Liste der Justizvollzugsanstalten in Berlin

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Die Liste der Justizvollzugsanstalten in Berlin führt bestehende und ehemalige Justizvollzugsanstalten im Bundesland Berlin auf.[1]

Justizvollzugsanstalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Justizvollzugsanstalt Ort Inbetriebnahme Belegungsfähigkeit Bemerkungen Bild
Justizvollzugsanstalt Tegel Berlin-Tegel 1898 938 Die Justizvollzugsanstalt Tegel im gleichnamigen Ortsteil des Berliner Bezirks Reinickendorf ist die größte geschlossene und zugleich eine der ältesten Justizvollzugsanstalten Deutschlands. Seit 1898 sitzen dort verurteilte männliche erwachsene Strafgefangene ihre Freiheitsstrafen ab.[2] Tegel Seidelstraße JVA.JPG
Justizvollzugsanstalt Moabit Berlin-Moabit 1881 946 Die Justizvollzugsanstalt Moabit (JVA Moabit) wurde als das Königliche Untersuchungsgefängnis im Stadtteil Moabit in den Jahren 1877–1881 errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Sie ist heute die Untersuchungshaftanstalt in Berlin.[3] Moabit Alt-Moabit Untersuchungshaftanstalt.jpg
Justizvollzugsanstalt Plötzensee Berlin-Plötzensee 1868–1879 560 Die Justizvollzugsanstalt Plötzensee (im Berliner Volksmund als Plötze bekannt) dient seit 1998 dem geschlossenen und offenen Strafvollzug für Männer. Seit dem 1. Januar 2013 bilden die JVA Plötzensee, die JVA Charlottenburg und das Justizvollzugskrankenhaus Berlin eine gemeinsame Behörde namens „Justizvollzugsanstalt Plötzensee“. Sie befindet sich teilweise auf dem Gelände des preußischen Strafgefängnisses Plötzensee.[4] Charlottenburg-Nord Friedrich-Olbricht-Damm JVA-002.JPG
Jugendstrafanstalt Berlin Berlin-Plötzensee 1987 432 In der Jugendstrafanstalt Berlin gibt es verschiedene Betreuungsbereiche. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Haftdauer und die Haftart. Weitere Differenzierungen erfolgen bei den pädagogischen und therapeutischen Konzepten sowie bei dem Klientel und deren Problematiken.[5] Charlottenburg-Nord Friedrich-Olbricht-Damm 38.JPG
Justizvollzugsanstalt für Frauen Berlin Berlin-Lichtenberg, Berlin-Neukölln, Berlin-Reinickendorf, Berlin-Pankow 1860 254 Behandlung in der JVA für Frauen Berlin verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Hierfür ist ein multiprofessionelles Team aus vollzugseigenem Fachpersonal, wie auch externen Kooperationspartnern im Einsatz. Geschlossener Vollzug in Berlin-Lichtenberg (Alfredstraße 11) zusammen mit der Teilanstalt in Berlin-Pankow (Arkonastraße 56). Anstalten für den offenen Vollzug in Berlin-Reinickendorf (Ollenhauerstraße 128) und Berlin-Neukölln (Neuwedeller Straße 4).[6] Frauengefängnis in Berlin-Lichtenberg (women's jail, autumn 2008) - panoramio.jpg
Jugendarrestanstalt Berlin – Brandenburg Berlin-Lichtenrade 2012 60 Die Jugendarrestanstalt Berlin – Brandenburg ist für die Vollstreckung von Arrest an weiblichen und männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden der Länder Berlin und Brandenburg zuständig.

Der Jugendarrest ist eine Erziehungsmaßnahme nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG) und dient der Sanktionierung straffällig gewordener Jugendlicher und Heranwachsender mittels kurzfristigen Freiheitsentzuges.[7]

Lützowstraße Jugendarrestanstalt 1.jpg
Justizvollzugsanstalt des offenen Vollzuges Berlin Berlin-Hakenfelde, Berlin-Falkenhagener Feld, 2010 908 gebildet aus den ehemaligen Einrichtungen Justizvollzugsanstalt Hakenfelde, Justizvollzugsanstalt Düppel, Justizvollzugsanstalt Heiligensee und der Teilanstalt Kisselnallee. Im Rahmen der Beschäftigung betreibt die Teilanstalt Robert-von-Ostertag-Straße eine eigene Gärtnerei. Zur Feststellung der schulischen, beruflichen und sozialen Kompetenzen der Inhaftierten wird ein zentrales Kompetenzfeststellungsverfahren (KFV) durchgeführt.[8] JVA Hakenfelde 1.jpg
Justizvollzugsanstalt Heidering Großbeeren 2013 647 Die 647 Haftplätze verteilen sich auf die baugleichen Teilanstalten 1, 2 und 3. Eine Teilanstalt hat drei Ebenen mit jeweils vier Wohneinheiten. Auf jeder Wohneinheit befinden sich 18 Hafträume (Ausnahme: Eine Wohneinheit mit 17 Hafträumen). Dazu gehören pro Teilanstalt ein behindertengerechter Haftraum und ein Begegnungshaftraum bestehend aus zwei mit einer Tür verbundenen Einzelhafträumen zur Krisenprophylaxe.[9] JVA Heidering KW 2013 35.jpg

