Liste der Friedhöfe in Kassel

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Coat of arms of Kassel.svg

Die Liste der Friedhöfe in Kassel gibt eine Übersicht über Friedhöfe und Begräbnisstätten in der Stadt Kassel in Hessen. In Kassel gibt es keine kommunalen Friedhöfe, was in der Bundesrepublik Deutschland eine Besonderheit darstellt. Rechtsträger der 15 nicht-jüdischen Friedhöfe bzw. der Kriegsgräberfelder in Niederzwehren ist der Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden in Kassel.[1] Daneben gibt es zwei jüdische Friedhöfe, einen erhaltenen historischen Friedhof, ein Kunstprojekt als Begräbnisstätte und mehrere Kriegsgräberstätten. Es gab sicher in Kassel noch andere Begräbnisorte, so sind weitere jüdische Friedhöfe belegbar, allerdings sind sie nicht mehr erhalten und die genauen Standorte inzwischen unbekannt.

Friedhöfe in Trägerschaft des Gesamtverbands der Evangelischen Kirchengemeinden in Kassel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Friedhöfe werden vom Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden in Kassel getragen und durch die Friedhofsverwaltung betreut. Alle Personen, die zum Zeitpunkt ihres Todes in Kassel gewohnt haben, können ungeachtet ihrer Konfession auf diesen Friedhöfen bestattet werden.[2]

Bezeichnung Stadtbezirk Adresse und Lage[3] Eröffnung / Schließung[3] Beschreibung[3] Bild
Hauptfriedhof Nord-Holland Tannenheckerweg 6
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1843 Der Hauptfriedhof ist mit ca. 40 ha Fläche der größte Friedhof von Kassel. Hier wurden die meisten der Opfer der Bombenangriffe auf Kassel auf einem großen Gräberfeld bestattet. Angeschlossen an den Hauptfriedhof befindet sich das Krematorium.

Auf dem Gelände des Hauptfriedhofs befindet sich auch ein Militärfriedhof. Er wurde am 14. April 1860 eröffnet. Hier befinden sich größere Kriegsgräberstätten aus dem Ersten Weltkrieg für deutsche Soldaten und russische Kriegsgefangene. Lange Zeit wurden hier nur verstorbene Soldaten und ihre Angehörigen bestattet.

