Bahnstrecke Seckach–Miltenberg

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Seckach–Miltenberg West
Strecke der Bahnstrecke Seckach–Miltenberg
Streckennummer (DB): 4124 (Seckach–Landesgrenze)
5223 (Miltenberg West–Landesgrenze)
Kursbuchstrecke (DB): 784 (bis 2007: 709)
Streckenlänge: 42,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: CE(restliche Strecke)
C3(Amorbach–Landesgrenze)
Maximale Neigung: 23 
Minimaler Radius: 200 m
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Betriebsstellen und Strecken[1]
   
36,5 Miltenberg Hbf (bis 1977)
Miltenberg Gbf (bis 2001)
BSicon exSTR.svg
   
Maintalbahn von Wertheim
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
37,0 Miltenberg West (ehem. Miltenberg Gbf Stw Mf) 128 m
   
Maintalbahn nach Aschaffenburg
Haltepunkt, Haltestelle
39,5 Miltenberg-Breitendiel 134 m
Haltepunkt, Haltestelle
42,3 Weilbach in Unterfranken 144 m
Bahnhof, Station
45,3 Amorbach 157 m
Haltepunkt, Haltestelle
47,5 Schneeberg im Odenwald (ehem. Schneeberg (b Amorbach)) 189 m
   
49,4
30,1
Landesgrenze Baden-Württemberg / Bayern
Haltepunkt, Haltestelle
28,3 Rippberg 235 m
   
25,9 Gerolzahn 284 m
   
ehem. Stichstrecke von Hardheim (bis 1999)
Bahnhof, Station
19,3 Walldürn 409 m
Haltepunkt, Haltestelle
14,2 Hainstadt (Baden) 375 m
Bahnhof, Station
11,8 Buchen im Odenwald 343 m
Haltepunkt, Haltestelle
10,8 Buchen Ost 332 m
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
5,5 Buchen Sansenhecken (Awanst)
Bahnhof, Station
4,3 Bödigheim 302 m
   
Strecke von Neckarelz
Bahnhof, Station
0,0 Seckach 270 m
Strecke – geradeaus
Strecke nach Osterburken

Die Bahnstrecke Seckach–Miltenberg, auch als Madonnenlandbahn bezeichnet, ist eine 42,5 Kilometer lange Eisenbahnstrecke der Deutschen Bahn AG im Norden Baden-Württembergs und im unterfränkischen Teil Bayerns, die Seckach mit Miltenberg West verbindet. Die Kursbuchstreckennummer lautet 784, bedient wird die Strecke von der Westfrankenbahn, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG.

Der Name leitet sich vom „Madonnenländchen“ ab, der auf einem Großteil der Strecke durchquerten Region in Nordbaden/Franken. Dazu gehören der Neckar-Odenwald-Kreis mit etwa 150.000 und der Landkreis Miltenberg mit 130.000 Einwohnern.

In Seckach zweigt die Linie von der Bahnstrecke Neckarelz–Osterburken ab und in Miltenberg von der Maintalbahn. In Seckach besteht Anschluss an die S-Bahn Rhein-Neckar, die in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnanlagen in Miltenberg
Blick Richtung Walldürn im Mars­bachtal bei Streckenkilometer 22,7

Im Anschluss ihrer am 12. November 1876 fertiggestellten Bahnstrecke Aschaffenburg–Miltenberg bauten die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen bis 1880 die Strecke von der heutigen Abzweigstelle Miltenberg West weiter nach Amorbach und übernahmen dabei die Kilometrierung von Aschaffenburg aus.

Von Seckach aus errichtete die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen ihrerseits eine Strecke in mehreren Abschnitten von 1887 (Seckach-Walldürn) bis 1899 (Walldürn-badisch/bayerische Grenze-Amorbach) mit eigener Kilometrierung von Seckach aus.

Von 1911 bis 1999 bestand außerdem eine Zweigstrecke von Walldürn nach Hardheim. Jedoch wurde der Reiseverkehr auf dieser Strecke schon 1954 eingestellt.[2]

Als Umleitungsroute hatte die Strecke im Rahmen der Landesverteidigung bis 1990 strategische Bedeutung, insbesondere für militärische Einrichtungen der Region. Die Ausweichanschlussstelle Buchen-Sansenhecken wird zur Holzverladung genutzt.

Die Bürgermeister der Region erhoffen sich von der Madonnenlandbahn eine weitere Verbesserung im sich langsam entwickelnden Regionaltourismus. Im Herbst 2007 wurde nach mehrmonatiger Streckensperrung durch die Westfrankenbahn die Strecke auf Zugleitbetrieb umgestellt; daneben soll die Strecke weiter ertüchtigt werden (z. B. Umbau der Gleisanlagen im Bahnhof Walldürn, Rückbau und technische Sicherung von Bahnübergängen, weitere Erhöhung der Geschwindigkeit etc).

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahresfahrplan 2013 fuhr montags bis freitags jede Stunde je ein Zug pro Richtung, mit zusätzlichen Verstärkerzügen früh und Nachmittag. Einen einheitlichen Taktfahrplan gibt es allerdings nur an Wochenenden, wo alle zwei Stunden gefahren wird. Seit 15. Dezember 2013 gibt es an Samstagen, Sonn- u. Feiertagen (umsteigefreie) Zug-Direkt-Verbindungen von Seckach bzw. Walldürn nach Aschaffenburg Hbf und zurück. Es werden Dieseltriebwagen der DB-Baureihe 642 eingesetzt. Sonn- und Feiertags kann Walldürn (sowohl aus Richtung Aschaffenburg als auch aus Richtung Seckach) jeweils bis etwa 22:00 Uhr erreicht werden. Der Aufenthalt in Walldürn beträgt am Wochenende jetzt nur noch etwa zehn Minuten. Werktags hat die Mehrzahl der Züge in Walldürn einen Aufenthalt von 20 Minuten, teilweise mit bis zu 40 Minuten noch länger. An diesen Tagen werden Dieseltriebwagen der Baureihe 628 sowie frühmorgens und abends auch die Baureihe 642 eingesetzt. Mit dem Fahrplanwechsel 2008/2009 wurde die Streckengeschwindigkeit auf 80 km/h erhöht. Seit Sommer 2009 ist die Strecke durchgehend mit vereinfachtem Zugfunk (VZF 95) ausgerüstet. Im Bahnhof Walldürn wurde für Holztransporte, deren Verladung momentan in Miltenberg und Sansenhecken stattfindet, ein Ladegleis errichtet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Narloch: Nostalgische Zeitreise mit der Eisenbahn „Das Madonnenland dampft“ Rhein-Neckar-Zeitung vom 2. Oktober 2006. (Buchen: Zwischen Miltenberg und Seckach kamen am Wochenende zahlreiche Eisenbahnfreunde und Fotografen ganz auf ihre Kosten.)
  • Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 1: Historische Entwicklung und Bahnbau. EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-88255-766-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Seckach–Miltenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Scharf, Band 1, 2001. Die Querverbindung Seckach-Walldürn-Amorbach. S. 231–256