Luis Sotelo

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Eine Replik der japanischen Galeone San Juan Bautista von 1613

Luis Sotelo (* 6. September 1574 in Sevilla; † 25. August 1624 in Shimabara auf Kyūshū, Japan) war ein spanischer Franziskaner (OFM).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sotelo studierte an der damals berühmten Universität Salamanca, bevor er in den Konvent Calvario („Kalvarienberg“) der Minderbrüder in Salamanca eintrat. Sotelo wurde 1600 auf die Philippinen geschickt, um die Bewohner der japanischen Siedlung von Dilao zu betreuen. Diese wurde jedoch 1608 nach harten Kämpfen von spanischen Kräften zerstört. Sotelo ging dann nach Japan, wo er versuchte, eine Kirche im Gebiet von Tokio zu errichten. Diese Kirche wurde nach dem Verbot des Christentums in Japan auf dem Gebiet der Tokugawa-Shogune ebenfalls zerstört. Sotelo floh ins nördliche Japan, in das von dem Daimyo von Sendai, Date Masamune, kontrollierte Gebiet, wo die Christen noch geduldet waren.

Sotelo plante und begleitete 1614 eine japanische Gesandtschaft von Date Masamune nach Spanien. Die Gesandtschaft wurde von Masamunes Gefolgsmann Hasekura Tsunenaga geführt. Der Kapitän des Schiffes San Juan Bautista war Yokozawa Shogen. Die Gesandtschaft war ein Produkt der politischen Ambitionen von Sotelo and Date Masamune. Sotelo versuchte eine Diözese in Nordjapan zu errichten, die unabhängig von der durch die Jesuiten kontrollierten Diözese von Funai (Nagasaki) sein sollte. Die Portugiesen behinderten seine Kampagne und Sotelo erhielt nicht einmal Unterstützung von den Franziskanern, da die Bemühungen mit persönlichen Bestrebungen um den Bischofssitz verknüpft waren. Date Masamune wiederum wünschte Handelsbeziehungen mit Neuspanien (Mexiko), doch bald war klar, dass dieser Handel zu kostspielig war.

Hasekuras Gesandtschaft zum Papst in Rom 1617, begleitet von Br. Luis Sotelo. Japanisches Gemälde, 17. Jahrhundert

Sotelo begleitete die japanische Gesandtschaft bis zurück auf die Philippinen, wo er 1618 eintraf und einige Zeit blieb, da das Christentum zu dieser Zeit in Japan bereits durch harte Maßnahmen unterdrückt wurde. Er geriet in Probleme mit der Kirche, da er seine Errungenschaften in Japan überzogen dargestellt hatte. Der katholische Rat der Westindischen Inseln schickte ihn 1620 zurück nach Mexiko, um dort weiter zu missionieren. 1622 gelang es Sotelo schließlich, sich an Bord einer chinesischen Dschunke nach Japan zu schleichen, wo man ihn jedoch entdeckte und verhaftete. Nach zweijähriger Haft erlitt er wenige Tage vor seinem 50. Geburtstag zusammen mit zwei anderen Franziskanern, einem Jesuiten und einem Dominikaner das Martyrium durch lebendiges Verbrennen. Papst Pius IX. sprach Luis Sotelo und seine Gefährten im Jahr 1867 selig.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]