Cargolux

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Cargolux Airlines International S.A.
Das Logo der Cargolux
Eine Boeing 747-400F der Cargolux
IATA-Code: CV
ICAO-Code: CLX
Rufzeichen: CARGOLUX
Gründung: 1970
Sitz: Sandweiler, LuxemburgLuxemburg Luxemburg
Heimatflughafen:

Flughafen Luxemburg

Unternehmensform: Societé Anonyme (Aktiengesellschaft)
Leitung: Dirk Reich (CEO)[1]
Mitarbeiterzahl: 1606 (2013)
Flottenstärke: 25 (+ 1 Bestellung)
Ziele: international
Website: www.cargolux.com

Cargolux Airlines International S.A. ist eine luxemburgische Frachtfluggesellschaft mit Sitz in Sandweiler, Luxemburg[2] und die weltweit größte Betreiberin der Boeing 747-8F, gemeinsam mit Cathay Pacific.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cargolux wurde 1970 von der isländischen Fluggesellschaft Loftleiðir, der schwedischen Spedition Salén Shipping Company sowie der luxemburgischen Fluggesellschaft Luxair gegründet. Der Flugbetrieb wurde mit einer Canadair CL-44 aufgenommen, der erste Flug führte nach Hongkong. Im Jahre 1972 war die Flotte auf fünf CL-44 angewachsen. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach schnelleren Transportmöglichkeiten wurde im Jahre 1973 die erste McDonnell-Douglas DC-8 in Betrieb genommen.

Im Jahre 1979 begann bei Cargolux das Jumbo-Zeitalter. Die erste Boeing 747-200 wurde in Dienst gestellt. Im Jahre 1993 nahm dann der erste B747-400F Frachter der Welt bei Cargolux den Betrieb auf. Im Jahr 2005 beförderte Cargolux im internationalen Verkehr 644 613 Tonnen Frachtgut. Sie konnte damit einen Umsatz von 1,446 Mrd. US$ sowie einen Gewinn von über 89 Mio US-Dollar erzielen.

2009–heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Geschäftsjahr 2009 erwartete Generaldirektor Ulrich Ogiermann einen „dreistelligen Millionenverlust“.[3] Aufgrund der für 2009 vorausgesehenen Verluste sind eine Reorganisation der Eigentümerstruktur und eine Kapitalerhöhung um mindestens 100 Millionen Dollar vorgesehen. Der Umsatz ging 2009 schließlich gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent zurück. Er lag bei 1,3 Milliarden US-Dollar. Der Ertrag ging um 26 Prozent zurück.[4]

Die Anteile von SAirGroup wurden, wie angekündigt, von den übrigen Anteilseignern übernommen, da dieser Rechtsnachfolger der schweizerischen Fluggesellschaft Swissair sich in Insolvenz befindet. Der Luxemburger Staat stieg vorübergehend mit 23 Millionen Dollar als Aktionär ein und gewährte zudem eine Kreditlinie von 100 Millionen Euro. Nach der Neustrukturierung verbleiben als weitere Eigentümer nur noch die Luxair, BIP Investment Partners, das Luxemburger Sparkasseninstitut Spuerkeess – BCEE, die staatliche Beteiligungsgesellschaft SNCI sowie der Investmentfonds Lux-Avantage.[5]

Am 25. Februar 2010 wurde die Erneuerung des Kollektivvertrags im Alleingang von den Vertretern des LCGB unterschrieben. Der Arbeitsminister Nicolas Schmit hat den so vereinbarten Kollektivvertrag als solchen nicht anerkannt.[6] Auf den Druck des OGBL hin wurde der Kollektivvertrag nachgebessert.[7]

Im Juni 2011 erklärte der Chef von Qatar Airways, einen Anteil von 35 % der Cargolux-Aktien für 150-200 Millionen Euro erwerben zu wollen. Damit wolle Qatar Etihad und die Lufthansa einholen und gleichzeitig ihr Cargo-Angebot ausbauen.[8] Am 19. und 21. September 2011 sollte Cargolux als weltweiter Erstkunde zwei neue Frachtmaschinen vom Typ Boeing 747-8F erhalten, drei Tage vorher wurde dies jedoch aus nicht näher benannten Problemen durch Cargolux abgesagt.[9] Die Übergabe erfolgte schließlich wenige Wochen später. Wie das Unternehmen am 9. Dezember 2011 bekannt gab, haben sich Ulrich Ogiermann, Sonderberater, und Robert Van de Weg, Senior Vice President Sales & Marketing, in einem Antikartell-Verfahren wegen Preisabsprache gegenüber der US-amerikanischen Behörde für schuldig erklärt.[10]

Gewinn von Cargolux von 2001 bis 2015

Zum Beginn des Jahres 2012 löst Richard Forson, zuvor von 2003 bis 2006 Finanzchef von Qatar Airways, David Arendt als Finanzchef und Senior Vice President ab.[11] Laut Medienberichten vom 16 November 2012 zieht sich Qatar Air aus der Cargolux zurück und der Verwaltungsratsvorsitzende Albert Wildgen tritt zurück. Mit Stand 2012 beschäftigt Cargolux 1559 Personen, davon 1191 in Luxemburg.

Im Januar 2013 wurden die Anteile von Qatar Airways definitiv wieder vom luxemburgischen Staat übernommen und Paul Helminger zum Präsidenten des Verwaltungsrates nominiert. Im März 2013 gab Luxair bekannt, dass Cargolux durch die notwendige Kapitalerhöhung in Höhe von 100 Millionen Euro mitverantwortlich für die schlechte finanzielle Situation der Muttergesellschaft ist. An dieser beteiligt sich Luxair entsprechend ihrer Anteile an Cargolux mit 43 Millionen Euro.[12] Anschließend wurde erneut nach einem strategischen Partner gesucht, welcher mit der chinesischen HNCA Gesellschaft gefunden wurde. Diese beteiligte sich zum 15. Januar 2014 mit 35 % an Cargolux. In diesem Abkommen wurde eine sogenannte „Dual Hub Strategy“ zwischen dem Standort Luxemburg und dem chinesischen Flughafen Zhengzhou festgehalten.

Am 13. Februar 2014 gab Cargolux bekannt, bei Boeing eine zusätzliche Boeing 747-8F bestellt zu haben. Somit beläuft sich die Anzahl der insgesamt bestellten Flugzeuge dieses Typs auf 14. Die 13. B747-8F wurde dann tatsächlich am 28. September 2015 an Cargolux übergeben. Es ist ein weiteres Flugzeug dieses Typs bestellt, das 2017 geliefert werden soll. Außerdem sollen 2016 zwei (aus Passagiermaschinen umgebaute) B747-400BCF ausgemustert und durch drei gebraucht gekaufte originale B747-400F (mit großem Bugtor) ersetzt werden.

2015 erwirtschaftete Cargolux einen Nettogewinn von 49 Millionen US-Dollar.[13]

Eigentümerstruktur und Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand 22. November 2014 hielten folgende Gesellschaften Eigentumsanteile an Cargolux: Luxair 35,1 %, Henan Civil Aviation Development and Investment (HNCA) 35 %, BCEE 10,91 %, SNCI 10,67 %, Staat Luxemburg 8,32 %.

Cargolux ist zu 49 % an der Champ Cargosystems S.A. beteiligt, die im EDV-Bereich tätig ist. Sie hält weiterhin 30 % an der Luxfuel S.A., die Flugzeugbetankungen auf dem Luxemburger Flughafen durchführt.

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cargolux fliegt über 90 Ziele auf allen fünf Kontinenten an. Der Heimatflughafen sämtlicher Cargolux-Jets ist Luxemburg. Als Hauptdrehkreuz in Richtung Asien wird die aserbaidschanische Hauptstadt Baku angeflogen. Von dort aus geht es weiter in Richtung China, Japan, Korea, Singapur und Indien. Hongkong ist diejenige Stadt in Fernost, die von der Cargolux am häufigsten angeflogen wird. Seit dem 3. Juni 2013 wird der Flughafen München als einziges deutsches Ziel jeweils Montags von Atlanta aus mit einer Boeing 747F angeflogen.[14]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Boeing 747-8F der Cargolux

Mit Stand Oktober 2015 besteht die Flotte der Cargolux aus 25 Flugzeugen:[15]

Flugzeugtyp aktiv bestellt[16] Anmerkungen
Boeing 747-400BCF 04
Boeing 747-400FSCD 08 3 betrieben für Cargolux Italia
Boeing 747-8F 13 1 Cargolux ist weltweit erster Betreiber der Boeing 747-400F, sowie der 747-8F[17]
Gesamt 25 1

