Soonwald

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Soonwald
Höchster Gipfel Ellerspring (657,5 m ü. NHN)
Lage Rhein-Hunsrück-Kreis, Landkreis Bad Kreuznach; Rheinland-Pfalz (Deutschland)
Teil des Hunsrück
Soonwald (Rheinland-Pfalz)
Soonwald
Koordinaten 49° 55′ N, 7° 37′ OKoordinaten: 49° 55′ N, 7° 37′ O
Gestein Quarzit-Rücken
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Soonwald und Umgebung

Der Soonwald im Rhein-Hunsrück-Kreis und im Landkreis Bad Kreuznach ist ein bis 657,5 m ü. NHN[1] hoher Teil des rheinland-pfälzischen Mittelgebirges Hunsrück.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soonwald liegt im Osten und Süden des Rhein-Hunsrück-Kreises und im Westen und Norden des Landkreises Bad Kreuznach. Er befindet sich im Naturpark Soonwald-Nahe etwa zwischen dem Hauptkamm des Hunsrücks (Nordwesten) und dem Nahetal (Südosten), hinter dem sich das Saar-Nahe-Bergland erhebt. Auf etwa 40 km Länge erstreckt er sich in Südwest-Nordost-Richtung vom an der Nahe gelegenen Simmertal bis zum Tal des Guldenbachs, das an der Nahtlinie des Soonwaldes zum westlich des Rheinknies bei Bingen gelegenen Binger Wald liegt.

Nach allen Himmelsrichtungen schließen sich an den stark bewaldeten Soonwald (weitere) Mittelgebirgszüge bzw. Waldgebiete an: Dies sind im Südwesten der Lützelsoon und der etwas westlich davon liegende Idarwald, im Südosten der Gauchswald und im Nordosten der Binger Wald, wobei der Lützelsoon und auch der Binger Wald teilweise nicht als eigenständige Waldgebiete betrachtet, sondern dem Soonwald zugerechnet werden. Das gesamte Gebiet wird dann als „Großer Soon“ bezeichnet.

Berge und Höhenlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der höchste Berg des Soonwaldes ist die Ellerspring (657,5 m). Dem entgegen befindet sich seine niedrigste Stelle bei Simmertal – wenn man den Ort noch zum Soonwald zählt – an der Einmündung des Simmerbachs in die Nahe (190 m). Zu seinen Bergen und Erhebungen gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalnull (NHN), wenn nicht anders genannt laut[1] (ohne Objekte im Lützelsoon):

Fließgewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb des Soonwaldes und an seinen Rändern entspringen und fließen unter anderem folgende Fließgewässer:

  • Nahe, Rhein-Zufluss im Süden, Mündung bei Bingen/Rhein.

Deren Nebenflüsse:

  • Guldenbach, Nahe-Zufluss im Norden, Grenzbach zum Binger Wald, Mündung bei Bretzenheim/Nahe
    • Seibersbach, Zufluss des Guldenbachs, Mündung vor Stromberg/Hunsrück
    • Dörrebach, Zufluss des Guldenbachs, Mündung in Stromberg/Hunsrück
  • Ellerbach, Nahe-Zufluss im Südosten, Mündung in Bad Kreuznach/Nahe
    • Gräfenbach, Zufluss des Ellerbachs im Osten, Mündung zwischen Rüdesheim und Bad Kreuznach/Nahe
  • Simmerbach (im Unterlauf Kellenbach genannt), Nahe-Zufluss im Nordwesten, Westen, Südwesten und Süden, Grenzbach zum Lützelsoon, Mündung südlich von Kellenbach bei Simmertal
    • Lametbach; Mündung als linker Nebenbach in Gemünden
  • Gaulsbach, Nahe-Zufluss im Süden
  • Münchwalder Bach; Mündet in Spaller Bach, dieser mündet in den Gräfenbach

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaften die den Soonwald einrahmen:

Diese größeren Ortschaften befinden sich etwas entfernt vom Soonwald:

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lee-Effekt am Soonwald, von Norden her gesehen

Durch die Höhendifferenz von etwa 500 m ist die Jahresdurchschnittstemperatur auf den Gipfeln des Soonwaldes mit knapp 7 °C mehr als 2 °C niedriger als im Simmerbachtal bei Kellenbach (über 9 °C), zugleich fällt mit über 800 mm ein Viertel mehr Niederschlag als in den Tieflagen (laut Deutscher Wetterdienst, 1999).

Darüber hinaus können aufgrund der Topografie des Soonwaldes Lee-Effekte entstehen. Solche Wetterlagen sind jedoch nur in den Herbst- und Wintermonaten möglich.

