Ludwigshöhe (Darmstadt)

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Ludwigshöhe
Ludwigshöhe mit Blick auf Darmstadt, hinten Taunus, hinten rechts Frankfurt am Main

Ludwigshöhe mit Blick auf Darmstadt, hinten Taunus, hinten rechts Frankfurt am Main

Höhe 242,2 m ü. NHN [1]
Lage Hessen, Deutschland
Gebirge Odenwald
Koordinaten 49° 50′ 35″ N, 8° 39′ 39″ OKoordinaten: 49° 50′ 35″ N, 8° 39′ 39″ O
Ludwigshöhe (Darmstadt) (Hessen)
Ludwigshöhe (Darmstadt)
Gestein Kristalliner Odenwald - Frankenstein-Komplex
Alter des Gesteins ca. 360 Millionen Jahre
Besonderheiten Ludwigsturm (AT), Volkssternwarte Darmstadt
Ansicht Darmstadts von der Ludwigshöhe aus (Mitte des 19. Jahrhunderts)
Ludwigsturm auf der Ludwigshöhe

Die Ludwigshöhe, auch Bessunger Hausberg genannt, ist ein historischer Ausflugsort im Süden von Darmstadt und Standort des Aussichtsturms Ludwigsturm.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Ludwigshöhe geht auf Großherzog Ludewig I. von Hessen und bei Rhein zurück.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ludwigshöhe ist mit 242,2 m ü. NHN die höchste Erhebung von Darmstadt-Bessungen. Vom Ludwigsturm kann man im Südwesten den Pfälzerwald und die Vogesen sehen, im Westen den Donnersberg, und im Nordwesten den Soonwald und Hunsrück, im Norden kann man außer dem Taunus mit dem Großen Feldberg und seinem ihn markierenden Fernmeldeturm bei guter Sicht auch die Frankfurter Skyline deutlich sehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts als Ausflugsziel entdeckt, wuchs der Besucherstrom von Jahr zu Jahr an. Nach dem Bau eines kleinen Holztempels wurde im Jahre 1838 ein massives Gasthaus errichtet, welches im Laufe der Jahre stetig um- und ausgebaut wurde. Gekrönt wurde das Ausflugsziel durch das Errichten eines 27,5 m[2] hohen Aussichtsturms, dem Ludwigsturm, der durch Wilhelm Schwab, einem Gründungsmitglied der Darmstädter Bauverein AG, gespendet wurde. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war die Ludwigshöhe ein selbsternannter Luftkurort und eines der beliebtesten Ausflugsziele Deutschlands. Ein großes Hotel-Restaurant mitsamt Aussichtsterrasse, Ludwigsturm, Musiktempel, Skisprungschanze und einer Bob- und einer Rodelbahn im Winter erwartete den Besucher. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Hotel-Restaurant durch die deutsche Luftwaffe der Wehrmacht genutzt und Ende März 1945 von ihr angezündet und gesprengt.

360° Panorama der Ludwigshöhe. In der Bildmitte ist die Volkssternwarte zu erkennen.
Blick vom Ludwigsturm auf Darmstadt. Auf der rechten Seite der Feldberg im Taunus und die Skyline von Frankfurt am Main. Bildwinkel: 80°

Die Ludwigshöhe in den Kriegsjahren 1939–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgender Text entnommen von dem Buch Die Ludwigshöhe – Der Bessunger Hausberg.:[3]

In den großen Kellergewölben lagerte die Wehrmacht ihre zu damaliger Zeit hochmodernen fernmelde- und funkmeldetechnischen Anlagen. Durch Tieffliegerangriffe, die den Turm und den Flakstellungen galten, wurde das Hotel in den letzten Kriegsmonaten beschädigt, jedoch nicht zerstört. Viele Angriffe verfehlten ihr Ziel, da die Ludwigshöhe strategisch sehr günstig lag. Die Zerstörung des Gebäudekomplexes hatte einen ganz anderen Grund. Nachdem die Luftwaffe gegen Ende des Krieges ihre Stellungen auf der Ludwigshöhe räumte, sollte sie auch für die Zerstörung des beliebten Ausflugsziel verantwortlich gemacht werden. Ein auf der Ludwigshöhe stationierter Major aus dem Fränkischen machte in den siebziger Jahren bei einem Besuch des alten Befehlsstandes folgende Aussage: "Nachdem es beschlossene Sache war, den Standort aufzugeben, kam von höchster Ebene aus Berlin der Befehl, das Hotel-Restaurant mitsamt den fernmeldetechnischen Anlagen zu sprengen. Nichts sollte den Alliierten an moderner Technik in die Hände fallen.‘ (Nerobefehl Adolf Hitlers am 19. März 1945).

