Liste der Sommerzeiten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Sommerzeit ist die im Sommerhalbjahr meist um eine Stunde vorgestellte Uhrzeit einer Zeitzone. In Mitteleuropa spricht man von der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ; UTC+2). Der offizielle Ausdruck für die dortige Normalzeit bzw. Zonenzeit lautet Mitteleuropäische Zeit (MEZ; UTC+1). Die Mitteleuropäische Hochsommerzeit (MEHSZ; UT+3) – auch „doppelte Sommerzeit“ genannt – war eine Spezial-Zeitzone in den Jahren 1945 und 1947 in Deutschland. Sie entsprach der British Double Summer Time UT+2 als Sommerzeit der War Time UT+1 (WEZ/GMT+1).

Im Folgenden bezeichnet ME(H/S)Z auch die historischen Zeitangaben (Berliner Zeit, Wiener Zeit, u. a.); Bezug bis 1928 GMT, bis 1968 UT, ab 1968 UTC als Weltzeit

Nach der Ölkrise 1973 führte Frankreich als einziges Land in Mitteleuropa mit der Begründung des Energiesparens die Sommerzeit wieder ein. Doch dieses Argument galt bereits damals als höchst fragwürdig. Deutsche Schätzungen von 1974 hatten ergeben, dass mit der Sommerzeit nur etwa 2 Promille an Energie eingespart werden könnten, zu wenig, um die Belastungen der Bauern und anderer Interessengruppen durch die Zeitumstellung zu rechtfertigen.[73] Die Einführung von Sommerzeiten in allen mitteleuropäischen Staaten bis 1981 war keine Folge der Energiekrisen von 1973 und 1979/80, sondern eine Maßnahme auf dem Weg zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Binnenmarktes.[74] Die Vereinheitlichung der Gültigkeitszeiten ging von der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) aus. Die ersten Entwürfe von 1976 (1976/C79/38, 1976/C131/12) traten dann mit der Richtlinie 1980/737/EWG[75] in Kraft, die sich vorerst auf den Zeitraum 1980/81 bezog. Es galt die Sommerzeit vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im September, Zeitumstellung jeweils um 1:00 UTC (2:00 MEZ ↔ 3:00 MESZ), sodass die erste gemeinsame Sommerzeit vom 6. April 1980, 2:00 MEZ bis zum 28. September 1980, 3:00 MESZ dauerte. (Die Schweiz zog erst ein Jahr später nach.) Diese Regeln wurden vorerst regelmäßig wieder festgesetzt, bis mit der Richtlinie 2000/84/EG eine unbefristet gültige Regelung getroffen wurde.[76] Die heute gültige Regel wurde 1996 eingeführt.

Westeuropäische Sommerzeit Die Zeitdifferenz der Westeuropäischen Sommerzeit (WESZ) zur Koordinierten Weltzeit (UTC) (früher Greenwich Mean Time, GMT / Universal Time, UT) beträgt eine Stunde (UTC+1), während die Westeuropäische Zeit (Normalzeit) um null Stunden von der UTC abweicht (UTC±0). Im internationalen Sprachgebrauch wird die Westeuropäische Sommerzeit auch als Western European Summer Time (WEST) oder Western European Daylight Saving Time (WEDT, amerikanisch auch WET DST), in Großbritannien als British Summer Time (BST) bezeichnet.

Mitteleuropäische Sommerzeit In der Zone der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) ist Sommerzeit die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ), auf Englisch Central European Summer Time (CEST, britisch) oder Central European Daylight Saving Time (CEDT, CET DST, US-amerikanisch) oder auch Middle European Summer Time (MEST). Während MEZ der mittleren Sonnenzeit auf dem 15. östlichen Längengrad entspricht, auf dem beispielsweise Görlitz und Gmünd in Niederösterreich liegen, entspricht MESZ der mittleren Sonnenzeit auf dem 30. östlichen Längengrad, auf dem beispielsweise Sankt Petersburg liegt.

