Seckach

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Seckach. Für weitere Bedeutungen siehe Seckach (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seckach
Seckach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seckach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 27′ N, 9° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Neckar-Odenwald-Kreis
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 27,85 km2
Einwohner: 4156 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km2
Postleitzahl: 74743
Vorwahlen: 06292, 06291, 06293Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MOS, BCH
Gemeindeschlüssel: 08 2 25 091
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 30
74743 Seckach
Webpräsenz: www.seckach.de
Bürgermeister: Thomas Ludwig (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Seckach im Neckar-Odenwald-Kreis
Hessen Bayern Hohenlohekreis Landkreis Heilbronn Main-Tauber-Kreis Rhein-Neckar-Kreis Rhein-Neckar-Kreis Adelsheim Aglasterhausen Billigheim Binau Buchen (Odenwald) Elztal (Odenwald) Fahrenbach Hardheim Haßmersheim Höpfingen Hüffenhardt Limbach (Baden) Mosbach Mudau Neckargerach Neckarzimmern Neunkirchen (Baden) Obrigheim (Baden) Osterburken Ravenstein Rosenberg (Baden) Schefflenz Schwarzach (Odenwald) Seckach Waldbrunn (Odenwald) Walldürn Zwingenberg (Baden)Karte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Seckach gehört zum Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zur europäischen Metropolregion Rhein-Neckar (bis 20. Mai 2003 Region Unterer Neckar und bis 31. Dezember 2005 Region Rhein-Neckar-Odenwald).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Übergang von Odenwald und Bauland zwischen Adelsheim und Buchen. Das Gemeindegebiet liegt im Naturpark Neckartal-Odenwald und wird von der namensgebenden Seckach durchquert, einem Zufluss der Jagst.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Seckach gehören die ehemaligen Gemeinden Großeicholzheim und Zimmern. Zur ehemaligen Gemeinde Großeicholzheim gehören das Dorf Großeicholzheim und das Haus Hagemühle. Zur früheren Gemeinde Seckach gehören das Dorf Seckach und der Ort Jugenddorf Klinge. Zur ehemaligen Gemeinde Zimmern gehören das Dorf Zimmern, der Weiler Waidachshof und die Orte Bahnstation (Bundesbahn) Adelsheim Nord und Hammerhof.
Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Zimmern liegen die Wüstungen Dürrenzimmern, Krawenwinkel, Schallberg und Unterzimmern.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen

Seckach wurde erstmals 788 im Lorscher Codex erwähnt.[3] Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. Das Kloster Seligental erwarb den Ort 1236. Nach dessen Auflösung kam Seckach 1568 an Kurmainz. Dort verblieb es, bis es 1803 aufgrund der Säkularisation im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses an das Fürstentum Leiningen kam. Nach dessen Auflösung durch die Rheinbundakte nur drei Jahre später kam Seckach 1806 an das Großherzogtum Baden. Am 1. Januar 1972 vereinigte sich Seckach mit Großeicholzheim und Zimmern zur neuen Gemeinde Seckach.[4]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großeicholzheim
Wappen

Bereits 775 wurde Großeicholzheim im Lorscher Codex erwähnt als „Heicholfesheim“.[5] 1561 fiel der Ort an die Kurpfalz. Über das Fürstentum Leiningen kam auch Großeicholzheim 1806 an das Großherzogtum Baden.

Zimmern
Wappen

Zimmern wurde 782 im Lorscher Codex zum ersten Mal erwähnt.[6] Im Jahre 1236 kam Zimmern in den Besitz des Klosters Seligental. Es folgte im weiteren dem geschichtlichen Schicksal von Seckach.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während in Großeicholzheim in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Reformation eingeführt wurde, blieben Seckach und Zimmern römisch-katholisch.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Seckach wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung betrug 47,7 % (2009: 51,1 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei Stimmen Sitze Ergebnis 2009
CDU 56,1 % 9 45,9 %, 7 Sitze
Bürgerliste/SPD 34,4 % 5 30,2 %, 4 Sitze
Parteiunabhängige Liste Seckach (PuLS) 9,5 % 2 23,9 %, 3 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 ist Thomas Ludwig der Bürgermeister von Seckach. Er wurde am 7. März 2010 bei einer Wahlbeteiligung von 41,8 Prozent mit 97,7 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen für die zweite Amtsperiode wiedergewählt.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Silber (Weiß) eine eingebogene rote Spitze, belegt mit einem fünfspeichigen silbernen (weißen) Rad, begleitet vorn von einem schwarzen Steinbockshorn (Grind rechts), hinten von einem pfahlweis gestellten schwarzen Streitbeil. Die Wappenmotive weisen auf den früheren Ortsadel und die Territorialherrschaft vor 1803 hin: Das Steinbockshorn ist dem Wappen der Herren von Seckach, das Streitbeil dem Wappen der Herren von Stetten entnommen, während das fünfspeichige Rad an das Wappen der jüngeren Linie der Herren von Eicholzheim und mit der Tingierung an das Erzstift Mainz erinnern soll.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerdem besteht eine Patenschaft für das Logistikbataillon 461 in Walldürn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Begrenzung der „zweimal gebrochenen Weid“ des Klosters Seligental wurde durch Steinkreuze mit dem Symbol einer Schäferschippe im Kopfteil angezeigt. Von diesen Steinkreuzen standen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts noch sechs Exemplare. Das letzte dieser Kreuze wurde vor dem Untergang gerettet, indem es bei der St. Sebastian Kirche in Seckach im Neckar-Odenwald-Kreis aufgestellt wurde.[8]

