Pasta
Pasta (Italienisch für Teig) ist in der italienischen Küche die Bezeichnung für Teigwaren aus Hartweizengrieß, Kochsalz und Wasser in vielen Größen und Formen.
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In China waren Teigwaren mindestens seit den Zeiten der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) bekannt.[1][2] In einem der ältesten schriftlichen Belege ist von Nudeln, gedämpften Teigtaschen und Klößchen die Rede. Auch im Antiken Griechenland waren Nudelgerichte bekannt.[3] In etruskischen Gräbern sind sie durch Abbildungen von Geräten zur Nudelherstellung bezeugt.
Der Begriff kam über das Lateinische vom Griechischen pastē, womit ein grützeartiges Gerstengericht bezeichnet wurde.[4][5][6] Ein flaches pasta-ähnliches, jedoch in Öl gebackenes griechisches Produkt wurde als laganon bezeichnet,[7] das auch von den römischen Schriftstellern Cicero und Horaz[8] erwähnt wurde.
Im 12. Jahrhundert schrieb der Geograf Al-Idrisi, dass in der Nähe von Palermo auf Sizilien Fäden aus Weizen gekocht werden, die von Muslimen wie von Christen gleichermaßen gern gegessen werden. Ebenso berichtet er über einen umfangreichen Export dieser Itryah genannten Pasta in den gesamten Mittelmeerraum. Es handelt sich hier um das erste schriftliche Dokument, in dem von Pasta nach heutiger Definition die Rede ist. Die italienische Küste, speziell das Gebiet um Neapel, entwickelte sich zeitweise zu einer Hochburg der Pastaproduktion.
Heute gibt es nur noch wenige traditionelle Pastaproduzenten (Pastifici) in Italien, der Großteil der Teigwaren wird industriell hergestellt. Sie werden der Größe nach in Pasta corta (kurze Pasta) und Pasta lunga (lange Pasta) unterschieden. In Rom befindet sich seit 1992 ein Pasta-Museum, das Museo Nazionale delle Paste Alimentari.
Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Für die meisten Pastasorten werden die ursprünglichen italienischen Namen verwendet und auch die italienische Schreibweise beibehalten. Lediglich Makkaroni ist eingedeutscht (italienisch Maccheroni), und Spaghetti dürfen seit der Rechtschreibreform auch ohne h geschrieben werden.
Die Sorte Vermicelli wurde (zusammen mit anderen aus Italien bezogenen Spezereien) von Tiroler Händlern bereits im 18. Jahrhundert auf Märkten nördlich der Alpen angeboten.[9]
Sorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die meisten Pastasorten werden aus Hartweizengrieß hergestellt. Daneben gibt es noch die Eiernudeln (all’uovo), bestehend aus Hartweizengrieß und Eiern. Weitere Sorten sind:
- Pasta Integrale
- Vollkornnudeln
- Pasta con Soia
- aus Hartweizengrieß mit Sojamehl
- Pasta 5 Cereali
- aus Gerste, Hafer, Roggen, Weizen und Buchweizen
- Pasta Farro e Lenticchie
- mit Dinkel und Linsen
- Pasta Orzo e Grano Saraceno
- Gerste und Buchweizen
- Pasta di Mais
- Mais
Die Endungen bei Pastaformen bedeuten:
- -elle
- breit, zum Beispiel Tagliatelle
- -ette
- schmal oder klein, zum Beispiel Orecchiette
- -ine/-ini
- klein, zum Beispiel Tortellini
- -oni
- groß, zum Beispiel Tortelloni
- Rigate
- geriffelt
- Lisce
- glatt
- Mezze
- abgeschnitten, verkürzt (wörtlich: „Halbe“)
- l’Ortolano
- mit Gemüse oder bunte Pasta (wörtlich: „Gemüsegärtner“)
Bei den großen Pastaformen werden, so es sich um Pasta fresca (frische Pasta) handelt, manchmal auch einzelne Kräuterblätter in den Teig eingearbeitet, etwa Salbei oder Basilikum, so dass deren Struktur und Farbe sich durch den Teig hindurch abzeichnet.
