Ludwig Eisenlohr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zweiter von links: Ludwig Eisenlohr, 1889

Ludwig Eisenlohr senior (* 17. März 1851 in Nürtingen; † 11. Oktober 1931) war ein deutscher Architekt.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig Eisenlohr war der Sohn des Lehrerseminarleiters Theodor Eisenlohr und dessen Ehefrau Auguste Henriette Eisenlohr geb. Feuerlein. Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule (Berlin-) Charlottenburg und an der Technischen Hochschule Stuttgart, unter anderem bei Christian Friedrich von Leins.

Eisenlohr war seit 1877 in und um Stuttgart tätig. Er stand anfangs in der Tradition des Historismus, aber machte sich um 1900 auf die Suche nach neuen architektonischen Möglichkeiten. Um die Jahrhundertwende galt er zusammen mit seinem Büropartner Carl Weigle, mit dem er auch die Architekturzeitschrift Architektonische Rundschau herausgab, als einer der renommiertesten Architekten Stuttgarts. Neben zahlreichen Wohnhäusern und Geschäftshäusern entwarf er auch die russisch-orthodoxe Kirche St. Nikolai, die 1895 eingeweiht wurde, die neoromanische evangelische Heilandskirche in Stuttgart-Berg, die Gruftkapelle der Freiherren von Gemmingen oberhalb von Burg Hornberg[1] und das – heute nicht mehr in der geplanten Form erhaltene – Kaufhaus Breuninger am Stuttgarter Marktplatz. Auch die Erweiterung des Hotels Marquardt wurde von Eisenlohr geplant.

Überregional bekannt wurden seine Wettbewerbsentwürfe für das Reichstagsgebäude in Berlin, für das Reichsgerichtsgebäude in Leipzig, für das Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar und für die Realschule in Heidenheim an der Brenz (1899, seit 1952 „Hellenstein-Gymnasium“). In der Fachpresse wurden verschiedene seiner Bauten veröffentlicht, so das Geschäftshaus der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) in Berlin, die Papierfabrik Scheufelen in Oberlenningen und das Verbindungshauses des Corps Suevia in Tübingen.

Eisenlohrs Sohn Ludwig Eisenlohr junior und sein Schwiegersohn Oscar Pfennig führten das Architekturbüro fort. Viele seiner Bauten stehen heute unter Denkmalschutz.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das neue Verwaltungsgebäude der württembergischen Sparkasse. In: Monatsschrift des Württembergischen Vereins für Baukunde in Stuttgart, Jahrgang 1901, Heft 2, S. 10–13. (Digitalisat)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christine Breig: Der Villen- und Landhausbau in Stuttgart 1830–1930. Hohenheim Verlag, Stuttgart / Leipzig 2000, ISBN 3-89850-964-8, S. 519 f.
  • Annette Schmidt: Ludwig Eisenlohr. Ein architektonischer Weg vom Historismus zur Moderne. Hohenheim-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-89850-979-6.

sowie als Bildquellen für einzelne Bauten:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ludwig Eisenlohr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Architektonische Rundschau, 4. Jahrgang 1888, Heft 10, Tafel 76/77.