Lotuspflaume

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Lotuspflaume
Lotuspflaume (Diospyros lotus)

Lotuspflaume (Diospyros lotus)

Systematik
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Ebenholzgewächse (Ebenaceae)
Unterfamilie: Ebenoideae
Gattung: Ebenholzbäume (Diospyros)
Art: Lotuspflaume
Wissenschaftlicher Name
Diospyros lotus
L.

Die Lotuspflaume (Diospyros lotus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ebenholzbäume (Diospyros) innerhalb der Familie der Ebenholzgewächse (Ebenaceae). Sie ist in Ost- und Westchina beheimatet und im Mittelmeerraum seit der Antike eingebürgert.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borke
Illustration aus Arboretum et fruticetum britannicum, or - The trees and shrubs of Britain, native and foreign, hardy and half-hardy, pictorially and botanically delineated, and scientifically and popularly described
Detail einer Blattspreite mit der Blattnervatur
Zweig mit Blüten
Frucht

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lotuspflaume ist ein laubabwerfender Baum, der in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet Wuchshöhen von bis zu 30 Metern und Stammdurchmesser von 1,3 Metern erreichen kann. Die Borke ist grau-schwarz bis grau-braun.[1]

Die wechselständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattstiele weisen eine Länge 0,7 bis 1,5 Zentimetern auf. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 13 Zentimetern sowie einer Breite von 2,5 bis 6 Zentimetern elliptisch bis eiförmig-länglich mit stumpfer Spreitenbasis und zugespitztem bis spitzem oberen Ende. Es sind auf jeder Seite des Hauptnerves sieben bis zehn Seitennerven vorhanden, auch die Netznerven sind klar zu erkennen.[1]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diospyros lotus ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die eingeschlechtigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle.[1]

Die männlichen Blüten stehen auf einem höchstens 6 Millimeter langen Blütenstiel einzeln oder zu zweit bis dritt in einem zymösen Blütenstand zusammen. Sie haben meist vier oder selten fünf Kelchzipfel. Ihre vier rötlichen bis blass-gelben Kronblätter sind zu einer etwa 4 Millimeter langen, urnenförmigen Krone verwachsen.[1] Die 16 Staubblätter[1] besitzen sehr kurze Staubfäden und 3 Millimeter lange Staubbeutel.

Die einzeln stehenden weiblichen Blüten sind annähernd ungestielt. Die vier Kelchzipfel sind auch auf den reifen Früchten gut erkennbar. Ihre vier oder selten fünf blass-grünen, hell-gelben bis rötlichen Kronblätter sind zu einer urnenförmigen, etwa 6 Millimeter großen Blütenkrone verwachsen. Es sind acht Staminodien vorhanden. Der oberständige, achtkammerige Fruchtknoten ist bis auf sein oberes Ende kahl. Es sind vier Griffel vorhanden.[1]

Die anfangs gelben und bei Reife bläulich-schwarzen Beeren sind bei einen Durchmesser von 1 bis 2 Zentimetern fast kugelig bis ellipsoid,[1] sie sind blau bereift und schmecken fade. Die braunen Samen sind abgeflacht und etwa 10 Millimeter lang sowie 6 Millimeter breit.[1]

Die Blütezeit reicht in China von Mai bis Juni und die Früchte reifen im Oktober und November.[1]

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Diospyros lotus erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 1057–1058.

Es werden zwei Varietäten unterschieden:

  • Diospyros lotus var. lotus: Bäume mit Wuchshöhen von bis zu 30 Metern, kahlen Laubblättern oder nur behaarten Blattunterseiten. Sie wächst in Dickichten an Böschungen und in Schluchten in Höhenlagen von 500 bis 2500 Metern.[1]
  • Diospyros lotus var. mollisimma: Bäume mit Wuchshöhen von bis zu 13 Metern, dicht zotteligen behaarten Zweigen und Laubblättern. Sie wächst in Höhenlagen von 1000 bis 2500 Metern in den Provinzen Gansu, Shaanxi und Sichuan.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plinius nannte verschiedene Pflanzenarten mit Namen Lotus: drei baumartige, zwei krautarige und einen stängelartigen Lotus.[2] Mit dem Lotusbaum könnte entweder die Lotuspflaume, der Zürgelbaum (Celtis australis L.) oder die Lotus-Brustbeere (Ziziphus lotus (L.) Lam.) gemeint sein, denn alle drei Arten kommen in Italien vor. Von einer Art bemerkte Plinius, dass das Holz schwarz und für die Anfertigung von Flöten sehr gesucht sei. Das spricht für die Lotuspflaume, deren Holz dunkel wie Ebenholz ist.

Seit dem 17. Jahrhundert sind für Diospyros lotus verschiedene Namen bekannt, wie z. B. Lotusbaum, Lotusboom, Lotus arbor [3].

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maba J. R. Forster & G. Forster: Diospyros.: Diospyros lotus, S. 224 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 15: Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1996, ISBN 0-915279-37-1.(Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • Shahina A. Ghazanfar: Ebenaceae, in der Flora of Pakistan: Diospyros lotus – Online. (Abschnitte Beschreibung und Systematik, abgerufen im März 2010)
  • Dericks-Tan, Vollbrecht: „Auf den Spuren der Wildfrüchte in Europa“, Abadi-Verlag 2009, ISBN 978-3-00-021129-4, S. 142–144.
  • Andreas Bärtels: „Enzyklopädie der Gartengehölze“, Ulmer Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3198-6, S. 256.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Maba J. R. Forster & G. Forster: Diospyros.: Diospyros lotus, S. 224 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 15: Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1996, ISBN 0-915279-37-1.
  2. Plinius XIII, 72 und XVI, 53
  3. Munting: Naauwkeeurige beschrijving der aardgewassen, 1696

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lotuspflaume (Diospyros lotus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien