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Liste der Meteoriten Österreichs

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Landkarte mit allen Meteoriten die in Österreich gefallen sind oder gefunden wurden

Auf dem Gebiet von Österreich in seinen heutigen Grenzen wurden bisher insgesamt elf Meteoriten geborgen, von denen noch heute Material vorhanden ist. Bei acht wurde vor dem Fund auch der Fall des Meteoriten beobachtet oder durch Instrumente registriert. Alle diese Meteoriten sind Steinmeteorite und werden den Chondriten zugerechnet.

Der im August 2023 im Mühlviertel gefundene Eisenmeteorit Hirschbach ist noch nicht im Meteoritical Bulletin veröffentlicht worden und deshalb bisher (Stand Juni 2026) nicht offiziell als Meteorit anerkannt.

Die ersten Fragmente des Meteoriten von Neuschwanstein wurden unweit des Schlosses Neuschwanstein am Gebiet der deutschen Gemeinde Schwangau gefunden. Das größte Bruchstück des Meteoriten (2,8 kg) wurde einen Monat später auf der österreichischen Seite der Grenze in Reutte in Tirol gefunden. Entsprechend der Nomenklatur-Richtlinien für Meteoriten wurde der Meteorit nach einem geografischen Ort in der Nähe des Ortes seiner ersten Bergung benannt und wird in offiziellen Datenbanken als Fund auf deutschem Staatsgebiet geführt.

Im Juni 2026 wurde in der Gemeinde Zagersdorf im Burgenland ein 93 Gramm schweres Bruchstück eines Meteorit im Garten eines Einfamilienhauses gefunden.[1][2] Der Meteorit hat beim Einschlag ein Vordach durchschlagen. Der Fall des Meteoriten dürfte sich bereits im Jänner 2026 ereignet haben. Am 22. Jänner war um 16:20 Uhr ein heller Feuerball südlich von Wien und westlich von Eisenstadt beobachtet worden.[3][4] Entdeckt wurde das Loch im Vordach und der Meteorit aber erst Anfang Juni. Erste Untersuchungen am Naturhistorischen Museum in Wien zeigten, dass es sich um einen gewöhnlichen Chondriten handelt.[2] Weitere Untersuchung des Meteoriten finden in Dresden statt.[1] Mitte Juni 2026 war eine Publikation im Meteoritical Bulletin und damit eine offizielle Klassifizierung des Meteoriten noch ausständig.

Redaktionelle Reihung nach Name alphabetisch.