Die Zeitdifferenz der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) zur Koordinierten Weltzeit (UTC) (früher Greenwich Mean Time, GMT / Universal Time, UT) beträgt zwei Stunden (UTC+2), während die Mitteleuropäische Zeit (Normalzeit) um eine Stunde von der UTC abweicht (UTC+1). Im internationalen Sprachgebrauch wird die Mitteleuropäische Sommerzeit auch als Central European Summer Time (CEST), Middle European Summer Time (MEST) oder Central European Daylight Saving Time (CEDT, amerikanisch auch CET DST) bezeichnet.

Die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt jeweils am letzten Sonntag im März um 2:00 Uhr MEZ, indem die Stundenzählung um eine Stunde von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr vorgestellt wird. Sie endet jeweils am letzten Sonntag im Oktober um 3:00 Uhr MESZ, indem die Stundenzählung um eine Stunde von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt wird. Die Stunde von 2:00 Uhr bis 3:00 Uhr erscheint im Herbst also zweimal. Die erste Stunde (von 2:00 Uhr bis 3:00 Uhr MESZ) wird mit „2A“ und die zweite Stunde (von 2:00 Uhr bis 3:00 Uhr MEZ) mit „2B“ bezeichnet.[77] Damit ist in der Nacht der Umstellung im Frühling beispielsweise der Zeitpunkt „6:00 Uhr“ schon fünf Stunden nach Mitternacht erreicht, in derjenigen im Herbst hingegen erst sieben Stunden nach Mitternacht. Es wird gewissermaßen die im Frühjahr „eingesparte“ Stunde im Herbst „zurückgegeben“.[78]

Die Mitteleuropäische Hochsommerzeit (MEHSZ = UT+3) – auch doppelte Sommerzeit genannt – war eine Sonderzeitzone in den Jahren 1945 und 1947 in Deutschland. Sie entsprach der British Double Summer Time (UT+2) als Sommerzeit der War Time (UT+1).

Osteuropäische Sommerzeit Die Zeitdifferenz der Osteuropäischen Sommerzeit (OESZ) zur Koordinierten Weltzeit (UTC) (früher Greenwich Mean Time, GMT / Universal Time, UT) beträgt drei Stunden (UTC+3), während die Osteuropäische Zeit (Normalzeit) um zwei Stunden von der UTC abweicht (UTC+2). Im internationalen Sprachgebrauch wird die Osteuropäische Sommerzeit auch als Eastern European Summer Time (EEST) oder Eastern European Daylight Saving Time (EEDT, amerikanisch auch EET DST) bezeichnet.An der Zeitumstellung nehmen in der Osteuropäischen Sommerzeit Zypern und Georgien nicht teil. Grund ist die weit südliche Lage im Gegensatz zu den anderen europäischen Ländern.

Russland verwendet seit dem 26. Oktober 2014 keine Sommerzeit.

Die Artikel Sommerzeit#Deutschland, Liste der Sommerzeiten#Deutschland, Sommerzeit#Österreich, Liste der Sommerzeiten#Österreich, Sommerzeit#Schweiz und Liste der Sommerzeiten#Schweiz überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. W!B: 23:15, 8. Feb. 2012 (CET)

Liste aller Staaten mit Sommerzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sommerzeit benutzt
  • Sommerzeit nicht mehr benutzt
  • Sommerzeit nie benutzt

Gemeinsame europäische Sommerzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1980 propagiert die Europäische Union (vormals EWG/EG) eine gemeinsame Sommerzeitregelung, die auch in diversen anderen assoziierten Staaten übernommen wurde. Sie erstreckte sich anfangs vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im September, Zeitumstellung um 02:00 MEZ (01:00 UTC) ↔ 03:00 MESZ. 1996 wurde sie bis zum letzten Sonntag im Oktober ausgedehnt.

