Linguistische Nachricht

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Die linguistische Nachricht (nach Roland Barthes: le message linguistique[1]) sind in der Semiotik schriftliche Aussagen, die in einer Beziehung zu ikonischen Nachrichten stehen. Beispiele für linguistische Nachrichten sind Bildunterschriften, Slogans auf Plakaten, Sprechblasen im Comic, Zeitungsartikel oder schriftliche Informationen wie Dialoge zu Filmbildern. Sie gelten als vollwertige Glieder einer Informationsstruktur. In diesem Zusammenhang von Photo, Graphik, Zeichnung, Comic, Film vor dem Hintergrund ihrer Beziehung zur beigefügten linguistischen Nachricht (Bildunterschrift, Filmdialog, Sprechblase etc.) antworten linguistische Nachrichten immer auf die Frage: "Was ist das, was ich sehe?" Die linguistische Nachricht ist damit die denotierte Beschreibung des Bildes und begrenzt das projektive Vermögen des Bildes: "Auf der Ebene der symbolischen Botschaft leitet die linguistische Nachricht nicht mehr die Identifikation, sondern die Interpretation; sie erzeugt eine Art begrenzenden Druck, der den konnotierten Sinngehalt daran hindert, in allzu persönliche Gebiete auszuwuchern." [2]

Nach Roland Barthes entwickelt jede "Gesellschaft diverse Techniken zur Fixierung der fluktuierenden Kette der Signifikate, um gegen den Schrecken der ungewissen Zeichen anzukämpfen: Die sprachliche Botschaft [le message linguistique] ist eine dieser Techniken." [3] Barthes hebt dabei an der linguistischen Nachricht zwei Funktionen hervor: die der Verbindung (de relais) und die der Verankerung (d'ancrage). In der Massenkultur dient sie nach Barthes zu meist der Verankerung: "Die Verankerung ist die häufigste Funktion der sprachlichen Botschaft; man trifft sie gewöhnlich in der Pressefotografie und in der Werbung an. Die Relaisfunktion ist (zumindest beim unbewegten Bild) seltener; man findet sie vor allem in den humoristischen Zeichnungen und in den Comics." [4] Die bedeutendste gesellschaftliche Funktion der Verankerung ist ideologisch, da sie den Sinn sowie die Entscheidungen für das was wahrgenommen wird dirigiert. Linguistisch Nachrichten reduzieren das Nachdenken.[5] Dagegen ist das Relais-Wort im Film von Bedeutung: "Relais-Wort wird im Film sehr wichtig, wo der Dialog keine bloße Erhellungsfunktion besitzt und wo es tatsächlich die Handlung vorantreibt, indem es in der Abfolge der Botschaften Bedeutungen anbringt, die im Bild nicht aufscheinen."[6] In L'Empire des signes (Das Reich der Zeichen) arbeitet Barthes mit der Verschränkung von Bild und Text, der dieser Relais-Funktion gleichkommt.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Barthes: Rhetorik des Bildes. In: Roland Barthes: Der entgegenkommende und der stumpfe Sinn, Frankfurt/ M.: Suhrkamp 1990 [Im Original: Rhétorique de l'image]
  • Roland Barthes: Schockfotos. In: Roland Barthes: Mythen des Alltags. Frankfurt/Main 1964
  • Die helle Kammer. ISBN 3-518-57731-X [La chambre claire, Paris 1980]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zur Übersetzungsproblematik und zur Verwendung des Begriffes linguistische Nachricht statt wie hier in der Suhrkamp-Übersetzung "sprachliche Botschaft vgl. Gabriele Röttger-Denker: Roland Barthes zur Einführung. S. Literatur.
  2. Roland Barthes: Rhétorique de l'image in der Übersetzung von Gabriele Röttger-Denker. In Gabriele Röttger-Denker: Roland Barthes zur Einführung. S. Literatur. Übersetzung Seite 133, Original Seite 20
  3. Roland Barthes: Rhetorik des Bildes. In: Roland Barthes: Der entgegenkommende und der stumpfe Sinn, Frankfurt/ M.: Suhrkamp 1990, S. 35
  4. Roland Barthes: Rhetorik des Bildes. In: Roland Barthes: Der entgegenkommende und der stumpfe Sinn, Frankfurt/ M.: Suhrkamp 1990, S. 37
  5. Vgl. Gabriele Röttger-Denker. In Gabriele Röttger-Denker: Roland Barthes zur Einführung. S. Literatur. Seite 20; vgl. zur Analyse von "verrückten, gefährlichen" Photographien und ihre politische Wirkung, weil sie zum Nachdenken anregen: Roland Barthes: Die helle Kammer.
  6. Roland Barthes: Rhetorik des Bildes. In: Roland Barthes: Der entgegenkommende und der stumpfe Sinn, Frankfurt/ M.: Suhrkamp 1990, S. 37
  7. Kentaro Kawashima: ... dem Lächeln nah. Das photographierte Gesicht in Roland Barthes' Das Reich der Zeichen. In.: parapluie no. 23. [1].