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soonwald und sein „kleiner Sohn“, der sich südwestlich anschließende Lützelsoon, bilden zusammen eine weitgehend geschlossene Waldfläche von, unterschiedlichen Angaben zufolge, 20.000 bis 35.000 ha Fläche. Damit zählt er eher zu den kleineren Waldgebieten Deutschlands, aber zu dessen größeren zusammenhängenden.

Die Flora des Soonwaldes zeichnet sich durch Vielfalt und Eigenart aus. Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Lebensraumansprüchen wachsen auf engem Raum nebeneinander. Sie umfasst zum Beispiel etwa 850 (!) Farn- und Blütenpflanzensippen. Die wesentlichen Nutzbaumarten des Sonnwaldes sind die Fichte sowie die Buche. Daneben gibt es Eichen, Erlen, Tannen und Douglasien. Die traditionellen Monokulturen weichen, vor allem durch Windwurfschäden, immer mehr artenreichen Mischwäldern.

Im Soonwald und im Lützelsoon wurden sieben Naturschutzgebiete ausgewiesen, um die Artenvielfalt zu erhalten. Dabei handelt es sich meistens um extensiv genutzte, feuchte Waldwiesen, die wegen ihrer Vorkommen seltener Pflanzen und Insekten unter Schutz gestellt wurden – zum Beispiel die „Hirtenwiese“ im Lützelsoon und der „Waldwinkel“ bei Dörrebach.

Fauna: Maßgeblich für die Auszeichnung von führenden Vogelschutzorganisationen (z.  B. „Birdlife“) sind die Vorkommen folgender Vogelarten: Schwarzspecht, Raubwürger, Eisvogel, Grauspecht, Mittelspecht, Neuntöter, Schwarzstorch, Rotmilan und Wespenbussard. Dennoch hat die Landesregierung den Soonwald bis heute nicht als Vogelschutzgebiet an die EU-Kommission nach Brüssel gemeldet. Jagdbares Wild in Form von Rotwild, Schwarzwild, Rehwild und Rotfuchs kommt im Soonwald häufig vor.

Auf dem Rennweg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Soonwald wird zum ersten Mal in einer Urkunde des Klosters Prüm von 868 "silva sana" genannt. Spätere Schreibweisen sind 1128 "nemus sane", 1190 "waldt San", 1438 "off dem Sane", dann "San" und schließlich Soonwald. Zahlreiche Deutungsversuche bringen das Wort mit Senn = Weide oder Sone = Schweineherde in Verbindung und deuten damit auf die Jahrhunderte alte Funktion des Soonwaldes als Weidewald hin.

Ursprünglich erstreckte sich ein riesiges Waldgebiet vom Südelsaß über das Saarland, den Westrich, den Hunsrück bis zur Mosel. Es war der Vosagus (Wasgenwald), ein "Silva regis" (Königlicher Forst). Im Laufe der Zeit entstanden durch Rodungen Teilgebiete, die wiederum eigene Bezeichnungen erhielten.

Hügelgräber, wie das Alte Grab südlich von Argenthal, Burgruinen und die heutigen Siedlungen und Dörfer lassen darauf schließen, dass der Soonwald bzw. seine Umgebung schon seit langer Zeit besiedelt ist.

Zur Sicherung der Erzvorkommen und Verhüttungsstellen wie der Gräfenbacherhütte wurden im Mittelalter über den südwärts zur Nahe abfließenden Bachtälern zahlreiche Burgen errichtet. Die malerischen Ruinen der Wildburg und des Koppensteins auf dem nördlichen Soonwaldkamm wurden im 19. Jahrhundert als sagenhafte Stätten durch die Hunsrückdichter Otto von Vacano und Peter Joseph Rottmann in romantischen Balladen besungen.

Bei der Suche nach einer Region im Hunsrück zur Schaffung eines Nationalparks durch das Umweltministerium Rheinland-Pfalz, stand die Region Soonwald neben dem im Landkreis Birkenfeld gelegenen Hochwald zur Option. Da sich der Soonwald jedoch sowohl über den Landkreis Rhein-Hunsrück als auch den Landkreis Bad Kreuznach erstreckt, benötigte das Vorhaben die Unterstützung beider Landkreise. Da der Landkreis Bad-Kreuznach dem Vorhaben jedoch eher kritisch gegenüberstand, fiel die Entscheidung schließlich für den Hochwald.[3][4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forstamt Entenpfuhl bei Bad Sobernheim

Der Soonwald wird fast überwiegend waldbaulich genutzt, in mehreren Steinbrüchen wird Quarzit vor allem zum Verkehrswegebau abgebaut. Bis Ende der 1990er Jahre wurde der Soonwald von mehreren Forstämtern der Umgebung bewirtschaftet, dies waren unter anderem die Forstämter Neupfalz, Entenpfuhl und Simmern. Durch eine Strukturreform wurde das zentrale Forstamt Soonwald mit Sitz in Entenpfuhl geschaffen,[5] und das Forstamt Neupfalz wurde zum Walderlebniszentrum Soonwald umgebaut.[6]

2010 hat sich eine Bürgerinitiative gegen die Einrichtung von Windparks im Naturpark gegründet.[7] Dennoch ging 2012 der auf den Gemarkungen der Kommunen Ellern, Dörrebach und Seibersbach gelegene Windpark Ellern in Betrieb.

