clarke: The Art of Looking. The Life and Treasures of Collector Charles Leslie. Berlin 2015. ISBN 978-3-86787-763-3
  4. Weinstein: He Knows.
  5. De Stefano: Artistic Outlaws.
  6. Robinson: Future Events; NN: [Impressum]. In: The Archive 54 (Summer 2015), S. 2.
  7. De Stefano: Artistic Outlaws.
  8. Leslie+Lohman Museum of Gay and Lesbian Art (Hrsg.): 2014 Annual Report, S. 2.
  9. Ellis: Arts and Education.
  10. Sanchez: Leslie-Lohman Gallery.
  11. Leslie+Lohman Museum of Gay and Lesbian Art (Hrsg.): 2014 Annual Report, S. 7.
  12. Get involved - Membership.
  13. Leslie+Lohman Museum of Gay and Lesbian Art (Hrsg.): 2014 Annual Report, S. 11.
  14. Leslie+Lohman Museum of Gay and Lesbian Art (Hrsg.): 2014 Annual Report, S. 2.
  15. Aletti: Boys and Girls; Sanchez: Leslie-Lohman Gallery; Leslie+Lohman Museum of Gay and Lesbian Art (Hrsg.): 2014 Annual Report, S. 2.
  16. Guidelines for proposing an exhibition tot he Leslie-Loman Museum of Gay and Lesbian Art.
  17. NN: Classical Nude: The Making of Queer History. In: Homepage von ONE National Gay & Lesbian Archives.
  18. Leslie+Lohman Museum of Gay and Lesbian Art (Hrsg.): 2014 Annual Report, S. 5.
  19. Sanchez: Leslie-Lohman Gallery.
  20. NN: [Impressum]. In: The Archive 54 (Summer 2015), S. 2.
  21. Jonathan David Katz, Hunter O’Hanian: Expanding a Vision: A Chat About the Museum’s Planned Expansion. In: The Archive: Journal of the Leslie-Lohman Museum of Gay and Lesbian Art. Nr. 54. New York 2015, S. 10 f. (amerikanisches Englisch, Volltext [PDF; 344 kB; abgerufen am 13. September 2017]).


Koordinaten: 40° 43′ 18″ N, 74° 0′ 11″ W