Lindner (Landmaschinenhersteller)

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Traktorenwerk Lindner GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1946
Sitz Kundl, Tirol, Österreich
Mitarbeiter 220 (2011)[1]
Website lindner-traktoren.at

Lindner Lintrac, zur Terrorismusabwehr vor dem Eingangsbereich einer Veranstaltung in Frankenfels, Niederösterreich
Lindner-Logo mit de Initialen des Gründers: H und L

Die Lindner Traktorenwerk GesmbH ist ein österreichisches Familienunternehmen mit Sitz in Kundl und produziert seit 1948 Traktoren und Transporter für die Berg- und Grünlandwirtschaft sowie für den Forst- und Kommunaleinsatz. Lindner spezialisierte sich auf geländegängige Spezialfahrzeuge für die Landwirtschaft. So war das Unternehmen der erste Hersteller eines allradgetriebenen Traktors in Österreich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Transporter T 3500 S

Hermann Lindner wurde am 5. November 1905 in Neustift im Stubaital geboren. Im Jahr 1946 gründete er das Unternehmen zur Erzeugung von Gattersägen. Bereits im Jahr 1948 wurde der erste Traktor vom Typ S 14 gebaut, der im selben Jahr auf der Wiener Herbstmesse der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Das 14-PS-Modell stieß auf eine große Nachfrage. Lindner konstruierte weitere Traktormodelle mit Motoren unterschiedlicher Leistung sowie besonderer Ausstattung und legte 1953 mit der Entwicklung des ersten österreichischen Traktors mit Vierradantrieb den Grundstein für den Erfolg des Unternehmens. 1954 verließen täglich zwei solche Allradantrieb-Traktoren mit einem Steigungsvermögen von 65 % den 135-Mann-Betrieb in Kundl. 1956 wurde eine neue Produktionshalle errichtet. Am 19. Oktober 1957 starb Hermann Lindner im Krankenhaus in Wörgl an den Folgen eines schweren Autounfalls.

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Modelle BF (Bauernfreund) 250, 320, 350 und 450 wurden im Jahr 1967 (teilweise auch mit Allrad erhältlich) eingeführt. Der erste Transporter (Muli) T 3500 folgte im Jahr darauf. 1969 wurde ein spezieller Gebirgstraktor mit kleinen Zwillingsreifen entwickelt.

Ab dem Jahr 1985 wurden auch größere Traktortypen mit Motorleistungen von 47 bis 70 PS gebaut, ab 1991 auch für eine Geschwindigkeit von 40 km/h.

1996 war die Markteinführung der Modelle Geotrac 50, 60, 70 und 80. 1999 erfolgte die Einführung des Geotracs 100 mit 98 PS, von dem bis 2005 rund 10.000 Stück produziert wurden. 2001 erfolgte ein Relaunch der Modelle Geotrac 60, 70 und 80 durch die neuen Modelle Geotrac 65, 75 und 85. 2002 erschienen die Modelle Geotrac 83 und 93 mit neuem ZF-Lastschaltgetriebe. 2003 folgte die Vorstellung des Geotrac 73 A auf der Rieder Messe. Dieser ist mit drehmomentstarkem Motor und tiefem Schwerpunkt für extreme („alpine“) Verhältnisse ausgelegt.

Der 10.000ste Geotrac und der 1.000ste Unitrac verließen 2005 das Werk. 2007 wurde die Geotrac-Serie 4 (106 bis 126 PS) vorgestellt. 2009 präsentierte das Unternehmen das erste Modell der Geotrac-Serie 4 Alpin, den Geotrac 94. Die Serie 4 Alpin wurde 2010 mit den Modellen Geotrac 64, 74 und 84 erweitert.

Im Jahr 2012 präsentierte Lindner das bis dahin mit 144 PS stärkste Modell, den Geotrac 134ep. Im folgenden Jahr wurde mit dem Lintrac 90 der erste Traktor mit einem stufenlosen Getriebe von Lindner auf den Markt gebracht.

Lindner heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lindner Traktorenwerk ist zu 100 % im Familienbesitz. Lindner hat in Österreich einen Marktanteil von 14 %.[2] Exportiert werden ca. 50 % der Produktion nach Deutschland, in die Schweiz, nach Italien, Frankreich, Slowenien, Holland und Norwegen. Seit 1948 wurden über 65.000 Traktoren erzeugt. Im Jahr 2011 wurden 1.550 Fahrzeuge hergestellt. 2012 arbeiteten 220 Mitarbeiter im Werk Kundl. [1]

Am 25. Oktober 2017 stellten bei einer Präsentation vor Pressevertretern die Geschäftsführer Hermann und Stefan Lindner den Traktor Lintrac 110 als größer, moderner und treibstoffeffizienter – mit rund 6 statt 7,2 Liter/Stunde Verbrauch – als das Vorgängermodell vor. Die Entwicklung erfolgte in Kooperation mit ZF Friedrichshafen (ZFF), vertreten durch Mark Mohr, der „Head of Project House Automated Operations“ von ZFF. Eine mitlenkende Hinterachse dient der Wendigkeit. Ein Prototyp zeigt autonomes Fahren, für das die rechtlichen Rahmenbedingungen noch fehlen. Er kann einem anderen Fahrzeug folgen oder eine eingelernte Fahrtstrecke oder Arbeit wiederholen.[3]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

neues Lindner-Logo am Unitrac 102
  • Traktoren
    • 1000er Modelle: 1048, 1055, 1065, 1450, 1500, 1600, 1650, 1700, 1750
    • Geotrac Serie 3: 63 Alpin, 73, 73 Alpin, 83 Turbo, 93, 103
    • Geotrac Serie 4: 64, 64ep, 74, 74ep, 84ep, 84ep pro, 94ep, 104ep, 114ep, 134ep
    • Lintrac: Lintrac 90, Lintrac 110
  • Transportermodelle
    • Unitrac: 68, 78, 82, 92, 102, 82ep, 92ep,102ep(edition power),112 LDrive

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lindner tractors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikibooks: Traktorenlexikon: Lindner – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lindner-News März 2012 auf lindner-traktoren.at (PDF; 3,7 MB)
  2. Neuzulassungen Standardtraktoren Jänner bis Oktober 2012
  3. Weltneuheit: Selbstfahrender Traktor orf.at, 25. Oktober 2017, abgerufen 29. Oktober 2017.