Luftfrachtbrief

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter einem Luftfrachtbrief (engl. Air Waybill, AWB) versteht man eine Urkunde, die zur Bestätigung der Menge, des äußeren Erscheinungsbildes und teilweise des Inhalts der übernommenen Luftfracht dient (Details sind abhängig von den konkreten vertraglichen Vereinbarungen oder den zugrunde liegenden gesetzlichen Bestimmungen: national BRD nach §§ 407 ff. Handelsgesetzbuch (HGB); international: Montrealer Übereinkommen 1999. Ergänzend sind Vereinbarungen heranzuziehen, die von den Verbänden vorgegeben werden, z. B. die IATA-Transportbestimmungen).

Der Luftfrachtbrief „ersetzt“ die Funktionen der Empfangsbestätigung durch die Fluggesellschaft, der Warenbegleit- und Sperrpapiere und stellt kein Warenwertpapier dar.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Luftfrachtbrief ist mit einer Seriennummer und dem 3-stelligen Code der Fluggesellschaft gekennzeichnet. An die IATA-Agenten werden AWB-Nummernkreise vergeben, mit denen der Endlos-Frachtbrief bedruckt wird. Beispiel: 172-1234567 5. Die ersten drei Ziffern identifizieren die Airline (hier 172 für die Cargolux).[2][3] Aus den folgenden sieben Ziffern ergibt sich die Seriennummer des Luftfrachtbriefes und die letzte Ziffer ist die so genannte Prüfziffer. Diese wird benötigt um die Echtheit der Luftfrachtbriefnummer zu überprüfen. Die Ermittlung erfolgt als Modulo-7-Berechnung: Die siebenstellige Zahl (ohne den Carrier-Code) wird durch 7 dividiert, der Rest ergibt die Prüfziffer; sie kann also immer nur von 0 bis 6 lauten.

Arten von Luftfrachtbriefen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Arten von Luftfrachtbriefen:

Den IATA Direkt AWB (auch „Direct to consignee“ / DTC): Eine Sendung mit einem Versender (Shipper) wird zu einem Ziel (Destination) transportiert und an einen Empfänger (Consignee) ausgeliefert. In diesem Fall wird als Absender der „tatsächliche“ Versender und als Empfänger der Endempfänger der Sendung genannt.

Consol-AWB: Hier werden wie im Sammelgutverkehr auf der Straße Sendungen von mehreren Absender z. B. am Lager des Versandspediteurs gesammelt. Alle Sendungen werden dann (oftmals „vorgebaut“, also auf einer Luftfrachtpalette) bei der Fluggesellschaft aufgeliefert. Die Sammelgutsendung (Consol / Konsolidierung) erhält dann einen sogenannten Master-airwaybill. Gegenüber der Fluggesellschaft ist der Absender der Versandspediteur, der Empfänger der Empfangsspediteur. Für jede der in dieser Sammelgutsendung beinhalteten Frachten wird ein so genannter House-airwaybill erstellt, also ein „Unter-Frachtbrief“, in welchem die tatsächlichen Absender und Empfänger genannt werden. Am Empfangsflughafen wird die Sammelsendung an den Empfangsspediteur übergeben, der diese an die einzelnen Empfänger verteilt.

Back-to-Back (B2B): Auch hier wird ein Master- und House-AWB erstellt; es handelt sich jedoch um keine Konsolidierung, sondern um eine Einzelsendung. Diese Variante muss in einigen Ländern aus zollrechtlichen Gründen gewählt werden. Sie wird auch benutzt, um durch den Empfangsspediteur die Fracht beim Empfänger einziehen zu lassen, wenn diese unfrei („collect“) versandt wurde.

Die Luftfrachtgesellschaften ziehen i.d.R. keine Frachtkosten beim Empfänger ein. D.h. der Versandspediteur hat die Frachtkosten incl. aller Nebenkosten bei der Airline zu entrichten.

Der Absender haftet im Regelfall – abhängig von der konkreten Vereinbarung und/oder der zugrunde liegenden gesetzlichen Bestimmung – für die Richtigkeit der Angaben im Luftfrachtbrief, außer er kann beweisen, dass ihn kein Verschulden der falschen Angaben trifft (z. B., wenn der IATA-Agent die Daten falsch eingetragen hat).

Aufgaben eines Luftfrachtbriefes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beweisurkunde für Abschluss des Luftfrachtvertrages
  • Empfangsbescheinigung des Carriers
  • Instruktion des Absenders bezüglich Behandlung, Leitweg und Auslieferung der Luftfrachtgüter
  • Einverständnis des Absenders mit Beförderungsbedingungen
  • Versicherungszertifikat bei Versicherungsabschluss mit AWB
  • Angaben, die die Haftungshöhe des Carriers bestimmen
  • Unterlage für die Zolldeklaration
  • Abrechnungsgrundlage für die Luftfrachtkosten

Drei Ausfertigungen gelten als Originale:

  • für Luftfrachtführer, vom Absender unterzeichnet (grün)
  • für Empfänger, begleitet Fracht, von Absender und Luftfrachtführer unterzeichnet (rot)
  • vom Luftfrachtführer unterzeichnet, für Absender, Beweis für Übergabe des Gutes und den Vertragsabschluss (blau)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

www.wirtschaftslexikon24.net/d/luftfrachtbrief/luftfrachtbrief.htm Hintergründe zum Luftfrachtbrief (abgerufen am 15. Juni 2010)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://globus24.com/import-export-fachbegriffe/awb_airway_bill.php
  2. Utopiax.org
  3. Airline codes and ticketing codes


Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!