M. Kappus

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M. Kappus
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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1848
Sitz Offenbach am Main
Leitung Wolfgang Kappus
Patricia Kappus-Becker
Branche Seifenherstellung
Website www.kappus-seife.de
Fabrikationsgebäude der Firma Kappus

Die M. Kappus GmbH & Co. KG Feinseifen und Parfümeriefabrik in Offenbach am Main ist der größte Seifenhersteller in Westeuropa. Der Familienbetrieb wurde 1848 gegründet und liefert seine Produkte unter dem Markennamen Kappus weltweit aus.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1848 gründete der Parfümverfertiger Johann Martin Kappus in Offenbach am Main das Unternehmen „M. Kappus Feinseifen und Parfümeriefabrik“. Als der Firmengründer 1905 verstarb, wurde bereits mit 100 Mitarbeitern produziert und die Produkte in alle Welt exportiert. Bekanntes Seifenprodukt war damals die „Kappus-Konkurrenzseife“.

Kappus Olivenseife

Im 20. Jahrhundert wurden die Produktionstechniken ständig verbessert, neue Seifensiedeabläufe und moderne Fließbandtechnik eingeführt. Mit verbesserten Produkten sicherte Kappus sich eine führende Position in der Branche und konnte so Inflation, Wirtschaftskrisen und die beiden Weltkriege überstehen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion durch alliierte Fliegerangriffe weitgehend zerstört und nach Kriegsende noch vorhandene Produktionsanlagen zu Reparationszwecken demontiert.

In den Nachkriegsjahren wurde zunächst mit der Produktion branchenfremder Produkte wie Backpulver und Scheuermittel begonnen. Später konzentrierte man sich erneut auf die Seifenproduktion und begann wieder internationale Märkte zu beliefern. Kappus Seife wurde vom einfachen Körperpflegemittel zum Geschenk- und Luxusartikel. Besonders bekannt wurde eine hautschonende Transparentseife. Auf diese Weise sichert sich die Firma bis heute einen weltweit führenden Platz in der Branche.

Das Kappus-Fabrikgelände ist Teil des Projektes Route der Industriekultur Rhein-Main.[1]

Kappus-Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 übernahm Kappus das größte Seifenwerk der ehemaligen DDR in Riesa in Sachsen, heute als Kappus Riesa GmbH bekannt. Die Seifenfabrik im Stadtteil Gröba war 1910 als erste große Produktionsstätte der Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine (GEG) gebaut worden. Sie war das Sinnbild für Eigenproduktion der Konsumgenossenschaften und als Abwehrmaßnahme gegen Monopolansprüche der Markenindustrie vorgesehen.[2] Sie versorgte die sozialistischen Konsumgenossenschaften, die Roten Konsumgenossenschaften der Hamburger Richtung im Deutschen Reich mit Waschmitteln und Seife unter dem Markenzeichen GEG.[3]

Innerhalb der Gruppe wird in Riesa vor allem Flüssigseife, Körperlotionen, Gels und Duschbäder hergestellt. 1998 wurde eine spezielle Schwimmseife patentiert. Im Jahr 2005 übernahm Kappus die Firma Dreiring-Werk in Krefeld. Kappus wurde damit zum größten Seifenhersteller in Westeuropa. Produziert werden heute mit ca. 350 Mitarbeitern an den drei Produktionsstandorten Offenbach, Riesa und Krefeld etwa 35 Tausend Tonnen Seife im Jahr, was 350 Millionen Stück Seife entspricht. Die Unternehmensführung liegt heute in den Händen der fünften Generation der Familie Kappus.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kappus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lokaler Routenführer Nr. 9 der Route der Industriekultur Rhein-Main. In: krfrm.de. KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbH, Dezember 2005, abgerufen am 18. März 2016 (PDF; 519 kB).
  2. Wilhelm Fischer: 60 Jahre geg. 60 Jahre Dienst am Verbraucher. 1894–1954. Festschrift Hamburg 1954, S. 199.
  3. August Müller: Die Seifenfabrik der Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine in Gröba-Riesa, Verlag: Grosseinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine mit beschränkter Haftung, Hamburg 1910.

Koordinaten: 50° 6′ 10″ N, 8° 45′ 24″ O