1980–1995[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 06.04.1980, 02:00 MEZ – 28.09.1980, 03:00 MESZ
  • 29.03.1981, 02:00 MEZ – 27.09.1981, 03:00 MESZ
  • 28.03.1982, 02:00 MEZ – 26.09.1982, 03:00 MESZ
  • 27.03.1983, 02:00 MEZ – 25.09.1983, 03:00 MESZ
  • 25.03.1984, 02:00 MEZ – 30.09.1984, 03:00 MESZ
  • 31.03.1985, 02:00 MEZ – 29.09.1985, 03:00 MESZ
  • 30.03.1986, 02:00 MEZ – 28.09.1986, 03:00 MESZ
  • 29.03.1987, 02:00 MEZ – 27.09.1987, 03:00 MESZ
  • 27.03.1988, 02:00 MEZ – 25.09.1988, 03:00 MESZ
  • 26.03.1989, 02:00 MEZ – 24.09.1989, 03:00 MESZ
  • 25.03.1990, 02:00 MEZ – 30.09.1990, 03:00 MESZ
  • 31.03.1991, 02:00 MEZ – 29.09.1991, 03:00 MESZ
  • 29.03.1992, 02:00 MEZ – 27.09.1992, 03:00 MESZ
  • 28.03.1993, 02:00 MEZ – 26.09.1993, 03:00 MESZ
  • 27.03.1994, 02:00 MEZ – 25.09.1994, 03:00 MESZ
  • 26.03.1995, 02:00 MEZ – 24.09.1995, 03:00 MESZ

Seit 1996[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 31.03.1996, 02:00 MEZ – 27.10.1996, 03:00 MESZ
  • 30.03.1997, 02:00 MEZ – 26.10.1997, 03:00 MESZ
  • 29.03.1998, 02:00 MEZ – 25.10.1998, 03:00 MESZ
  • 28.03.1999, 02:00 MEZ – 31.10.1999, 03:00 MESZ
  • 26.03.2000, 02:00 MEZ – 29.10.2000, 03:00 MESZ
  • 25.03.2001, 02:00 MEZ – 28.10.2001, 03:00 MESZ
  • 31.03.2002, 02:00 MEZ – 27.10.2002, 03:00 MESZ
  • 30.03.2003, 02:00 MEZ – 26.10.2003, 03:00 MESZ
  • 28.03.2004, 02:00 MEZ – 31.10.2004, 03:00 MESZ
  • 27.03.2005, 02:00 MEZ – 30.10.2005, 03:00 MESZ
  • 26.03.2006, 02:00 MEZ – 29.10.2006, 03:00 MESZ
  • 25.03.2007, 02:00 MEZ – 28.10.2007, 03:00 MESZ
  • 30.03.2008, 02:00 MEZ – 26.10.2008, 03:00 MESZ
  • 29.03.2009, 02:00 MEZ – 25.10.2009, 03:00 MESZ
  • 28.03.2010, 02:00 MEZ – 31.10.2010, 03:00 MESZ
  • 27.03.2011, 02:00 MEZ – 30.10.2011, 03:00 MESZ
  • 25.03.2012, 02:00 MEZ – 28.10.2012, 03:00 MESZ
  • 31.03.2013, 02:00 MEZ – 27.10.2013, 03:00 MESZ
  • 30.03.2014, 02:00 MEZ – 26.10.2014, 03:00 MESZ
  • 29.03.2015, 02:00 MEZ – 25.10.2015, 03:00 MESZ
  • 27.03.2016, 02:00 MEZ – 30.10.2016, 03:00 MESZ
  • 26.03.2017, 02:00 MEZ – 29.10.2017, 03:00 MESZ

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Sommerzeit – Deutschland

Sommerzeiten gab es in Deutschland von 1916 bis 1918, von 1940 bis 1949 (teilweise nur in bestimmten Landesteilen)[1] und ab 1980.[2]

1916–1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 30.04.1916, 23:00 MEZ – 01.10.1916, 01:00 MESZ
  • 16.04.1917, 02:00 MEZ – 17.09.1917, 03:00 MESZ
  • 15.04.1918, 02:00 MEZ – 16.09.1918, 03:00 MESZ