Hauptfriedhof Kassel Kapelle.jpg
Friedhof Bettenhausen Bettenhausen Fasanenweg 1/3/9
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1883 Der Bettenhäuser Friedhof wurde gegenüber dem damaligen jüdischen Friedhof (heute alter jüdischer Friedhof) errichtet. Kapelle Friedhof Kassel-Bettenhausen.jpg
Friedhof Harleshausen Harleshausen Wegmannstraße 46
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1911 Aus der Zeit der Eröffnung stammt die alte Friedhofskapelle die restauriert wurde und für Veranstaltungen z. B. Trauerkaffee genutzt wird. Die Neue Friedhofskapelle wurde 1980 eingeweiht. Neue Kapelle Friedhof Kassel-Harleshausen.jpgAlte Kapelle Friedhof Kassel-Harleshausen.jpg
Friedhof Kirchditmold Kirchditmold Zum Berggarten 11
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1860 Der Friedhof wurde unterhalb der Kirche auf einem Kalksteinrücken errichtet. Die runde, mit Schiefer eingedeckte Friedhofskapelle steht unter Denkmalschutz. Kapelle Friedhof Kassel-Kirchditmold.jpg
Friedhof Niederzwehren Niederzwehren Wartekuppe 5
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1850 Die Friedhofskapelle wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der Industriellenfamilie Credé gestiftet. Kapelle Friedhof Kassel-Niederzwehren.jpg
Nordfriedhof Fasanenhof Am Felsenkeller 31
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1984 Der Nordfriedhof ist der jüngste der Kasseler Friedhöfe und wurde aufgrund von Platzmangel auf den anderen Stadtteilfriedhöfen errichtet. Nordfriedhof Kassel Kapelle.jpg
Friedhof Nordshausen Nordshausen Grubenrain 18
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Zwischen 1880 und 1890 angelegt. Einer der kleinsten Friedhöfe in Kassel. Kapelle Friedhof Nordshausen.jpg
Friedhof Oberzwehren Oberzwehren Rengershäuser Str. 2 A
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1889 Einer der kleinsten Friedhöfe in Kassel. Kapelle Friedhof Oberzwehren.jpg
Friedhof Rothenditmold Rothenditmold Gelnhäuser Straße 1
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1871 Gegenüber der Friedhofskapelle, die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde, sind etwa 1600 Bombenopfer begraben. Kapelle Friedhof Rothenditmold.jpg
Friedhof Wahlershausen Bad Wilhelmshöhe Rammelsbergstr. 16
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1865 Der Friedhof der früheren eigenständigen Gemeinde Wahlershausen wurde am Südhang des Rammelsbergs errichtet. Die Friedhofskapelle befindet sich fast am höchsten Punkt des Friedhofs. Friedhofskapelle Wahlershausen.jpg
Friedhof Waldau Waldau Nürnberger Straße 246
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1880 Die alte Friedhofskapelle wurde 1900 erbaut und bis 1991 genutzt. Sie wurde abgerissen und im selben Jahr durch einen Neubau ersetzt. Kapelle Friedhof Waldau.jpg
Friedhof Wehlheiden Wehlheiden Friedenstraße 55
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1833 Der Friedhof Wehlheiden ist, nach dem Hauptfriedhof, der zweitgrößte Friedhof von Kassel. Durch die Sternbergstraße ist er in zwei Hälften geteilt. Der südliche Teil ist der sogenannte neue Friedhof. Er wurde 1833 in Betrieb genommen und anschließend mehrfach erweitert. Von der in Fachwerkbauweise errichteten Kapelle ist kein Eröffnungsjahr bekannt. Am nördlichen Eingang befindet sich ein großer, breitgelagerter Sandstein mit der Inschrift:

„Dieser Gottesacker wurde angelegt unter dem zeitigem Greben Nicolaus Kersten und eingeweiht von den Pfarrer Gottfried Fenner am 3. April 1833“

Kapelle Friedhof Wehlheiden.jpg
Stein Friedhof Wehlheiden.jpg
Westfriedhof Süsterfeld-Helleböhn Heinrich-Schütz-Allee 211
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1970 Auf dem Westfriedhof werden auch muslimische Bestattungen durchgeführt. Es gibt ein nach Mekka ausgerichtetes Gräberfeld und einen Raum für die rituelle Totenwaschung. Kapelle Westfriedhof.jpg
Friedhof Wolfsanger Wolfsanger / Hasenhecke Wolfsgraben 23
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1858 Der Friedhof Wolfsanger ist oberhalb des alten Ortskern angelegt worden. Er besteht aufgrund des Geländes aus zwei Terrassen. Beide Friedhofsteile sind durch eine Rampe verbunden. Der untere Teil stellt den älteren Friedhofsteil dar, während der obere der neue Teil ist, auf dem auch die aus Sandsteinbruchsteinen errichtete Friedhofskapelle liegt. Kapelle Friedhof Kassel-Wolfsanger.jpg

Jüdische Friedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnung Stadtbezirk Adresse und Lage Eröffnung / Schließung Beschreibung Bild
Alter jüdischer Friedhof Bettenhausen Fasanenweg
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um 1630/1933 (es fanden jedoch später noch Beisetzungen von Ehepartnern statt) Jüdischer Friedhof Kassel Übersicht2.jpg
Neuer jüdischer Friedhof Bettenhausen Fasanenweg
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1932 Neuer Jüdischer Friedhof Kassel.jpg

Friedhof Mulang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnung Stadtbezirk Adresse und Lage Eröffnung / Schließung Beschreibung Bild
Friedhof Mulang Bad Wilhelmshöhe Schlossteichstraße/ Ecke Mulangstraße
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Ab 1817 (erste Bestattung) Der Friedhof Mulang zählt zu dem kleinsten Friedhof in Kassel. Der Bau des Friedhofs wurde durch Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel initiiert. Im Jahr 1817 erfolgte vermutlich die erste Bestattung. Zunächst war der Friedhof den verstorbenen Bediensteten des Fürstenhofes vorbehalten. Später wurden hier vor allem Mitarbeiter der Schloss- und Parkverwaltung beerdigt. Nachdem Wilhelmshöhe 1928 zu Kassel eingemeindet wurde durfte der private Friedhof weiter betrieben werden, war aber nur den verstorbenen Bürgern von Wilhelmshöhe vorbehalten. Später wurde dann diese Regel gelockert.

Derzeit befinden sich auf dem Friedhof 78 Gräber, wobei acht Grabsteine keinen Namen tragen. Zu den im Mulang Bestatteten gehört unter anderem Hermann Schafft, Carl Steinhofer und Paul Dierichs.[4]

Friedhof Mulang.jpg

Künstler-Nekropole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Künstler-Nekropole ist ein vom documenta-Künstler Harry Kramer initiiertes Projekt. Auf Einladung der Künstler-Nekropole-Stiftung werden documenta-Künstler aufgefordert, ihr Grabmal zu gestalten und sich testamentarisch dazu zu verpflichten, dass ihre Urne dort bestattet wird. Träger ist die Künstler-Nekropole-Stiftung und damit die Stadt Kassel.

Bezeichnung Stadtbezirk Adresse und Lage Eröffnung / Schließung Beschreibung Bild
Künstler-Nekropole Harleshausen/Naturpark Habichtswald (Verlängerung der Ahnatalstraße)
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Ab 1992 Karte Künstler-Nekropole.svg

Altstädter Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Altstädter Friedhof ist ein erhaltener historischer Friedhof und wird durch das Garten- und Umweltamt der Stadt Kassel gepflegt.

Bezeichnung Stadtbezirk Adresse und Lage Eröffnung / Schließung Beschreibung Bild
Altstädter Friedhof Mitte Lutherplatz
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Ab 1564 nachgewiesen / 1843 Altstädter Friedhof Kassel.jpg

Niederzwehren Cemetery[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Niederzwehren Cemetery ist ein von der Commonwealth War Graves Commission (CWGC) erbauter und betreuter Soldatenfriedhof.

Bezeichnung Stadtbezirk Adresse und Lage Eröffnung / Schließung Beschreibung Bild
Niederzwehren Cemetery Niederzwehren Am Keilsberg
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1915 / Niederzwehren Cemetery-Altar mit Eingangsportal.jpg

Russischer Friedhof Niederzwehren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Russische Friedhof Niederzwehren ist ein von der Friedhofsverwaltung Kassel betreuter Soldatenfriedhof.

Bezeichnung Stadtbezirk Adresse und Lage Eröffnung / Schließung Beschreibung Bild
Russischer Friedhof Niederzwehren[5] Niederzwehren Am Keilsberg
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In der parkartigen Anlage sind 1843 russische Kriegsgefangene anonym bestattet, ein russisch-orthodoxes Kreuz erinnert an sie. Russischer Friedhof Kassel.jpg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Friedhöfe in Kassel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kirche & Glaube - Friedhöfe. Stadt Kassel, abgerufen am 30. März 2017.
  2. Homepage der Friedhofsverwaltung. Friedhofsverwaltung Kassel, abgerufen am 31. März 2017.
  3. a b c Geschichte. Friedhofsverwaltung Kassel, abgerufen am 31. März 2017.
  4. Kassel: Am Mulang findet sich der kleinste Friedhof Kassels – Bad Wilhelmshöhe. In: hna.de. 15. Juni 2016, abgerufen am 12. September 2018.
  5. Russischer Friedhof auf sowjetische-memoriale.de