Ehemalig selbstständige Standorte und ehemalige Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Justizvollzugsanstalt Ort Inbetriebnahme Schließung Bemerkungen Bild
Frauengefängnis Barnimstraße Königsstadt 1864 1974 Bundesarchiv Bild 102-12436, Berlin, Frauengefängnis, Hof.jpg
Strafgericht Charlottenburg[10] Berlin-Charlottenburg
Charlottenburg Kantstraße 79 Strafgericht.JPG
Justizvollzugsanstalt Hakenfelde Heute „Standort Niederneuendorfer Allee“ der „Justizvollzugsanstalt des Offenen Vollzuges Berlin“. JVA Hakenfelde 6.jpg
Justizvollzugsanstalt Düppel Berlin-Düppel Zehlendorf Robert-von-Ostertag-Straße JVA Düppel 02.JPG
Justizvollzugsanstalt Heiligensee Berlin-Heiligensee
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Berlin-Alt-Hohenschönhausen Hohenschönhausen Gedenkstätte 02.jpg
Frauengefängnis Lehrter Straße Berlin-Moabit Heute Teil der JVA Plötzensee Moabit Lehrter Straße JVA Plötzensee Haus 3-1.jpg


SA-Gefängnis Papestraße Berlin-Tempelhof SA-Gefaengnis Papestr 01.jpg
Zellengefängnis Lehrter Straße Berlin-Moabit 1849 1957 Das Zellengefängnis Lehrter Straße (auch Untersuchungshaftanstalt Lehrter Straße benannt) war ein Gefängnis an der Lehrter Straße 1–5 im heutigen Ortsteil Moabit des Bezirks Mitte von Berlin. Der Bau wurde in den 1840er Jahren unter Friedrich Wilhelm IV. als „Preußisches Mustergefängnis Moabit“ errichtet und galt damals als besonders modernes Gefängnis, weil die Gefangenen in Einzelzellen an Stelle der bis dahin üblichen Gemeinschaftszellen untergebracht wurden. In den Jahren 1957/1958 wurde das Zellengefängnis Lehrter Straße abgerissen. Zellengefängnis Moabit Stich 1855.jpg
Amtsgerichtsgefängnis Neukölln Berlin-Neukölln 1942 1977 Diente von 1942–1945 und 1947–1977 als Jugendarrestanstalt, von den Berlinern „Café Schönstedt“ genannt.[11] Amtsgericht Neukölln-b.JPG
Gefängnis Rummelsburg Berlin-Rummelsburg 1877 nach 1990 Rummelsburg01.jpg
Kriegsverbrechergefängnis Spandau Berlin-Wilhelmstadt 1878–189 1987 Das Kriegsverbrechergefängnis Spandau war ein im Bezirk Spandau gelegenes Gefängnis, in dem von 1946 bis 1987 die Verurteilten im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher des Zweiten Weltkriegs ihre Haftstrafen verbüßten. Nach dem Tod des letzten Häftlings, Rudolf Heß, wurde es 1987 abgerissen. Kriegsverbrechergefängnis Spandau - kurz vor dem Abriss.JPG

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Berliner Justizvollzugsanstalten. In: berlin.de. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  2. Justizvollzugsanstalt Tegel. In: berlin.de. 8. Dezember 2017, abgerufen am 8. Januar 2018.
  3. Justizvollzugsanstalt Moabit. In: berlin.de. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  4. Justizvollzugsanstalt Plötzensee. In: berlin.de. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  5. Erste Informationen. In: berlin.de. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  6. Justizvollzugsanstalt für Frauen Berlin. In: berlin.de. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  7. Jugendarrestanstalt Berlin-Brandenburg. In: berlin.de. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  8. Teilanstalten. In: berlin.de. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  9. Justizvollzugsanstalt Heidering. In: berlin.de. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  10. Ehemaliges Strafgericht Charlottenburg. In: berlin.de. 5. Oktober 2009, abgerufen am 8. Januar 2018.
  11. Historie. In: berlin.de. 1. März 2016, abgerufen am 8. Januar 2018.