1940–1944[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 01.04.1940, 02:00 MEZS – 31.12.1940, 24:00 MESZ
  • 01.01.1941, 00:00 MESZ – 31.12.1941, 24:00 MESZ
  • 01.01.1942, 00:00 MESZ – 02.11.1942, 03:00 MESZ
  • 29.03.1943, 02:00 MEZS – 04.10.1943, 03:00 MESZ
  • 03.04.1944, 02:00 MEZS – 02.10.1944, 03:00 MESZ

1945–1949[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 – Berlin und sowjetisch besetzte Zone
  • 24.05.1945, 02:00 MEZHS – 24.09.1945, 03:00 MEHSZ
  • 24.09.1945, 03:00 MEHSZ – 18.11.1945, 03:00 MESZ
1945 - Übriges Deutschland
  • 02.04.1945, 02:00 MEZHS – 16.09.1945, 02:00 MESZ
1946–1947 – Ganzes deutsches Territorium
  • 14.04.1946, 02:00 MEZHS – 07.10.1946, 03:00 MESZ
  • 06.04.1947, 03:00 MEZHS – 11.05.1947, 03:00 MESZ
  • 11.05.1947, 03:00 MESZH – 29.06.1947, 03:00 MEHSZ
  • 29.06.1947, 03:00 MEHSZ – 05.10.1947, 03:00 MESZ
1948–1949 – Sowjetisch besetzte Zone
  • 18.04.1948, 03:00 MEZ – 03.10.1948, 03:00 MESZ
  • 10.04.1949, 03:00 MEZ – 02.10.1949, 03:00 MESZ
1948–1949 – Übriges Deutschland
  • 18.04.1948, 02:00 MEZ – 03.10.1948, 03:00 MESZ
  • 10.04.1949, 02:00 MEZ – 02.10.1949, 03:00 MESZ

Ab 1980[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesrepublik und DDR mit Ausnahme von Büsingen am Hochrhein, seit 1981 auch Büsingen, seit 1991 nur Bundesrepublik: gemeinsame europäische Sommerzeit.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Sommerzeit – Österreich

In Österreich[3] wurde 1916 die Sommerzeit eingeführt. Sie galt bis 1920 mit Ausnahme 1919, wobei Salzburg 1920 schon am 1. Mai zurückstellte.[4]

Mit dem Anschluss Österreichs 1938 an das Deutsche Reich galten dessen Regelungen bis zum Einmarsch der Alliierten[3] und der Rücknahme nationalsozialistischer Regelungen. Von 1946 bis 1948 beschloss Österreich dieselben Regelungen wie Westdeutschland exklusive der Hochsommerzeit.

1980 wurde die Sommerzeit wie in Deutschland wieder eingeführt, im Einführungsjahr nach der damaligen gesetzlichen Vorschrift 24:00 MEZ (01:00 UTC) → 01:00 MESZ; Rückstellung 24:00 MESZ (02:00 UTC) → 23:00 MEZ, mit den Datumssprüngen eine ähnlich unübersichtliche Regelung wie 1916. Seit dem EU-Beitritt 1995 wird in den Verordnungen direkt auf die EU-Regelungen verwiesen.

1916–1920[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 30.04.1916, 23:00 MEZ – 01.10.1916, 01:00 MESZ (wie Deutschland)
  • 16.04.1917, 02:00 MEZ – 17.09.1917, 03:00 MESZ (wie Deutschland)
  • 15.04.1918, 02:00 MEZ – 16.09.1918, 03:00 MESZ (wie Deutschland)
  • 1919 keine Sommerzeit; verordnet aber wieder zurückgenommen[5][6]
  • 05.04.1920, 02:00 MEZ – 13.09.1920, 03:00 MESZ - Restösterreich
  • 05.04.1920, 02:00 MEZ – 01.05.1920, 01:00 MESZ - Salzburg exklusive Staatseisenbahn

