Waldau (Kassel)

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Wappen von Kassel
Waldau
Stadtteil von Kassel
Lage von Waldau in Kassel
Koordinaten 51° 17′ 19″ N, 9° 31′ 4″ OKoordinaten: 51° 17′ 19″ N, 9° 31′ 4″ O.
Höhe 145 m ü. NHN
Fläche 6,48 km² (6/23)
Einwohner 6536 (31. Dez. 2013) (17/23)
Bevölkerungsdichte 1009 Einwohner/km² (6/23)
Ausländeranteil 13,0 % (31. Dez. 2010) (8/23)
Eingemeindung 1. Jun. 1936
Postleitzahl 34123
Vorwahl 0561
Website Stadtteilinfo Waldau
Politik
Ortsvorsteher Joachim Bonn (SPD)
Sitzverteilung (Ortsbeirat)
5
1
3
Insgesamt 9 Sitze
Quelle: Stadtverwaltung im Internet

Waldau ist einer von 23 Stadtteilen Kassels in Hessen (Deutschland). Er liegt im südöstlichen Stadtgebiet rechts der Fulda.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Waldaus war 1293. In 1377 wurde in Waldau eine Pfarrkirche errichtet, welche unter das Patronat der Landgrafen Kassel fiel. Im 15. Jahrhundert wurde eine vorhandene Kemenate zur Wasserburg Waldau umgebaut. 1484 liegt ein erster urkundlicher Nachweis vor.[1] Von der Burg sind nur noch zwei runde Wehrtürme mit einem Stück Mauer erhalten. Sie bilden die Außenwand für ein Fachwerkhaus. In der Topographia Hassiae (1655) heißt es dazu: „Hart vor Cassel / vor der Newstatt / ligt eine sehr grosse weite platte Weyde / der Forst genannt / weil es zuvor ein Wald gewesen / aber / wegen Erder Vestung schädlich / vnnd etwan darinn verrähterey gespielet worden / verstöret worden ist. Vmb diese ebene ligen etzliche Dörffer / darunder eines die Waldau genannt / allda man noch Gemäwr von einem alten Raubschloß / mit einem ziemblichen Wassergraben vmbgeben / siehet.“[2]

Von 1798 bis 1815 war in Waldau die Forstlehranstalt zu Waldau beheimatet. Dabei handelte es sich um eine von der Kurhessischen Landgrafschaft eingerichtete Lehranstalt für Förster.

1936 wurde Waldau nach Kassel eingemeindet.[3]

Von 1924 bis 1970 war bei Waldau auf dem Gelände südlich der A 49 und westlich der Marie-Curie-Straße der Kasseler Flugplatz Kassel-Waldau eingerichtet. Von 1970 bis 2013 war der Flugplatz Kassel-Calden[4] im Gemeindegebiet von Calden in Betrieb; und daraus ging der nebenan befindliche Flughafen Kassel-Calden hervor.

Stadtteilentwicklung und Stadtteilbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in den sechziger Jahren entstandene Wohnstadt Waldau ist durch funktionale Bauweise in flachen Reihen und Punkten gekennzeichnet. Aus derselben Bauzeit stammt ein kleines Stadtteilzentrum nahe dem Kern des alten Dorfes entlang der Kasseler Straße. Ursprünglich wurde auf den (noch unbebauten) Flächen großflächiger Garten- und Ackerbau betrieben, der auf den Böden der östlich gelegenen Fuldaniederungen ertragreich war.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1981 werden in Kassel die Ortsbeiräte direkt gewählt. Aus den Reihen des Ortsbeirats wurde nach der Kommunalwahl 2006 Joachim Bonn zum Ortsvorsteher gewählt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrer Abzweigung von der A 7 am Lohfelder Rüssel durchquert die A 49 Waldau und kreuzt bei der Anschlussstelle Kassel-Waldau die B 83, die von Nord nach Süd durch den Stadtteil führt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit dem benachbarten Lohfelden wurde 1971 das Gewerbegebiet Industriepark Kassel-Waldau erschlossen und für die Neuansiedlung von Unternehmen des Mittelstandes, des städtischen Schlachthofes und filialisierten Großmärkten ab den 1990er Jahren um Waldau-Ost erweitert. Das Gebiet umfasst heute rund 230 Hektar Fläche und beherbergt etwa 500 Unternehmen mit rund 10.000 Mitarbeitern. Der Charakter des Gebiets hat sich inzwischen vom Schwerpunkt auf Produktion mit den zugehörigen Verwaltungseinheiten von Unternehmen hin zur Einstreuung von Dienstleistungsunternehmen mit Publikumsverkehr hin entwickelt.

Mit dem Lohfeldener Rüssel wurden in den vergangenen Jahren die notwendigen Erschließungsermöglichungen für den Ausbau als Logistikstandort und die Ansiedlung des Güterverkehrszentrums GVZ Kassel geschaffen. Ursprünglich war dieser Bereich als kleiner Verkehrslandeplatz genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waldau (Kassel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Burg Waldau, Gemeinde Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 4. November 2010). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 11. Juli 2012.
  2. Martin Zeiller in Topographia Hassiae, Band 7 der Topographia Germaniae, 2. Ausgabe: Frankfurt am Main: Matthaeus Merians Erben 1655, S. 35–36, Volltext bei Wikisource
  3. Geschichte Waldaus
  4. Stadtteilgeschichte Waldau, auf kassel.de