Der am Südrand gelegene ehemalige Fliegerhorst Pferdsfeld wurde ursprünglich als Militärflugplatz konzipiert. Im Rahmen von Konversionsmaßnahmen ist unter anderem der größte Solarpark in Rheinland-Pfalz entstanden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soonwald ist über die von der Bundesautobahn 61 (die im Nordosten an der Nahtlinie zum Binger Wald in Nordwest-Südost-Richtung verläuft) abzweigende Bundesstraße 50 (Anschluss-Stelle Rheinböllen) zu erreichen. Er kann auch über die B 421, die am Übergang zum Lützelsoon durch das Tal des Simmerbachs verläuft, und über die B 41, die durch das Nahetal führt, aufgesucht werden.

Eisenbahnstrecken führen entlang der B 50 im Nordwesten (Hunsrückquerbahn), durch das Tal des Guldenbachs im Nordosten (Bahnstrecke Simmern–Gemünden) und durch das Nahetal im Südosten (Nahetalbahn). Die Hunsrückquerbahn ist zurzeit zwar stillgelegt, soll jedoch wieder reaktiviert werden. Die Strecke im Guldenbach wurde inzwischen komplett abgebaut.

Bei Bad Sobernheim (Südosten) und bei Simmern befinden sich Flugplätze.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bollinger Eiche

Innerhalb des Soonwaldes, über dessen Hauptkamm ein Abschnitt des Europäischen Fernwanderwegs E3 sowie der 2009 eröffnete Soonwaldsteig[8] verlaufen, bzw. an seinen Rändern befinden sich unter anderem diese Sehenswürdigkeiten und geographischen Ziele:

Viele Waldwege sind gleichfalls ausgewiesene Radwege; im Norden verläuft der Schinderhannes-Soonwald-Radweg durch das Brühl- und Lametbachtal.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal „Jäger aus Kurpfalz“, Forsthaus Entenpfuhl

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Nationalpark: Landrat Fleck sieht für den Soonwald kaum noch Chancen Rhein-Zeitung vom 17. Mai 2012, auf rhein-zeitung.de
  4. Nationalpark Hunsrück – Konzept der Landesregierung…, abgerufen am 6. Mai 2104, auf nationalpark.rlp.de (PDF; 2,78 MB)
  5. Landesforsten Rheinland-Pfalz: Forstamt Soonwald, abgerufen am 18. Dezember 2011, auf wald-rlp.de
  6. Landesforsten Rheinland-Pfalz: Walderlebniszentrum Neupfalz wird Pforte zum Naturpark Soonwald-Nahe, Pressemeldung vom 9. Februar 2006, auf wald-rlp.de
  7. Links zum Soonwald, von der Initiative Soonwald, auf soonwald.de
  8. Soonwaldsteig – Gesamtstrecke. Tourenplaner Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 16. November 2013, auf outdooractive.com

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Bauer: Der Soonwald. Auf den Spuren des Jägers aus Kurpfalz. DRW-Verlag, Stuttgart 1974.
  • Uwe Anhäuser: Sagenhafter Hunsrück. Rhein-Mosel-Verlag, Alf 1995, ISBN 3-929745-23-2.
  • Uwe Anhäuser: Kultur-Erlebnis Hunsrück. Literaturverlag Dr. Gebhardt und Hilden, Idar-Oberstein 2000, ISBN 3-932515-29-3.
  • Uwe Anhäuser: Schinderhannes und seine Bande. Rhein-Mosel-Verlag, Alf 2003, ISBN 3-89801-014-7.
  • Uwe Anhäuser: Die Ausoniusstraße von Bingen über den Hunsrück nach Trier. Ein archäologischer Reise- und Wanderführer. Rhein-Mosel-Verlag, Alf 2006, ISBN 3-89801-032-5.
  • Heinz Fischer: Der Hunsrück. Portrait eines Mittelgebirges. Heinz-Fischer-Selbstverlag, Koblenz 2009, ISBN 978-3-00-027955-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Soonwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien