Lupus von Troyes

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Statue des hl. Lupus

Lupus Trecensis (* 383 in Toul; † 478 in Troyes; französisch Loup de Troyes, auch Loup I. oder Leu), Heiliger, war von 426 bis 478 Bischof von Troyes.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lupus wurde in Toul als Sohn eines Angehörigen des aus Rom stammenden Hochadels geboren, dessen Name als Eparchio, Eparchius oder Epirochio Franconio überliefert wird.[2][3] Er heiratete Pimeniola, eine Schwester des Hilarius von Arles und arbeitete zunächst für den Gouverneur und späteren Bischof Germanus von Auxerre. Nach sieben Ehejahren entschieden sich Lupus und seine Frau gemeinsam für ein Leben im Kloster. Lupus ging als Mönch in die Abtei Lérins auf der Insel Saint-Honorat, wo auch einer seiner Brüder lebte, Vinzenz von Lérins.

Im Jahr 426 wurde er Bischof von Troyes. Auf seiner Reise nach Britannien im Jahr 429, gemeinsam mit Germanus von Auxerre, predigte er gegen den Pelagianismus, der sich unter den dortigen Christen schnell ausgebreitet hatte.[4] Während der Reise sollen die beiden Bischöfe in Nanterre der jungen Genoveva begegnet sein, die bei diesem Besuch von Germanus eine geweihte Münze erhalten habe.

Im Jahr 451 marschierten Attilas Truppen in das heutige Frankreich ein. Während Genoveva die Bevölkerung von Paris zum Widerstand aufforderte und Attila die Stadt nicht angriff, wird die Rettung von Troyes folgendermaßen berichtet: Lupus sandte zunächst mehrere Kleriker, darunter Memorius und Camelianus, zu den gegnerischen Kommandeuren. Bis auf Camelianus wurden sämtliche Abgesandte ermordet. Camelianus konnte fliehen und kehrte zu Lupus zurück, dem er später im Amt des Bischofs nachfolgte. Lupus begab sich daraufhin persönlich zu Attila und konnte diesen überzeugen, Troyes zu verschonen und sich aus der Region zurückzuziehen. Auf dem Rückzug der Hunnen wurde die Champagne so stark verwüstet und entvölkert, dass Lupus sein Amt als Bischof aufgeben musste. Er zog sich für zwei Jahre auf den 15 km von Troyes entfernten Mont Lansuine und zwei weitere Jahre nach Mâcon zurück, wo ihm mehrere Wunder zugeschrieben werden.[5]

Anschließend nahm er sein Bischofsamt wieder auf, das er bis zu seinem Tod ausübte. Er gilt als Erbauer der ersten Kathedrale von Troyes. Die Quellen geben neben 478 auch 479 als Sterbejahr an.

Im Jahr 570 pilgerten die Frankenkönige Guntram I. und Chilperich I. zu seinem Grab, um dort den gegenseitigen Friedensschluss zu besiegeln.

Seine sterblichen Überreste gingen in den Wirren der Französischen Revolution größtenteils verloren. Erhalten ist lediglich ein Teil seines Schädels, der heute als Reliquie in der Kathedrale von Troyes aufbewahrt wird.[6]

Kult[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der hl. Lupus ist Patron der Gelähmten, Epileptiker sowie der von Dämonen Besessenen.

Sein katholischer Gedenktag ist der 29. Juli.

In Italien ist der hl. Lupus Patron der Gemeinde San Lupo in der Provinz Benevento.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lupus von Troyes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Goyau, Georges: Troyes. In: Catholic Encyclopedia, Band 15, Robert Appleton Company, New York 1912.
  2. Christian Settipani: Continuité gentilice et continuité familiale dans les familles sénatoriales romaines à l’époque impériale. Mythe et réalité. In: Occasional Publications of the Oxford Unit for Prosopographical Research. Prosopographica et genealogica. Band 2. Unit for Prosopographical Research, Linacre College, Universität Oxford, 2000, ISBN 1-900934-02-7.
  3. Der Parmesische Genealoge des XVII. Jahrhunderts Ippolito Calandrini (Il publio Svezzese, ovvero, Historia Dell’Antichissima e Nobilissima Famiglia degli Illustrissimi Signori de’ Lupis Marchesi di Soragna e vita Del Glorioso S. Lupo Vescovo e confessore, Parma 1653) beschreibt, wie einer der Brüder des Lupus, Sisulfo (oder Gisulfo), im Dienst des Frankenkönigs Merowech stehend, nach dem Tod des Heiligen Lupus zur Erinnerung an diesen seinen eigenen Nachnamen von Franconio in Lupus geändert haben soll.
  4. St. Patrick Catholic Church: Saint of the Day. Abgerufen am 12. Juli 2013 (englisch).
  5. François Giry: Les vies des Saints. Band 2. Pierre Augustin Le Mercier, Paris 1719 (Google books).
  6. culture.gouv.fr: Cathédrale Saint-Pierre et Saint-Paul. Abgerufen am 12. Juli 2013 (französisch).
VorgängerAmtNachfolger
Hl. UrsusBischof von Troyes
426–478
Hl. Camelianus