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seckach ist ein „Dorf der Skulpturen“, es gibt 7 Bronze-Skulpturen, 5 Sandstein-Skulpturen und 10 Beton-Skulpturen.
  • Im Gemeindewald entsteht seit 1987 ein Skulpturenpark mit 82 Arbeiten in Sandstein, Beton oder Holz. Das Berliner Bildhauerehepaar Marianne und Paul August Wagner lädt seit 1987 befreundete Kolleginnen und Kollegen zu einem Bildhauertreffen ein. Die entstandenen Skulpturen verbleiben im Park. Die Gemeinde hat den Wald (ca. 2 ha) zur Verfügung gestellt und befestigte Wege angelegt. Teil des Skulpturenparks ist die „Arena des Wahnsinnes“. Hier finden regelmäßig Freiluftkonzerte statt.
  • Kulturzentrum Wasserschloss Großeicholzheim

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit dem SC Klinge Seckach kommt Ende des 20. Jahrhunderts ein recht erfolgreicher Frauen-Fußballverein aus der Gemeinde. Insgesamt spielte der Verein acht Jahre in der Bundesliga.
  • Seckach verfügt über ein ganzjährig geöffnetes Hallenbad mit Sauna und Dampfbad

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde (Gemarkung Seckach) gehört auch das Kinder- und Jugenddorf Klinge, das, 1946 in den Wirren der Nachkriegszeit von Pfarrer Heinrich Magnani gegründet, Kindern und Jugendlichen ohne Familie ein neues Zuhause bietet. Heute werden bis zu 180 Kinder und Jugendliche betreut, die in ihren Ursprungsfamilien nicht mehr bleiben können.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Netzplan der S-Bahn RheinNeckar

Der Bahnhof Seckach sowie die Haltepunkte in Zimmern (Haltepunkt Zimmern (b Seckach)) und Großeicholzheim (Haltepunkt Eicholzheim, auf Gemarkung Schefflenz) liegen an der Bahnstrecke Neckarelz–Osterburken. Sie werden stündlich von der Linie S1 der S-Bahn RheinNeckar bedient.

Am Bahnknotenpunkt Seckach besteht zudem Umsteigemöglichkeit zur Bahnstrecke Seckach–Miltenberg nach Miltenberg. Seckach ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar eingebunden.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grund- und Werkrealschule Seckach
  • Grundschule Großeicholzheim
  • Private St-Bernhard-Schule im Jugenddorf Klinge (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung)
  • Privater Schulkindergarten St. Theresia im Jugenddorf Klinge (Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1974: Pfarrer Heinrich Magnani, Geistlicher Rat (Gründer des Kinder- und Jugenddorfs Klinge)
  • 1982: Dr. Georg W. Reinhard (Gründer der Maschinenfabrik Diedesheim und der Maschinenfabrik Seckach)
  • 1995: Pfarrer Herbert Duffner (ehemaliger Leiter des Kinder- und Jugenddorfs Klinge)
  • 1999: Schwester Gebharda Frank (Generaloberin der Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen in Gengenbach)
  • 2002: Ekkehard Brand (Bürgermeister von 1978 bis 2002)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roswitha Gräfen-Pfeil: Augenblicke. Kunstpark Seckach. Odenwälder, Buchen-Walldürn 2002. ISBN 3-929295-87-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 255–357
  3. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2856, 29. Mai 788 - Reg. 2031. In: Heidelberger historische Bestände - digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 248, abgerufen am 12. Oktober 2016.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 474.
  5. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2881, 30. Januar 775 - Reg. 1145. In: Heidelberger historische Bestände - digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 255, abgerufen am 12. Oktober 2016.
  6. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2895 12. März 782 - Reg. 1715. In: Heidelberger historische Bestände - digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 259, abgerufen am 12. April 2015.
  7. Rhein-Neckar-Zeitung, Nordbadische Nachrichten, vom 8. März 2010, Seite 8
  8. Gebhard Schmitt: Die alten Steinkreuze auf Seckacher Gemarkung. Nur noch ein Exemplar erinnert an ehemalige Weidgrenze. In: Unser Land. Heimatkalender für Neckartal, Odenwald, Bauland und Kraichgau. 2015. Verlag Rhein-Neckar-Zeitung GmbH, Heidelberg 2014. ISBN 978-3-936866-57-5. S. 171–174.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seckach (Gemeinde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Seckach
  • Seckach. LEO-BW, Landeskunde entdecken online, abgerufen am 6. April 2015.
  • Großeicholzheim. LEO-BW, Landeskunde entdecken online, abgerufen am 6. April 2015.
  • Zimmern. LEO-BW, Landeskunde entdecken online, abgerufen am 6. April 2015.