London Array

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Offshore-Windpark „London Array“
Luftaufnahme des in Bau befindlichen Offshore-Windparks
Luftaufnahme des in Bau befindlichen Offshore-Windparks
Lage
Offshore-Windpark „London Array“ (England)
Offshore-Windpark „London Array“
Koordinaten 51° 38′ 0″ N, 1° 33′ 0″ OKoordinaten: 51° 38′ 0″ N, 1° 33′ 0″ O
Land Vereinigtes Königreich
Gewässer Nordsee
Daten
Primärenergie Windenergie
Leistung 630 MW (elektrisch)
Typ Offshore-Windpark
Betreiber Dong Energy (25 %)
E.ON UK Renewables (30 %)
Masdar (20 %)
CDPQ (25 %)
Betriebsaufnahme April 2013 (erste Ausbaustufe mit 630 MW)
Turbine bis zu 341 Siemens SWT-3.6-120
Eingespeiste Energie
2015
ca. 2500[1] GWh
Website www.londonarray.com
Stand 2013

London Array ist ein Offshore-Windpark vor der Ostküste Englands. Mit den Planungen wurde 2001 begonnen und das Projekt im November 2007 genehmigt.[2] Insgesamt waren bis zu 341 Windenergieanlagen geplant, die über einen Zeitraum von vier Jahren errichtet werden und insgesamt eine Leistung von etwa einem Gigawatt haben sollen.

Die erste Ausbaustufe mit 175 Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 630 MW wurde im Dezember 2012 fertiggestellt[3], die vollständige Inbetriebnahme erfolgte im April 2013. Am 4. Juli 2013 wurde London Array als zu dem Zeitpunkt größter Offshore-Windpark der Welt von Premierminister David Cameron offiziell eröffnet.[4]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo

London Array soll der vorerst größte Windpark in der Nordsee werden. Der Standort liegt im äußeren Mündungsbereich der Themse vor der Küste der englischen Grafschaften Kent und Essex und umfasst eine Fläche von 245 Quadratkilometern[5] bei einer Wassertiefe von bis zu 23 Metern. Entwickelt wird das Projekt von dem Konsortium London Array Limited. Beteiligt sind die britische E.ON-Tochter, Dong Energy und die Mubadala Development Company, die 2008 20 Prozent der Anteile von E.ON übernahm.[6] Beteiligt war zunächst auch das Energieunternehmen Royal Dutch Shell, es zog sich jedoch 2008 zurück.[7] Im Endausbau mit 1000 MW sollen jährlich 3400 GWh Energie produziert werden, was dem Energiebedarf von 750.000 Haushalten entspricht.[8]

Phase 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Ausbaustufe mit 175 Windenergieanlagen (WEA) und einer Gesamtleistung von 630 Megawatt wurde im Dezember 2012 fertiggestellt.[3] Die Turbinen wurden von Siemens Windenergie geliefert.[9] Verbaut wurden Turbinen des Typs SWT 3.6-120 mit 3,6 Megawatt Nennleistung, die Anlagen haben einen Rotordurchmesser von 120 Metern und eine Nabenhöhe von 87 Metern. Die Gesamthöhe einer WEA beträgt 147 Meter.

Die Monopile-Fundamente der Windenergieanlagen und zwei Umspannplattformen baute Bilfinger Berger zusammen mit dem dänischen Partner Per Årslev.[10] In den beiden Umspannplattformen wird der von den WEA stammende Strom von Mittelspannung (33 kV) auf 150 kV transformiert und via Seekabel zu einem eigens errichteten Umspannwerk in Cleve Hill geleitet, wo Anschluss an das 400-kV-Netz besteht. Insgesamt wurden 210 Kilometer 33-kV-Kabel und 220 km 150-kV-Kabel verlegt.

Die Investitionssumme belief sich nach Angaben der Investoren auf 2,2 Milliarden Pfund, das sind etwa 2,5 Milliarden Euro.[11]

Die Jahresproduktion im Jahr 2015 lag bei ca. 2500 GWh, was einem Kapazitätsfaktor von ca. 45 % bzw. rund 4000 Volllaststunde entspricht. Im Dezember 2015 speiste der Windpark 369 GWh ins Netz ein, womit in diesem Monat ein Kapazitätsfaktor von 78,9 % erzielt wurde.[1]

Phase 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtkosten nach Abschluss der Phase 2 mit weiteren 240 Megawatt werden auf 3 Milliarden Pfund geschätzt. Gesichert wird die Finanzierung zusätzlich durch die Europäische Investitionsbank. Die britische Regierung verfolgt damit das Ziel, den Anteil der Erneuerbaren Energien bei der elektrischen Stromversorgung bis 2015 auf 15,4 % zu erhöhen.

Die Pläne, das Projekt um 240MW zu erweitern, wurden im Februar (2014) verworfen.[12]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Offshore-Windpark London Array – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b London Array breaks offshore production record. In: Windpower Offshore, 8. Januar 2016. Abgerufen am 11. Januar 2016.
  2. Newsletter Windergie-Agentur Bremerhaven Bremen, Ausgabe 12/2007 (PDF; 779 kB)
  3. a b Final Turbine Installed at London Array. In: LondonArray.com, Pressemitteilung vom 13. Dezember 2012
  4. Florian Diekmann: Offshore-Energie: Großbritannien eröffnet größten Windpark der Welt. In: Spiegel Online, 4. Juli 2013, abgerufen am 4. Juli 2013
  5. Key facts: London Array Location. In: LondonArray.com, abgerufen am 20. November 2011
  6. Abu Dhabi investiert in Windparks. In: Süddeutsche Zeitung (Online-Ausgabe), 16. Oktober 2008
  7. Shell sucht lieber Öl. In: Der Spiegel. Nr. 19, 2008 (online).
  8. London Assembly Environment Committee. In: London.gov.uk, abgerufen am 5. Juni 2011
  9. Dirk Heilmann: Eon baut weltgrößten Hochsee-Windpark. In: Handelsblatt (Online-Ausgabe), 13. Mai 2009
  10. Bilfinger Berger und Aarsleff erstellen Fundamente des Windparks London Array. In: Schiff&Hafen online, 30. November 2009
  11. Key Facts: London Array Project History. In: LondonArray.com, abgerufen am 3. März 2013
  12. London Array production totals 1.5TWh. In: Windpower Offshore, 8. April 2014, abgerufen am 8. April 2014