Madeleine Pelletier

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Madeleine Pelletier

Madeleine Pelletier (* 18. Mai 1874 in Paris; † 19. Dezember 1939 in Épinay-sur-Orge) war eine französische Ärztin und Psychiaterin. Sie gilt als eine der einflussreichsten französischen Feministinnen und Sozialistin vor Simone de Beauvoir.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst in der Anthropologie tätig, studierte sie mit Charles Letourneau und Léonce Manouvrier das Verhältnis von Schädelgröße und Intelligenz nach Paul Broca. Dessen Vorstellung, die Schädelgröße des Menschen stelle ein Maß der Intelligenz dar, und demzufolge seien Frauen Männern generell intellektuell unterlegen, griff sie später an und verließ die Anthropologie. 1906 wurde sie als erste Französin als Psychiaterin zugelassen.

Zeitlebens Aktivistin in der Frauenbewegung stand sie schon in ihrer Jugend in Kontakt zu feministischen und anarchistischen Gruppen. 1906 wurde sie Sekretärin von La Solidarité des femmes und etablierte diese als eine der radikalsten feministischen Organisationen ihrer Zeit. 1908 vertrat sie sie auf den Demonstrationen für das Frauenwahlrecht im Hyde Park. Sie gab deren Zeitschrift La suffragiste heraus. In dieser Zeit war sie auch an der Französischen Sektion der Arbeiter-Internationale (SFIO) beteiligt, gehörte in der Folge bis zum Ausbruch des Weltkrieges deren Leitungsgremium an und vertrat die SFIO wiederholt auf internationalen Sozialistenkongressen.

Zudem war sie seit 1904 Freimaurerin in der gemischt-geschlechtlichen Loge La Nouvelle Jérusalem. Sie stand dem Neo-Malthusianismus (siehe: Thomas Robert Malthus) nahe, schrieb für Le Néo-Malthusian und propagierte Geburtenkontrolle und das Recht auf Schwangerschaftsabbruch.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • La femme en lutte pour ses droits, 1908
  • Idéologie d'hier: Dieu, la morale, la patrie, 1910
  • L'émancipation sexuelle de la femme, 1911
  • Le Droit à l'avortement, 1913
  • L'éducation féministe des filles, 1914
  • Mon voyage aventureux en Russie communiste, 1922 (zuerst Ende 1921 in La Voix de la Femme)
  • La femme vierge (Autobiographie), 1933

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • C. S. Allen: Sisters of Another Sort: Freemason Women in Modern France, 1725–1940 In: The Journal of Modern History, 2003, 75: 783-835
  • F. Gordon: The Integral Feminist, Madeleine Pelletier, 1874 - 1939, Feminism, Socialism and Medicine. 1990, Polity Press
  • C. Sowerwine: Activism and Sexual Identity - the Life and Words of Pelletier, Madeleine (1874-1939). Mouvement Social. 1991, 157: 9-32
  • C. Sowerwine: Woman’s Brain, Man’s Brain: feminism and anthropology in late nineteenth-century France. Women’s History Review. 2003, 12:289-307

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]