Ludwig Eisenlohr junior

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Ludwig Eisenlohr junior (* 22. September 1894 in Stuttgart; † 23. Februar 1993 in Überlingen) war ein deutscher Architekt.

Die Zeit vor 1933[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn Ludwig Eisenlohrs studierte, von seinem Einsatz als Sanitätssoldat im Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, an der Technischen Hochschule Stuttgart bei Paul Bonatz und Paul Schmitthenner. Von 1920 bis 1924 arbeitete er im Architekturbüro von Alfred Fischer in Essen, danach zusammen mit seinem späteren Schwager Oscar Pfennig im Büro seines Vaters in Stuttgart. 1925 gewannen Pfennig und Eisenlohr den ersten Preis im Architekturwettbewerb für den Mittnachtbau in Stuttgart, der 1926 bis 1928 errichtet wurde. Die Stahlbetonkonstruktion wurde mit Travertin verkleidet. Dieses Bauwerk gilt als erstes Zeugnis für die Linie, die das Architekturbüro Eisenlohr und Pfennig einhielt. Eisenlohr und Pfennig gewannen auch die Wettbewerbe für die Kurhalle in Bad Mergentheim (1926–1928), für das Krankenhaus in Waiblingen (1926) und für das Kaufmannserholungsheim in Bad Urach (1929).

Bis heute bekannt ist das Hochhaus des Kaufhauses Breuninger am Stuttgarter Marktplatz, das in den Jahren 1929 bis 1931 errichtet wurde. Die Konstruktion wurde auf der Ausstellung The International Style in New York im Jahr 1932 vorgestellt.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenlohr trat aus Sorge um seine weiteren beruflichen Möglichkeiten bereits 1933 der NSDAP bei, versuchte sich einerseits dem nun herrschenden Geschmack anzupassen und konzentrierte sich andererseits nun verstärkt auf den Industriebau, der weniger durch neue Richtlinien eingeschränkt wurde als „offizielle“ Bauvorhaben. Aus dieser Phase stammen die Verwaltungsgebäude der Daimler-Benz AG in Sindelfingen und Untertürkheim. Im Wettbewerb um den Bau der SA-Schule in Rottenburg am Neckar 1934 erhielt er den zweiten Preis, der Entwurf für den Kochbrunnen in Wiesbaden erhielt im gleichen Jahr den ersten Preis, der für das Rathaus in Reutlingen 1939 den dritten. Das Generalkommando V in Stuttgart-Nord, das das Büro 1938 plante, wurde nicht realisiert.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenlohr war am Wiederaufbau des Graf-Eberhard-Baus beteiligt, konnte aber vorläufig nicht an seine früheren Erfolge anschließen. Sein Vorschlag für den Neubau der Liederhalle z. B. fand 1949 keine Zustimmung. Nach Studienreisen in die Schweiz und nach Schweden konnte er sich an der Planung des Stuttgarter Katharinenhospitals beteiligen. In seinem Büro, das später von seinem Sohn Werner Eisenlohr weitergeführt wurde, wurden nun vor allem Krankenhäuser und Schulbauten geplant, so z. B. das Stuttgarter Olgahospital samt Schwesternwohnheim und Tiefgarage und das Rotkreuzkrankenhaus in Bad Cannstatt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rüdiger Krisch: Kochenhofsiedlung in Stuttgart. In: Harlander, Tilman, u. a. (Hrsg.): Villa und Eigenheim – Suburbaner Städtebau in Deutschland. Stuttgart / München 2001, S. 229–237.
  • Stefanie Plarre: Die Kochenhofsiedlung. Das Gegenmodell zur Weißenhofsiedlung. Hohenheim-Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-89850-972-9.
  • Annette Schmidt: Ludwig Eisenlohr. Ein architektonischer Weg vom Historismus zur Moderne. Hohenheim-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-89850-979-6. (Monografie über den Vater Ludwig Eisenlohr senior sowie den Bürobetrieb)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]