Lewis Baltz

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Lewis Baltz (1998)

Lewis Baltz (* 12. September 1945 in Newport Beach, Kalifornien; † 22. November 2014 in Paris[1]) war ein US-amerikanischer Fotograf.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Lewis Baltz gilt als einer der wichtigen amerikanischen Fotografen, die sich in den 1970er Jahren bis dahin ungewöhnlichen Sujets zuwandten und damit eine neue fotografische Ästhetik schufen (New Topographic Movement/neue topografische Bewegung). Baltz lebte in Paris und Venedig.

Baltz studierte am San Francisco Art Institute (Abschluss 1969) und der Claremont Graduate School (Master of fine Arts, 1979). Von 1970 bis 1972 war er Dozent für Fotografie am PamonaCollege (Kalifornien) und am California Institute of Arts, Valencia. Bis 2003 hatte er Lehraufträge an unterschiedlichen amerikanischen wie europäischen Hochschulen, darunter der European Graduate School,[2] seit 2004 unterrichtete er auch am Istituto Universitario di Architettura di Venezia.

Baltz’ Fotografie gilt weit über die USA hinaus als stilbildend. Er wurde mit Fotografien bekannt, die das eher Gewöhnliche am Stadtrand, Einfamilienhaus-Siedlungen, Industriegebiete oder vom Menschen deformierte Brachlandschaften dokumentieren. Dieses Vorgehen kann als eine Ästhetisierung des Alltäglichen beschrieben werden.

Lewis Baltz wird in den USA aufgrund seiner innovativen Landschaftsaufnahmen als topografischer Fotograf eingeordnet. Beispiele finden sich unter anderem in seinen Fotobänden New Industrial Parks, San Quentin Point, Candle stick Point, Deaths in Newport.

Einige seiner fotografischen Serien zeichnen sich darüber hinaus durch eine ausgeprägt minimalistische Gestaltungsweise aus. Bei den Fotografien zum Beispiel eines Einfamilienhauses führt die Dokumentation nur weniger architektonischer Elemente z. B. zu einem fast abstrakten fotografischen Kunstwerk.

Gegen Ende der 1980er Jahre ließ sich Lewis Baltz in Europa nieder. Hier begann Baltz seine Fotografien zum Teil als Großformate zu präsentieren und wandte sich verstärkt Schauplätzen zu, die durch neue Technologien geprägt sind und deren klinische menschenleere Atmosphäre er darstellte (Sites of Technology).

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Bücher(Auswahl)[Bearbeiten]

  • New Topographics: Photographs of a Man-Altered Landscape. Hrsg. von William Jenkins. International Museum of Photography, Rochester 1975
  • New Industrial Parks Near Irvine, California. Castelli Graphics, New York 1975
  • Maryland. Corcoran Gallery of Art, Washington D.C. 1976
  • Nevada. Castelli Graphics, New York 1978
  • Park City. Castelli Graphics und Artspace, New York 1981
  • San Quentin Point. Zwölftes Haus, Berlin und Editions la Differèrence, Paris 1986
  • Lewis Baltz. Five Projects 1983-1988. Stedelijk Museum, Amsterdam 1992
  • Ronde de Nuit. Centre George Pompidou, Paris 1992
  • Regel ohne Ausnahme. Fotomuseum Winterthur, Zürich/Berlin/New York 1993
  • Die Toten von Newport Beach. Museum für Fotografie Braunschweig, 1995
  • 55 Series. Scalo Verlag, Zürich 1996
  • The Politics of Bacteria, Docile Bodies, Ronde de Nuit. Museum of Contemporary Art, Los Angeles 1998
  • The Tract Houses, The Prototype Works, The New Industrial Parks Near Irvine, California. RAM Publications, 2005

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Anne Katrin Feßler: Fotograf Lewis Baltz gestorben. In: Der Standard, 24. November 2014.
  2. Lewis Baltz Biography auf der Website der The European Graduate School. Abgerufen am 26. November 2014 (englisch).