Lokum

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Lokum im Querschnitt
Lokum in verschiedenen Varianten

Lokum [loˈkum] ist eine türkische Süßigkeit auf Basis eines Sirups aus gelierter Stärke und Zucker, oft auch mit Mastix. Es ist weich und klebrig, transparent gelblich oder kann auch verschiedenfarbig sein.

Das Wort Lokum leitet sich vom türkischen lokma ab, was so viel wie „Happen, Bissen“ bedeutet. Die vollständige Bezeichnung lautet rahat-lokum – „bequeme Häppchen“, ursprünglich aus dem Arabischen von rahat al-hulqum / راحة الحلقوم / rāḥatu ʾl-ḥulqūm / ‚Vergnügen/Ruhe für den Gaumen‘. Da Lokum auf Englisch Turkish delight genannt wird, wird es im Deutschen mitunter fälschlich als „Türkischer Honig“ bezeichnet. Türkischer Honig ist jedoch eine ältere Bezeichnung für weißen Nougat.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Herstellung von Lokum wird der Sirup mehrere Stunden gekocht, dann stehen gelassen, bis er fest ist; die Masse wird in Stücke geschnitten und in Puderzucker oder Kokosraspel gewälzt, damit sie nicht mehr an den Fingern klebt. Häufige Zugaben zur Aromatisierung des Sirups sind der Saft von Zitronen, Orangen und Granatapfel sowie Rosenwasser oder Orangenblütenwasser. Teilweise werden auch gehackte Nüsse, Mandeln, Pistazien oder pürierte Aprikosen zugesetzt.

Die heutige Verbreitung reicht über den gesamten Herrschaftsbereich des ehemaligen Osmanischen Reiches im Nahen Osten und in den Balkanländern, aber auch darüber hinaus (Aserbaidschan, Armenien).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung des heute üblichen Lokum wird dem Konditorlehrling Ali Muhiddin Hacı Bekir, Gründer des seit 1777 existierenden Unternehmen Hacı Bekir im damaligen Konstantinopel zugeschrieben. Rezepte in anderen Variationen sind im Gebiet der heutigen Türkei seit dem 14. Jahrhundert bekannt, hatten allerdings eine bröselige Konsistenz, ähnlich dem heutigen Halva.[1][2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alan Davidson: The Oxford Companion to Food. 2. Auflage, New York 2001, Artikel Turkish delight.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lokum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zucker für den Harem. Die Welt, 20. Februar 2006, abgerufen am 17. Mai 2016.
  2. Geschichte von Hacı Bekir auf der Webseite des Unternehmens (Englisch)