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufnahme des Zwischenfalls vom 29. Januar 2006 in Shanghai
  • Am 29. Januar 2006 wurde bei einer Boeing 747 (LX-TCV), die auf dem Flughafen Shanghai-Pudong in der Parkposition stand, vom Bodenpersonal versehentlich das Bugfahrwerk eingefahren. Dadurch wurde der Rumpf der Maschine beschädigt. Personen kamen nicht zu Schaden.
  • Am 17. März 2009 kam eine Boeing 747-400F auf dem Maastricht Aachen Airport mit dem Bugrad von der Landebahn ab, weil die Steuerung des zentralen Hauptfahrwerks (Body Gear Stearing) ausgefallen war. Das gelandete Flugzeug rollte ins Gras während es auf dem Turn Pad am Bahnende wendete.
  • Am 21. Januar 2010 wurde bei dichtem Nebel die Landebefeuerung des Flughafens Findel von einem Techniker kontrolliert, als eine Cargolux Boeing 747 (LX-OCV) in den Anflug ging. Die Maschine streifte mit dem Fahrwerk den LKW des Mechanikers, der noch flüchten konnte. Es entstand nur leichter Sachschaden. Aus einer Untersuchung geht hervor, dass ein Mangel an Personal im Tower und vor allem die unzureichende technische Unterstützung Schuld an dem Zwischenfall sind.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Luftfrachtbriefnummern der Cargolux beginnen mit dem Präfix 172.
  • Cargolux betreibt in Luxemburg je einen Flugsimulator für die Flugzeugtypen Boeing 747-400F und Boeing 747-8F. Daneben bietet die Fluggesellschaft ein Ausbildungszentrum für Flugbegleiter, in dem Kabinenbrände und Notausstiege geübt werden können.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cargolux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://cargolux.com/NewsPublicat/?mid=0&module=2&idcat=2&
  2. ...établie à L-2990 Sandweiler, Aéroport de Luxembourg
  3. Marina Nickels: Cargolux fliegt in satte rote Zahlen. Tageblatt 25. November 2009. 16:19:00.
  4. Umsatz ging um 34 Prozent zurück. Luxemburger Wort, 21. April 2010.
  5. Staat und Aktionäre stehen Cargolux bei. Luxemburger Wort, 30. November 2009 19:11 Uhr, aktualisiert 30. November 2009 / Cargolux se récapitalise. Tageblatt, 30. November 2009.
  6. Cargolux: Aarbechtsminister acceptéiert Kollektivvertrag net. rtl, 9. März 2010.
  7. OGBL rettet Prämie in Höhe von 2,75 Monatslöhnen. Mitgeteilt vom OGBL-Syndikat Zivile Luftfahrt am 5. März 2010.
  8. http://www.airliners.de/wirtschaft/kapitalmarkt/qatar-airways-vor-cargolux-einstieg/24343
  9. flightglobal.com – Cargolux has informed Boeing it will not take delivery of the 747-8F Monday (Memento vom 23. September 2011 im Internet Archive) (englisch) 17. September 2011
  10. Cargolux confirms guilty plea by two of its executives in US antitrust case cargolux press releases, 9. Dezember 2011
  11. Neuer Finanzchef bei Cargolux Luxemburger Wort, 24. Januar 2012
  12. Die Luxair steht am Abgrund. Tageblatt, 18. März 2013, abgerufen am 20. März 2013.
  13. Cargolux setzt nach profitablem Jahr auf weiteres Wachstum. In: airliners.de. 24. März 2016, abgerufen am 26. März 2016: „Cargolux konnte im abgelaufenen Jahr den Gewinn deutlich steigern. Deutschland war dabei für die luxemburgische Airline ein extrem wichtiger Markt. Jetzt setzt Cargolux-Chef Dirk Reich auf weiteres Wachstum, vor allem in China.“
  14. http://www.cargolux.com/Press/PressReleases.php?nid=355
  15. Ch-aviation: Fleet (Quelle), abgerufen am 1. Oktober 2015
  16. Cargolux zählt fest auf China, abgerufen am 1. Oktober 2015
  17. http://www.aero.de/news-12583/Zweite-Boeing-747-8-Intercontinental-in-der-Flugerprobung.html