Farben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Pasta ohne Farbzusätze weist unterschiedliche Gelbtöne auf, je nachdem, ob sie mit oder ohne Eier zubereitet wurde. Daneben wird Pasta traditionell mit Zusätzen aus Spinat (grüne Pasta), Tomaten oder roten Rüben (rote Pasta), Möhren (orange Pasta), seltener – als regionale Spezialität Süditaliens – aus Tintenfisch-Tinte (schwarze Pasta) oder Kakaopulver (braune Pasta) hergestellt. Mischungen aus Nudeln mit drei unterschiedlichen Farbrichtungen werden landläufig als Pasta tricolore bezeichnet.
Servierarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Pasta wird in unterschiedlicher Art und Weise angerichtet und serviert, Beispiele:
- Pasta in brodo
- Teigwaren werden in Suppe (italienisch in brodo ‚in Brühe‘) gekocht und serviert. Diese Zubereitungsart ist etwa bei Tortellini beliebt.
- Pasta lessa
- Frische (Pasta fresca) oder getrocknete (Pasta asciutta / Pasta secca) Teigwaren werden in Wasser gekocht (lessare) und nach dem Abtropfen mit etwas Butter (al burro) oder mit einer Sauce (al sugo) serviert. In Italien werden so zubereitete Nudeln in der Regel als erster Gang (Primo piatto) gereicht. Pasta wird in Italien in der Regel vor dem Auftragen mit der Sauce vermengt, damit die Teigwaren den Geschmack der Sauce annehmen. Wenn es nach der Pasta einen zweiten Hauptgang (Secondo piatto) aus Fleisch gibt, bei dessen Zubereitung eine Sauce entstanden ist, kann aus dieser eine kurze Pastasauce zubereitet werden, die dann vor dem Fleischgang mit einer als passend empfundenen Pastasorte aufgetragen wird. Im deutschen Sprachraum werden Spaghetti bolognese auch allgemein als Pasta asciutta bezeichnet.[10] In Italien sind beide Bezeichnungen unüblich; dort serviert man die Hackfleischsauce als Ragù bolognese üblicherweise mit Tagliatelle.[11]
- Pasta al forno
- Teigwaren werden mit weiteren Zutaten in einer Auflaufform im Ofen (forno) gebacken. Bekannt sind vor allem Lasagne al forno und Cannelloni al forno sowie Rigatoni al forno.
Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Rotraud Degner: Die Welt der Pasta – 150 Pastasorten in Text und Bild. Heyne, München 2000, ISBN 3-453-16877-1.
- Sabban Françoise, Serventi Silvano: La pasta. Storia e cultura di un cibo universale. Laterza, 2004. ISBN 88-420-6167-0
- F. La Cecla: La pasta e la pizza. il Mulino, Bologna 1998.
- Agnese Portincasa, La pasta come stereotipo della cucina italiana. Patrimoni simbolici e identità nazionale nell’Italia del Novecento, «Storicamente», 3 (2007)
- Die wahren Pasta-Profis (Video), Deutsche Welle (2018)
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ spiegel.de: Forscher finden Steinzeit-Spaghetti
- ↑ shiatsu-austria.at: Chinesische Nudeln aus der Jungsteinzeit
- ↑ bellavista-fn.de: Italienische Pasta
- ↑ paste. In: Webster’s New World College Dictionary / YourDictionary.com. Abgerufen am 27. August 2011 (englisch).
- ↑ paste. In: Oxford Dictionaries Online. Abgerufen am 27. August 2011 (englisch).
- ↑ pasta. In: Online Etymology Dictionary. Abgerufen am 27. August 2011 (englisch).
- ↑ Andrew Dalby: Food in the Ancient World From A to Z. Routledge, 2003, ISBN 0-415-23259-7, S. 251 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Berthold Louis Ullman: Horace Serm. I. 6. 115 and the History of the Word Laganum. In: Classical Philology, Vol. 7, No. 4 (Oktober 1912), S. 442–449 (engl.)
- ↑ Hans-Peter Baum: Zum Südwarenangebot auf dem Würzburger Markt im Jahre 1725. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band 2: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1477-8, S. 445–447.
- ↑ https://www.duden.de/rechtschreibung/Pasta_asciutta
- ↑ Matteo Garuti: Spaghetti alla bolognese: bestemmia culinaria o realtà storica? (ital.), 23. Mai 2017, abgerufen am 26. September 2018.