1940–1948[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1940–1944 siehe Deutschland
  • 02.04.1945, 02:00 MEZ – Befreiung durch die Alliierten, in Wien bis zum 12.04.1945, andernorts spätestens bis zum 23.04.1945[3]
  • 14.04.1946, 02:00 MEZ – 07.10.1946, 03:00 MESZ
  • 06.04.1947, 03:00 MEZ – 05.10.1947, 03:00 MESZ
  • 18.04.1948, 02:00 MEZ – 03.10.1948, 03:00 MESZ

Ab 1980[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 06.04.1980, 00:00 MEZ – 27.09.1980, 24:00 MESZ
dann gemeinsame europäische Sommerzeit, seit dem EU-Beitritt 1995 mit direktem Verweis auf die EU-Regelungen

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Sommerzeit – Schweiz

In der Schweiz[7] galt in den Jahren 1941 und 1942 die Sommerzeit von Anfang Mai bis Anfang Oktober. Seit 1981 gilt die gleiche Sommerzeitregelung wie in den Nachbarstaaten.

1941–1942[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 05.05.1941, 02:00 MEZ – 06.10.1941, 00:00 MESZ
  • 04.05.1942, 02:00 MEZ – 05.10.1942, 00:00 MESZ

Ab 1981[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übernahme der gemeinsamen europäische Sommerzeit

Niederlande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Niederlanden[8] war die Bezugzeit des frühen 20. Jahrhunderts die Amsterdamer Zeit (Amsterdamse Tijd AT). 1916 wurde die Sommerzeit Amsterdamse Zomertijd (AZT) eingeführt, die mit wechselnder Regelung bis 1939 galt.

Mit der Besetzung durch das Deutsche Reich am 10. Mai 1940 wurde die Berliner Zeit (MEZ, AT–0:40) eingeführt, es galten hier dieselben Regelungen bis zur beginnenden Befreiung im September 1944, als dann die British Double Summer Time UT+2 und dann die War Time (British Summer Time) UT+1 Anwendung fanden. Die Rückkehr zur Mitteleuropäischen Zeit erfolgte Anfang Oktober 1944.

Nach 1944 gab es, obwohl diese im benachbarten Deutschland noch bis 1949 galt, keine Sommerzeit mehr. 1977 wurde die Sommerzeit wieder eingeführt, ab 1981 galt die EEG/EG-Regelung.

1916–1944[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 01.05.1916 00:00 AT – 01.10.1916 00:00 AZT (jeweils erster Tag des Monats)
  • 16.04.1917 02:00 AT – 17.09.1917 03:00 AZT (jeweils dritter Montag des Monats)
  • 01.05.1918 02:00 AT – 30.09.1918 03:00 AZT (erster Montag im April bis letzten Montag im September)
  • 07.04.1919 02:00 AT – 29.09.1919 03:00 AZT
  • 05.04.1920 02:00 AT – 27.09.1920 03:00 AZT
  • 04.04.1921 02:00 AT – 26.09.1921 03:00 AZT
  • 26.03.1922 02:00 AT – 08.10.1922 03:00 AZT (ab dem letzten Sonntag des März bis zum Sonntag des ersten Wochenendes im Oktober)
  • 01.06.1923 02:00 AT – 07.10.1923 03:00 AZT (ab dem ersten Freitag im Juni)
  • 30.03.1924 02:00 AT – 05.10.1924 03:00 AZT (ab dem letzten Sonntag im März)
  • 05.06.1925 02:00 AT – 04.10.1925 03:00 AZT (ab dem ersten Freitag im Juni)
  • 15.05.1926 02:00 AT – 03.10.1926 03:00 AZT (ab dem 15. Mai [bis 1939], wenn dies ein Pfingsttag ist, ab dem 22. Mai)
  • 15.05.1927 02:00 AT – 02.10.1927 03:00 AZT
  • 15.05.1928 02:00 AT – 07.10.1928 03:00 AZT
  • 15.05.1929 02:00 AT – 06.10.1929 03:00 AZT
  • 15.05.1930 02:00 AT – 05.10.1930 03:00 AZT
  • 15.05.1931 02:00 AT – 04.10.1931 03:00 AZT
  • 22.05.1932 02:00 AT – 02.10.1932 03:00 AZT
  • 15.05.1933 02:00 AT – 08.10.1933 03:00 AZT
  • 15.05.1934 02:00 AT – 07.10.1934 03:00 AZT
  • 15.05.1935 02:00 AT – 06.10.1935 03:00 AZT
  • 15.05.1936 02:00 AT – 04.10.1936 03:00 AZT
  • 22.05.1937 02:00 AT – 03.10.1937 03:00 AZT
  • 15.05.1938 02:00 AT – 02.10.1938 03:00 AZT
  • 15.05.1939 02:00 AT – 08.10.1939 03:00 AZT
  • 1940–1944 siehe oben, im befreiten Teil 1944 British Double Summer Time

