Rothenditmold

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Wappen von Kassel
Rothenditmold
Stadtteil von Kassel
Lage von Rothenditmold in Kassel
Koordinaten 51° 19′ 51″ N, 9° 28′ 25″ OKoordinaten: 51° 19′ 51″ N, 9° 28′ 25″ O.
Fläche 2,76 km² (14/23)
Einwohner 6838 (31. Dez. 2013) (16/23)
Bevölkerungsdichte 2478 Einwohner/km² (12/23)
Ausländeranteil 23,3 % (31. Dez. 2010) (3/23)
Eingemeindung 1906
Postleitzahl 34127
Vorwahl 0561
Website Stadtteilinfo Rothenditmold
Politik
Ortsvorsteher Hans Roth (AUF-Kassel)
Sitzverteilung (Ortsbeirat)
CDU SPD GRÜNE AUF-Kassel
2 3 1 3
Quelle: Stadtverwaltung im Internet

Rothenditmold ist einer von 23 Stadtteilen der nordhessischen Großstadt Kassel (Hessen, Deutschland).

Henschelwerksfassade in der Brandaustraße

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil Rothenditmold befindet sich nordwestlich des Stadtteils Mitte. Im Uhrzeigersinn von Norden gesehen grenzen die Stadtteile Nord-Holland, Mitte, West, Kirchditmold, Harleshausen und im Nordwesten der Jungfernkopf an. Rothenditmold wird von der Wolfhager Straße, die vom Holländischen Platz kommend in Richtung der äußeren Stadtteile Kirchditmold und Harleshausen führt, durchschnitten. In umgekehrter Richtung führt der vom Habichtswald kommende Geilebach, der ab dem Gleisfeld des ehemaligen Ausbesserungswerks „Döllbach“ genannt wird, unterhalb des Rothenbergs in Richtung Möncheberg. Ab der ehemaligen Hammerschmiede ist der Bach als „Mombach“ seit 1908 verrohrt und verläuft unter der gleichnamigen Straße am Hauptfriedhof und Schlachthof vorbei, bis er in Höhe des Nordstadtparks in die Ahna mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes „Roden-Ditmelle“ gab es im Jahr 1219. Der Namenssuffix „Ditmelle“ taucht auch in dem benachbarten Stadtteil Kirchditmold auf, mit dem eine ursprüngliche Markgemeinschaft bestanden haben soll. Der Stadtteil bestand als eigenständige Gemeinde zwischen den Bruchwassern unterhalb des Kratzenbergs und den durch den Rücken des Rothenbergs geteilten Flächen des Niederfelds im Westen und des Mittelfelds im Nordosten bis zu seiner Eingemeindung nach Kassel im Jahre 1906. Infolge des Anschlusses Kassels an die Eisenbahn im Jahr 1848 entwickelte sich das Dorf unterhalb des Kasseler Hauptbahnhofs rapide zu einem industriellen Arbeiterstadtteil. 1871 entstand mit der Gründung des Unternehmens „Sehte und Kribben“ der Vorläufer der Waggonfabrik Wegmann & Co. Im Zuge der Expansion der Firma Henschel wurde deren Werk Rothenditmold gegründet und bald größter und prägendster Bestandteil des Dorfes. 1882 bestand neben einer Spinnerei auch bald die Brauerei Schöfferhof unterhalb des Rothenbergs. Die Einwohnerzahl stieg rasant von nur 589 im Jahre 1864 auf 1279 im Jahre 1871, 2759 im Jahre 1885 auf 4003 im Jahre 1895 und 5250 im Jahre 1905.[1]

Die Rothenberg-Siedlung auf der Anhöhe oberhalb des Ortskerns wurde von 1927 bis 1929 kurz vor Beginn der Weltwirtschaftskrise durch Otto Haesler geplant und als kommunaler Sozialwohnungsbau der frühen Industriemoderne umgesetzt.

Luftbild der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Der Stadtteil erlitt im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Luftangriffe auf die Fabrik- und Eisenbahnanlagen schwere Schäden.

Der durch den Gleisanschluss an den Unterstadtbahnhof geteilte Bereich der Altindustrie wird heute im südlichen Areal durch das Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW), einem Folgeunternehmen der Wegmann & Co. genutzt. Die Struktur des Stadtteils aus kleinen Geschäften, Bäckereien, Obst- und Gemüsehändlern, Schlachtern und Gaststätten hielt sich bis weit in die 1980er Jahre. Seither bestimmen Konzentration und Leerstand das Bild im Stadtteil.

Am Fuß des Rothenbergs werden seit 1962 das Hessenkolleg und das Anne-Frank-Haus als Jugend- und Ausbildungseinrichtungen betrieben.

Der Stadtteil ist seit 2011 in die Förderung Europäischer Stadterhaltungs- und Entwicklungsprogramme aufgenommen worden.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil Rothenditmold ist in Ost-West Richtung von der Wolfhager Straße (Teil der B 251) durchzogen. Die Buslinien 18 und 19 verbinden Waldau und die westlichen Stadtteile Harleshausen und Vellmar miteinander. Von Bettenhausen kommend führt die Buslinie 27 an der Philippistraße über den Rothenberg und die Nordstadt nach Wolfsanger und bis zur Ihringshäuser Straße. Auf den Rothenberg führt die Linie 12 vom Hauptbahnhof kommend bis zum Werk Mittelfeld.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Rothenditmold, Stadt Kassel“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 22. September 2015)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rothenditmold – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien