London Regional Transport

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London Regional Transport (LRT) war die Verkehrsbehörde, die von 1984 bis 2000 für den öffentlichen Personennahverkehr in London und Umgebung zuständig war. Wie bei allen Verkehrsbehörden der Jahre 1933 bis 2000 traten die Verkehrsmittel unter dem Markennamen London Transport in Erscheinung.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Juni 1984 wurde die London Transport Executive gemäß dem London Regional Transport Act 1984 aufgelöst und durch LRT ersetzt. An die Stelle von LRT trat im Jahr 2000 Transport for London (TfL), eine Behörde der neu geschaffenen Greater London Authority.

Struktur[Bearbeiten]

LRT umfasste folgende Tochterunternehmen und Aktivitäten:

  • London Buses Ltd. (LBL)
  • London Underground Ltd. (LUL)
  • LRT Bus Engineering Ltd. mit den Werken Aldenham (bis 1986) und Chiswick für Arbeiten an mechanischen, elektrischen und wagenbaulichen Teilen an Kfz von LBL als auch für andere Kunden
  • London Transport International Services Ltd. (LTI), ein Consultingunternehmen, das für andere Verkehrsunternehmen und Städte arbeitete[1]
  • London Transport Museum (LTM)
  • Travel Information Service mit sieben Informationszentren im Innenstadtbereich und fünf im Flughafen London Heathrow
  • das Fundbüro Lost Property Office
  • London Transport Advertising, das für die Werbung in und an den LRT-Verkehrsmitteln und deren Anlagen zuständig war
  • London Transport Property
  • Victoria Coach Station

U-Bahn[Bearbeiten]

London Underground Limited (LUL) wurde 1985 geschaffen, um das Netz von London Underground zu betreiben. Im Zuge der Privatisierung von British Rail übernahm LUL im Jahr 1994 die Waterloo & City Line.

Busverkehr[Bearbeiten]

London Buses (LBL) strebte nach Einsparungen im Busbetrieb, die durch Ausschreibungen erreicht werden sollten. Die ersten zwölf Buslinien wurden im Oktober 1984 ausgeschrieben, im Juli 1985 übernahmen erste private Busunternehmen den Betrieb.[2] Im Juli 1992 gab es bereits 250 vergebene Buslinien, was etwa 40 % des Busnetzes entsprach und rund 1900 Busse erforderte. 42 % der ausgeschriebenen Linien wurden damals von 17 privaten Betreibern gefahren, den Rest der Ausschreibungen gewannen die Tochterunternehmen von LBL. Bei LBL gab es zu dieser Zeit mehr als 19.000 Beschäftigte, davon über 13.000 Fahrer und Schaffner sowie über 2.500 im Werkstattbereich.[3]

LBL wurde durch die Aufteilung in 13 örtlich begrenzte, selbstständige Tochterunternehmen dereguliert:

  • Centrewest London Buses Ltd, London W2
  • East London Bus & Coach Company Ltd, Ilford (Essex)
  • Leaside Bus Co Ltd, London N4
  • London Central Bus Co Ltd, Lewisham
  • London Forest Travel Ltd, Walthamstow
  • London General Transport Services Ltd, Mitcham (Surrey)
  • London Northern Bus Co Ltd, London WC1
  • London United Busways Ltd, Twickenham
  • Metroline Travel Ltd, Harrow (Middlesex)
  • South East London & Kent Bus Co Ltd (SELKENT), Lewisham
  • South London Transport Ltd, Thornton Heath
  • Stanwell Bus Company, Hounslow
  • London Coaches Ltd, London SW18

1994 privatisierte LRT diese Tochterunternehmen und verkaufte sie. Für die Planung und Abstimmung des weiterhin großen Londoner Busnetzes wurde London Transport Buses (LTB) neu gegründet.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • John R. Day, John Reed: The Story of London's Underground, 10. Auflage. Capital Transport, Harrow Weald 2008, ISBN 978-1-85414-316-7 (englisch)
  • Michael H. C. Baker: London Transport since 1963, Ian Allan Transport Library, Shepperton 1997, ISBN 0-7110-2481-2 (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. LRT Annual Report & Accounts 1986/87
  2. John Reed: London Buses. Capital Transport, Harrow Weald 2000, ISBN 185414-233-X, S. 67
  3. This is London Transport. London Regional Transport und Capital Transport Publishing, Harrow Wealds 1992, ISBN 185414-148-1
  4. John Reed: London Buses. Capital Transport, Harrow Weald 2000, ISBN 185414-233-X, S. 70/71