1977–2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 03.04.1977 02:00 MEZ – 25.09.1977 03:00 MESZ (ab dem ersten Sonntag im April bis zum Sonntag vor dem ersten Oktoberwochenende)
  • 02.04.1978 02:00 MEZ – 01.10.1978 03:00 MESZ
  • 01.04.1979 02:00 MEZ – 30.09.1979 03:00 MESZ
dann gemeinsame europäische Sommerzeit

Türkei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Türkei hat im September 2016 beschlossen, durchgängig die Sommerzeit zu behalten und befindet sich damit das ganze Jahr über unverändert in der FET (Further-Eastern European Time Zone UTC+3h).[9] Vorher hatte man von Ende Oktober bis Ende März die UTC+2h, die der OEZ (Osteuropäische Zeit) entspricht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sommerzeiten und Hochsommerzeiten in Deutschland bis 1979. Physikalisch-Technische Bundesanstalt, 2. November 2003, abgerufen am 27. Oktober 2014.
  2. Sommerzeiten in der Bundesrepublik Deutschland ab 1980. Physikalisch-Technische Bundesanstalt, 28. November 2006, abgerufen am 8. November 2008.
  3. a b c Hermann Mucke: Astronomische Grundlagen der Sonnenuhren. In: Hermann Mucke (Hrsg.): Sonnenuhren. 19. Sternfreunde-Seminar, 1991. Planetarium der Stadt Wien und Österreichischer Astronomischer Verein, Wien 1991, 1.3.5. Sommerzeit in Österreich, S. 29–48 (Aufstellung bis 1991).
  4. LGVBl. für Salzburg 71/1920: Kundmachung der Landesregierung in Salzburg vom 29. April 1920, Zl. 1872/Präs., betreffend die Wiederauflassung der Sommerzeit im Lande Salzburg.
    in: Landesgesetz- und Verordnungs⸗Blatt für das Land Salzburg. LXII. Stück, ausgegeben am 29. April 1920, S. 199 (Online bei alex.onb.ac.at)
  5. StGBl. Nr. 236/1919: Vollzugsanweisung der Staatsregierung vom 15. April 1919 über die Einführung der Sommerzeit für das Jahr 1919.
    in: Staatsgesetzblatt für den Staat Deutschösterreich, 79. Stück, ausgegeben am 20. April 1919, S. 573 (Online bei alex.onb.ac.at)
  6. StGBl. Nr. 244/1919: Vollzugsanweisung der Staatsregierung vom 24. April 1919, betreffend die Aufhebung der Vollzugsanweisung vom 15. April 1919, St. G. Bl. Nr. 236, über die Einführung der Sommerzeit.
    in: Staatsgesetzblatt für den Staat Deutschösterreich. 84. Stück, ausgegeben am 26. April 1919, S. 585 (Online bei alex.onb.ac.at)
  7. Sommerzeiten in der Schweiz. Bundesamt für Metrologie, 9. November 2007, abgerufen am 6. April 2009.
  8. R.H. van Gent: IV – Zomertijdregeling in Nederland (1916 tot nu). In: De wettelijke tijdregeling in Nederland. Institute for History and Foundations of Science, 26. März 2009, abgerufen am 3. Oktober 2009 (niederl.).
  9. NZZ-Artikel [1]