Liddes

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Liddes
Wappen von Liddes
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Entremont
BFS-Nr.: 6033i1f3f4
Postleitzahl: 1945
Koordinaten: 580391 / 93447Koordinaten: 45° 59′ 32″ N, 7° 11′ 8″ O; CH1903: 580391 / 93447
Höhe: 1346 m ü. M.
Fläche: 60,2 km²
Einwohner: 767 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 13 Einw. pro km²
Website: www.liddes.ch
Liddes

Liddes

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Val d'Entremont bei Liddes

Liddes ist eine politische Gemeinde und eine Burgergemeinde des Bezirks Entremont im französischsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Hauptstrasse 21 zum Grossen Sankt Bernhard als zweitletztes Dorf vor der Passhöhe. Sie grenzt im Norden an Orsières, im Osten an Bagnes und im Süden an Bourg-Saint-Pierre und besteht neben Liddes-Ville aus den Weilern Chandonne, Dranse, Rive-Haute, Fontaine-Dessous, Fontaine-Dessus, Les Moulins, Vichères, Fornex, Chez-Petit und Palasuit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die archäologischen Forschungen[2] von 2014 bei der Mur d’Annibal auf rund 2640 m ü. M. oberhalb Liddes (Maueranfang: 584064 / 92652; Mauerende: 584168 / 92602)[3] datierten die dortigen Fundstücke auf die Zeit von 50–15 v. Chr. Dies dürfte die höchste Stelle mit Besiedelungsspuren aus dieser Epoche in Europa sein.

Liddes wurde 1177 erstmals als Leides erwähnt. Es war bis 1475 im Besitze des Bischofs von Sitten und ging dann an das Haus Savoyen über. Die Lehensrechte der Familie Allinges waren bereits 1376 an Amadeus VI. von Savoyen übergegangen. Die Gemeinde ging 1228 aus einer Abspaltung von Orsières hervor und erlangte 1308 ihre Freiheiten. Während der Helvetik gehörte sie zur kurzlebigen Rhodanischen Republik, die zur Sicherung der Pässe Simplon und Grosser St. Bernhard geplant wurde, dann zur Republik Wallis und von 1810 bis 1814 zum französischen Département Simplon. Der Durchmarsch der französischen Reservearmee 1800 zwang viele der dadurch verarmten Bewohner zur Auswanderung.

Die Kirche Sankt Georg war Mensalgut des Bischofs von Sitten, der sie im 12. Jahrhundert der Ordensgemeinschaft des Grossen St. Bernhards vergab. Ab dem 15. Jahrhundert besass jeder Weiler eine eigene Kapelle.

Die mehrheitlich in der Land- und Holzwirtschaft arbeitenden Bewohner schlossen sich zu Alp- und Nutzungsgenossenschaften zusammen. Einige arbeiteten als Taglöhner in den Weinbergen von Martigny, Aigle und Bex. Ab 1899 erhielt die Gemeinde Konzessionsgebühren (Wasserzins) entsprechend dem auf ihrem Territorium genutzten Wasserkraftpotenzial der Seitengewässer der Rhone. Der Ortsteil Vichères-Bavon entwickelte sich seit 1974 zum Winterkurort und Skigebiet[4].

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1802 1850 1900 1950 2000 2010 2012 2014 2016
Einwohner 1243 1347 1076 720 659 750 729 752 755

Die Bevölkerungsentwicklung war seit dem 19. Jahrhundert ständig zurückgegangen und erholt sich seit 2004 wieder: 1802 1'243 Einwohner; 1850 1'347; 1900 1'076; 1950 720; 2000 659; 2010 750; 2012 729.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Liddes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Recherches Archéologiques du mur (dit) d'Hannibal
  3. Urs Schwegler: Vorläufiger Bericht über die «etruskische Schrift» und die «Mur d'Annibal» von Liddes, 2007, Seite 3
  4. Le Nouvelliste vom 2. Februar 2014: L'Entremont fête 40 ans de ski sur les hauts de Liddes