Nach mehreren Jahren Bewirtschaftung in einer ehemaligen Wehrmachtsbaracke (Cafe-Restaurant Ludwigshöhe) östlich des Ludwigsturms gab es Pläne die Ludwigshöhe großflächig zu bebauen. Das Cafe-Restaurant Ludwigshöhe schloss Anfang der 1960er Jahre für immer seine Pforten und die Ruine des ehemals stolzen Hotel-Restaurant Ludwigshöhe wurde abgetragen. Das Großprojekt Hotel Ludwigshöhe eines großen Hotelkonzerns wurde nach einigen Jahren verworfen. Danach ging es mit der Ludwigshöhe als familiäres Ausflugsziel wieder bergauf. Einen großen Beitrag für die Wiederherstellung dieses Ausflugsziels im kleinen Rahmen leistete dabei die Bürgeraktion Ludwigshöhe, die heutige Bürgeraktion Bessungen/Ludwigshöhe e.V.. Nun erfreut sich die Ludwigshöhe mit der Einkehrmöglichkeit Ludwigsklause wieder steigender Beliebtheit.

Der Ludwigsturm ist während der Öffnungszeiten der Ludwigsklause wieder begehbar und bietet eine schöne Aussicht. Die historische Aussichtsterrasse, unterhalb des Turms beschert dem Besucher einen imposanten Blick auf ganz Darmstadt, in die Rheinebene, bis nach Frankfurt am Main und zum Taunus. Während der Frühlings-, Sommer- und Herbstmonate weht nach altem Vorbild wieder eine Fahne auf dem Ludwigsturm und bereichert das Stadtbild Darmstadts.

Seit Mitte/Ende 2003 gibt es die Vision eines Bessunger Ingenieurs und Buchautors, die alte Ludwigsklause abzutragen und das Gelände um die Klause zu renaturieren. Ein Neubau der Ludwigsklause als Ausflugscafe Ludwigshöhe soll westlich des Turmes mit Blick auf Darmstadt und das Umland neu entstehen und die Reaktivierung der alten Aussichtsterrasse des ehemaligen Hotel-Restaurants Ludwigshöhe als Biergarten mit „imposanten Blick auf Darmstadt“ beinhalten. Dabei soll das gemütliche Ambiente und auch die Kapazität der Sitzplätze im Inneren des in der Vision existierenden Ausflugscafe der alten Ludwigsklause ähnlich sein. Die Ludwigshöhe und ihr neues Cafe sollen auch wie heute die alte Ludwigsklause nur per Fuß oder Rad erreichbar sein. Das Projekt ist daher eng an die zukünftige Bebauung der unterhalb der Ludwigshöhe existierenden Konversionsgelände "Jefferson-Village", "Cambrai-Fritsch Kaserne" und "Lincoln-Village" angelehnt, und soll den über die Jahre hinweg stetig wachsenden Besucherstrom auf / zur und von der Ludwigshöhe gerecht werden. Das in der Vision existierende neue Ausflugscafé ist als End-, Mittel- oder Ausgangspunkt für Wanderungen von der Ludwigshöhe und zur Ludwigshöhe vorgesehen. Eine völlig neu überarbeitete reißfeste und wasserdichte Wanderkarte bietet Rundwanderwege, Kurzwanderwege und Wanderwege von öffentlichen Parkplätzen zur Ludwigshöhe inklusive Minutenangabe an.

Am 24. September 2007 ist der Ludwigsturm 125 Jahre alt geworden. Der Bessunger Hausberg, die Ludwigshöhe, wird durch die "Bürgeraktion Bessungen / Ludwigshöhe e.V" hauptsächlich "betreut". Ein Gedenkstein für ein Rodelunglück mit tödlichem Ausgang befindet sich in der noch eingezäunten Jefferson Village. Dieser soll aber wieder nach der Bebauung dieser Konversionsfläche allen Wanderfreunden und Interessierten zugänglich werden.[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Ludwigshöhe befindet sich auch die Volkssternwarte Darmstadt. Ebenfalls hat die Außenstelle Eschborn der Bundesnetzagentur einen Standort auf der Ludwigshöhe zur Überwachung Elektromagnetischer Verträglichkeit und Funkentstörung.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenstein-Komplex

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

http://www.geo-naturpark.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Deuster: Die Ludwigshöhe – Der Bessunger Hausberg. 5. Auflage. Toeche-Mittler Verlag, Darmstadt 2006, ISBN 3-87820-120-6.
  • Thomas Deuster: Der Bismarckturm und Waldpark Marienhöhe. 2. Auflage. Toeche-Mittler Verlag, Darmstadt 2006, ISBN 3-87820-121-4.
  • Thomas Deuster: Wanderkarte – Historische Ausflugsziele rund um die Ludwigshöhe. Toeche-Mittler Verlag, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-87820-122-9.
  • Thomas Deuster: Wanderkarte rund um die Ludwigshöhe. Toeche-Mittler Verlag, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-87820-136-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. nach eigener Vermessung (Turmhöhe laut Prospekt „Die Ludwigshöhe“ 28 m)
  3. Thomas Deuster: Die Ludwigshöhe – Der Bessunger Hausberg. 2006, S. 53.
  4. Thomas Deuster: Die Ludwigshöhe – Der Bessunger Hausberg. 2006, S. 45 und 106.
  5. BNetzA: Außenstelle Eschborn – Standort Darmstadt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]