Liste der Kulturdenkmäler in Trier-Pfalzel

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In der Liste der Kulturdenkmäler in Trier-Pfalzel sind alle Kulturdenkmäler des Ortsbezirks Pfalzel der rheinland-pfälzischen Stadt Trier aufgeführt. Grundlage ist die Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz (Stand: 11. Februar 2014).

Denkmalzonen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnung Lage Baujahr Beschreibung Bild
Denkmalzone ehemalige erzbischöfliche Burg Burgstraße 2–10, Kirchplatz 4, 10, Stiftstraße 10
Lage
um 1131–52 wohl um 1131–52 über dem südwestlichen Flügel des römischen Palatiolum errichtet, Umbau im 15. und frühen 16. Jahrhundert, 1552 mit dem ganzen Ort im Feldzug des Markgrafen Albrecht von Brandenburg eingeäschert, nach Wiederaufbau (?) im französischen Erbfolgekrieg 1673/74 zerstört; Einbau zahlreicher kleiner Wohnhäuser und landwirtschaftlicher Bauten; Mauerreste in den Häusern Burgstraße 2–10, 3, 4, 5, 6, bei Nr. 2 Stumpf des polygonalen Treppenturms an der Nordwestecke, zwischen Nr. 5 und 6 Torturm mit zwei Wappen des Erzbischofs Johann II. von Baden (1456–1503); Kirchplatz 4 und 10 (bei Nr. 4 auch noch Rest des nordöstlichen Eckturms); Stiftstraße 10 (heute Scheune, bezeichnet 1695); Reste des ehemaligen Palas (Kellergewölbe, vom Hauptsaal vermauerte Kreuzstockfenster, Konsolen); im Vorgarten von Burgstraße 10 Reste des wohl auf römischen Fundamenten aufbauenden Bergfrieds; ehemalige Wirtschaftshof weitgehend als Freifläche mit der ehemalige Zehntscheune Residenzstraße 22 und Genovevastraße 6a erhalten Denkmalzone ehemalige erzbischöfliche Burg
Denkmalzone Ortskern
Lage
ab dem 4. oder 5. Jahrhundert Die Zone gibt die spätmittelalterliche Ausdehnung des Ortes Pfalzel innerhalb der historischen Befestigung wieder; seit der Spätantike bestehendes Siedlungskontinuum, in dem sich aus römischem Palast und Kasernenanlagen das Kloster und spätere Stift entwickelte, das zur erzbischöflichen Residenz, zur Zollstelle und zum Amtssitz wurde und das nach dem Ende des Alten Reiches nur noch ein bäuerliches Dorf war; in der Zone sind Zeugnisse aus all diesen Epochen in enger Verzahnung bewahrt.
Denkmalzone Wallmauer An der Bastion, Golostraße, Klosterstraße, Scholasterei
Lage
Befestigung um den erzbischöflichen Teil von Pfalzel, unter Einbeziehung eines mittelalterlichen Vorgängers des späten 14. Jahrhunderts bis 1539 errichtet, 1673/74 von den Franzosen unbrauchbar gemacht, 1961 Durchbruch zwischen Bastion 5 und 6, 1970–92 instand gesetzt; fast vollständig erhaltene Wallmauer (Erdwall zwischen zwei Mauern) mit aus der Mauerflucht heraustretenden Bastionen, Grabenbereich außen entlang der Wallmauer (heute weitgehend von Gärten und vom Friedhof eingenommen), Baumeister wohl Meister Peter (Erbauer des Roten Turms an der Kaiserstraße in Trier);
die Befestigung beginnt an der Mosel mit Bastion 1, zieht sich hinter den Häusern östlich und nördlich von Klosterstraße, Scholasterei und Golostraße, verstärkt durch die Bastionen 2 bis 5, bis zur Endbastion 6 hinter Golostraße 3 und 5 bzw. Residenzstraße 25
Denkmalzone Wallmauer

Einzeldenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnung Lage Baujahr Beschreibung Bild
Wohnhaus Adulastraße 1
Lage
zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts barocker Mansarddachbau, zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, Giebelwand zu Nr. 3 mittelalterlich; in einer Nische barocke Muttergottes; straßenbildprägend Wohnhaus
Wohnhaus Adulastraße 3
Lage
1587 kleines Zeilenwohnhaus, bezeichnet 1587, barocker Umbau mit Mansarddach sowie im 19. Jahrhundert; bedeutende Ausstattungsreste Wohnhaus
Pfarrheim Adulastraße 24
Lage
1773 ehemalige katholische Pfarrkirche St. Martin; Saalbau mit Westturm, bezeichnet 1773, Architekt L. Leblanc, 1894 Erweiterung, 1962 Umbau zum Pfarrheim; vor dem vermauerten mittleren Eingang spätbarocker Kreuzigungsbildstock Pfarrheim
Quereinhaus Adulastraße 26
Lage
1729 Quereinhaus, bezeichnet 1729, im 19. Jahrhundert aufgestockt Quereinhaus
Wohnhaus Am Stadttor 1, Pfalzeler Straße 1a
Lage
17. oder 18. Jahrhundert dreiachsiges barockes Wohnhaus (dritte Achse jünger) mit Rest des 1944 zerstörten Stadttors (westliche Wange mit Bogenansatz) Wohnhaus
Wohnhaus Burgstraße 1
Lage
spätes 18. Jahrhundert an die Außenmauer der ehemaligen Burg gelehntes kleines Wohnhaus mit Krüppelwalmdach, spätes 18. Jahrhundert Wohnhaus
Wohnhaus Kirchplatz 1
Lage
1561 ehemalige Stiftskurie; stattlicher Putzbau, bezeichnet 1561, mit römischen und mittelalterlichen Resten Wohnhaus
Wohnhaus Kirchplatz 3
Lage
15. Jahrhundert sogenanntes Küsterhaus; wohl ehemalige Stiftskurie; Putzbau, im Kern aus dem 15. Jahrhundert mit römischen und spätmittelalterlichen Mauerresten; das Gebäude gilt als ältestes bewohntes römisches Steinhaus in Deutschland Wohnhaus
Katholische Pfarrkirche St. Maria und St. Martin Kirchplatz 7
Lage
um 700 ehemalige Stiftskirche; um 700 durch Umgestaltung der Südostecke des römischen Palatiolum gewonnener, mehrfach erweiterter Kirchenbau auf kreuzförmigem Grundriss, 1802 profaniert, 1944 der westliche Kreuzarm zerstört, 1962–65 konservierend und interpretierend wiederaufgebaut sowie dreischiffige Erweiterung unter Einbeziehung des Vorgängers als Querhaus mit den Stilmitteln der 1950/60er Jahre durch Heinrich Otto Vogel Katholische Pfarrkirche St. Maria und St. Martinweitere Bilder
Nikolauskapelle Kirchplatz, hinter Nr. 7
Lage
15. oder 16. Jahrhundert ehemalige Nikolauskapelle; zweiachsiger spätgotischer Saalbau Nikolauskapelle
Wohnhaus Klosterstraße 1
Lage
18. Jahrhundert kleines Wohnhaus mit Mansardwalmdach, originaler Dachstuhl, 18. Jahrhundert; straßen- und ortsbildprägend Wohnhaus
Wohnhaus Klosterstraße 3
Lage
18. Jahrhundert eingeschossiges Wohnhaus mit Rundturm, 18. Jahrhundert, rückwärtig Wandbrunnen; straßen- und ortsbildprägend Wohnhaus
Klosterschenke Klosterstraße 10
Lage
ab dem späten 13. Jahrhundert ehemaliges Stiftsgebäude; stattlicher Mansardwalmdachbau, im Erdgeschoss die sieben erhaltenen Achsen des Kreuzgangs, 1511–31; Petruskapelle, spätes 13. Jahrhundert, im Innern zwei Epitaphien, 16. Jahrhundert; eingeschossiges Wirtschaftsgebäude; Wandbrunnen bezeichnet 1642 Klosterschenke
Wohnhaus Klosterstraße 15
Lage
vor 1741 ehemaliges Stiftshaus; fünfachsiger Putzbau, bezeichnet 1741 (die beiden älteren Achsen älter), im 19. Jahrhundert überformt Wohnhaus
Wohnhaus Mechtelstraße 6
Lage
18. Jahrhundert vierachsiger Putzbau, 18. Jahrhundert oder früher, im 19. Jahrhundert verlängert und überformt, an der Südostecke aufgemalte Eckquaderung Wohnhaus
Wohnhaus Münzstraße 3–5
Lage
1545 zwei- bzw. dreigeschossiger spätgotischer Bau mit (zum Teil vermauerten) Kreuzstockfenstern, bezeichnet 1545 Wohnhaus
Katholische Marienkapelle Pfalzeler Straße 43
Lage
1860 kleiner Satteldachbau mit Vorhalle, 1860; im Innern Pietà, spätes 19. Jahrhundert, und barocker Nischenbildstock Katholische Marienkapelle
Grundschule Gregor von Pfalzel Pfalzgrafenstraße 49/51
Lage
1938–41 eingeschossige, symmetrisch aufgebaute Anlage aus drei durch kurze Querflügel miteinander verbundene Satteldachbauten in Formen des Heimatstils der 1930/40er Jahre, 1938–41, Architekt Nagel Grundschule Gregor von Pfalzel
Schmiede Residenzstraße, zwischen Nr. 19 und 21
Lage
zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts kleiner Satteldachbau mit vollständig erhaltener Ausstattung, wohl aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Schmiede
Zehntscheune Residenzstraße 22, Genovevastraße 6a
Lage
1592 ehemalige Zehntscheune der erzbischöflichen Burg; langgestreckter Bruchsteinbau mit Krüppelwalmdach, an der Westseite vorgemauerte Strebepfeiler, bezeichnet 1592, Umbau zum Quereinhaus im 19. Jahrhundert Zehntscheune
Kurtrierisches Amtshaus Residenzstraße 27, Golostraße 4
Lage
1544 ehemaliges kurtrierisches Amtshaus; stattliche Baugruppe mit anspruchsvoller Bauzier, zur Golostraße von übermannshoher Mauer, bezeichnet 1544 (abgeschlossen), südlicher Bau zum Teil mit sechsteiligen Kreuzstockfenstern, im Winkel achteckiger Treppenturm, bezeichnet 1577, im Innern Spindeltreppe, am nordöstlichen Bau zum Teil zwei- und dreiteilige Fenster, vorspringender Treppenturm; im Innern Kölner Decken Kurtrierisches Amtshaus
Wohnhaus Residenzstraße 30
Lage
15. Jahrhundert stattliches, im Kern spätmittelalterliches Wohnhaus mit turmartigem Treppenhausvorbau, Wappenstein bezeichnet 1728, wohl ehemalige Stiftskurie Wohnhaus
Portal Scholasterei, an Nr. 13
Lage
1643 von gemeinsamem Dreiecksgiebel bekröntes Doppelportal der 1643 errichteten Stiftskurie
Wohnhaus Spielesplatz 1
Lage
1744 vierachsiger Mansardwalmdachbau mit Freitreppe, bezeichnet 1744; platzbildprägend
Wohnhaus Spielesplatz 7
Lage
17. oder 18. Jahrhundert stattlicher barocker Putzbau mit abgewalmtem Mansarddach, originaler Dachstuhl; platzbildprägend
Wohnhaus Spielesplatz 8
Lage
zweiachsiges Wohnhaus mit ehemaliger Stadtmauer als Binnenwand