Name Koordinaten Fundort Masse Klasse Falldatum
oder Fundjahr
Haag[5] 48° 8′ N, 14° 35′ O Haag, Niederösterreich 151 g[6] Gewöhnlicher Chondrit (LL4-6) Fall 24. Oktober 2024[7]
Ischgl[8] 47° 2′ N, 10° 16′ O Ischgl, Tirol 724 g Gewöhnlicher Chondrit (LL6) Fall 24. Nov 1970[9]
Kindberg[10] 47° 31′ N, 15° 26′ O Kindberg, Steiermark 233 g Gewöhnlicher Chondrit (L6) Fall 19. November 2020
Lanzenkirchen[11] 47° 45′ N, 16° 14′ O Lanzenkirchen, Niederösterreich 7000 g[12] Gewöhnlicher Chondrit (L4) Fall 28. August 1925
Mallnitz[13] 47° 1′ N, 13° 6′ O Mallnitz, Kärnten 326 g Gewöhnlicher Chondrit (H5) Fund 15. Juli 2024
Mauerkirchen[14] 48° 11′ N, 13° 8′ O Mauerkirchen, Oberösterreich[15] 21000 g Gewöhnlicher Chondrit (L6) Fall 20. November 1768
Minnichhof[16] 47° 32′ N, 16° 38′ O Kroatisch Minihof, Burgenland 550 g Gewöhnlicher Chondrit Fall 27. Mai 1905
Mühlau 47° 17′ N, 11° 25′ O Innsbruck-Mühlau, Tirol 5 g Gewöhnlicher Chondrit Fund um 1877
Neuschwanstein[17] 47° 31′ N, 10° 49′ O Reutte, Tirol[18] 6218 g Enstatit-Chondrit (EL6) Fall 6. April 2002
Prambachkirchen[19] 48° 18′ N, 13° 56′ O Prambachkirchen, Oberösterreich 2125 g Gewöhnlicher Chondrit (L6) Fall 5. November 1932
Ybbsitz[20] 47° 58′ N, 14° 58′ O Ybbsitz, Niederösterreich 14600 g Gewöhnlicher Chondrit (H4) Fund 1977
  • Monica M. Grady: Catalogue of Meteorites. 5. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 2000, ISBN 978-0-521-66303-8.
  • Franz Brandstätter et al.: Meteoriten – Zeitzeugen der Entstehung des Sonnensystems. Verlag des Naturhistorischen Museums, Wien 2012, ISBN 978-3-902421-68-5, S. 166–175.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Meteorit durchschlug Pergola. In: burgenland.orf.at. 16. Juni 2026, abgerufen am 16. Juni 2026.
  2. 1 2 Petra Klikovits: Meteorit schlug im Garten einer Burgenländerin ein. In: krone.at. 16. Juni 2026, abgerufen am 16. Juni 2026.
  3. Naturhistorisches Museum Wien: Instagram Account des Naturhistorischen Museums. Abgerufen am 16. Juni 2026.
  4. International Meteor Organization: International Meteor Organization. In: fireballs.imo.net. 22. Januar 2026, abgerufen am 16. Juni 2026 (englisch).
  5. Michael Vosatka: Meteoritenbruchstücke bei Haag in Niederösterreich entdeckt. In: derstandard.at. 8. November 2024, abgerufen am 2. Januar 2025.
  6. Meteoritical Bulletin: Entry for Haag. In: lpi.usra.edu. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
  7. Michael Vosatka: Meteorit von Haag ist Österreichs erster Hammerfall. In: derstandard.at. 2. Januar 2025, abgerufen am 2. Januar 2025.
  8. Franz Brandstätter, Jürgen Konzett, Christian Koeberl, Ludovic Ferrière: The Ischgl meteorite, a new LL6 chondrite from Tyrol, Austria. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie A. Band 115. Verlag des Naturhistorischen Museums Wien, Wien 2013, S. 518 (zobodat.at [PDF]).
  9. Meteoritical Bulletin: Entry for Ischgl. 29. Juni 2026, abgerufen am 30. Juni 2026 (englisch).
  10. Michael Vosatka: Alien nach Landung in Kindberg aufgespürt. In: derstandard.at. Abgerufen am 20. Oktober 2021.
  11. Emil Weinmeister: Der Meteoritenfall von Lanzenkirchen bei Wiener-Neustadt. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien. Band 46. Selbstverlag des Museums, Wien 1933, S. 117146 (zobodat.at [PDF]).
  12. Zwei Steine, 5000 g und 2000 g.
  13. Meteoritical Bulletin: Entry for Mallnitz. In: lpi.usra.edu/meteor. Abgerufen am 11. November 2025 (englisch).
  14. Herbert Raab, Erich Reiter: Zum 250. Jahrestag des Meteoritenfalls von Mauerkirchen, Oberösterreich. In: OÖ Geonachrichten. Band 32. Linz 2017, S. 324 (zobodat.at [PDF]).
  15. Zum Zeitpunkt des Falls gehörte Mauerkirchen zu Bayern.
  16. Michael Hirschler: Der Meteorit von Kroatisch Minihof/Mjenovo. In: Burgenländische Heimatblätter. Band 3&4, Nr. 81, 2019, ISSN 1018-6107, S. 144–159.
  17. Rupert Hochleitner, Dieter Heinlein: Neuschwanstein, der Meteorit aus den bayerischen Alpen. In: Kulturstiftung der Länder (Hrsg.): Patrimonia. Band 267, 2003, ISBN 3-89937-040-6, ISSN 0941-7036.
  18. Drei Steine. Der dritte und mit 2843 g größte Stein des Falls wurde auf Tiroler Gebiet gefunden. Die hier angegebenen Koordinaten geben die Fundposition dieses Stücks an. Die Benennung des Meteoriten bezieht sich auf den Fundort der ersten beiden Steine des Falls (1750 g und 1625 g), die auf Bayerischen Gebiet unweit von Schloss Neuschwanstein geborgen wurden. Die offizielle Meteoritendatenbank der Meteoritical Society ordnet den Meteoriten aufgrund des Erstfundortes Deutschland zu.
  19. Josef Schadler, Justus Rosenhagen: Der Meteorsteinfall von Prambachkirchen (Oberösterreich) am 5. November 1932. In: Jahrbuch des oberösterreichischen Musealvereines. Band 86. Oberösterr. Musealverein, Linz 1935, S. 99164 (zobodat.at [PDF]).
  20. Wolfgang Schnabel: Fund- und Entdeckungsgeschichte des Meteorits von Ybbsitz. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Serie A. Band 87. Verlag des Naturhistorischen Museums Wien, Wien 1985, S. 19 (zobodat.at [PDF]).