Wohnhaus Spielesplatz 10
Lage
1723 stattlicher Mansarddachbau, bezeichnet 1723, im Kern mittelalterlich, Scheunenerweiterung mit Torfahrt, rückwärtig weitere Wirtschaftsgebäude
Rosportsches Haus Spielesplatz 13
Lage
1579 stattlicher Massivbau, bezeichnet 1579, Ausstattung; eines der ältesten und am besten erhaltenen Gebäude in Pfalzel
Wohnhaus Stiftstraße 9
Lage
1723 ehemaliges Kanonikerhaus; stattliches barockes Wohnhaus, achtachsiger Krüppelwalmdachbau, 1723, in der übermannshohen Abschlussmauer korbbogiges Tor; straßenbildprägend
Wohnhaus Stiftstraße 13
Lage
18. Jahrhundert vierachsiges Wohnhaus, 18. Jahrhundert, wohl im 19. Jahrhundert überformt; straßenbildprägend
Wohnhaus Stiftstraße 15
Lage
18. Jahrhundert zweiachsiges Wohnhaus, 18. Jahrhundert
Wohnhaus Stiftstraße 19
Lage
nach 1770 stattlicher Mansardwalmdachbau, nach 1770; straßenbildprägend

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kulturdenkmäler in Trier-Pfalzel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien