MaerzMusik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das MaerzMusik-Festival für Zeitfragen ist eine Veranstaltung der Berliner Festspiele und findet seit 2002 jährlich im März im Haus der Berliner Festspiele und weiteren Spielstätten statt. Es ist das Nachfolgefestival der Musik-Biennale Berlin und gilt als eines der wichtigsten Festivals für Neue Musik in Deutschland. Künstlerischer Leiter der MaerzMusik ist Berno Odo Polzer.

Musik-Biennale Berlin[Bearbeiten]

MaerzMusik ist das Nachfolgefestival der Musik-Biennale Berlin. Das 1967 in Ost-Berlin gegründete Internationale Fest für zeitgenössische Musik wurde bis 1989 vom Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR und vom Ministerium für Kultur als Biennale im Februar ausgerichtet. Von 1991 bis 2001 wurden sie unter der Leitung von Heike Hoffmann[1] durch die Berliner Festspiele fortgeführt. Zahlreiche bekannte Komponisten wurden während der Festtage uraufgeführt, so auch Günter Kochan, Georg Katzer, Johannes Quint, Ruth Zechlin, Friedrich Goldmann, Johannes Kalitzke und Siegfried Matthus.

MaerzMusik[Bearbeiten]

Im März 2002 fand das Festival zum ersten Mal an etwa zehn Tagen unter dem neuen Namen „MaerzMusik – Festival für aktuelle Musik” statt und präsentierte sich unter dem neuen künstlerischen Leiter Matthias Osterwold auch mit einer neuen programmatischen Ausrichtung. Neben die Neue Musik in ihren aktuellen Entwicklungen als auch in Werken von historischer Bedeutung trat neu „die Präsentation von experimentellen, konzeptuellen, interdisziplinären und auch medienkünstlerisch orientierten Positionen.“[2] Bewusst sollten die Arbeiten anderer Disziplinen wie der Darstellenden (Musiktheater, Performance) oder Bildenden Kunst (Klangkunst, Installationen) mit einbezogen werden. Ein weiterer Schwerpunkt wurde auf die außereuropäischen Entwicklungen der Musik gelegt.

Das Programm spannte sich von etablierten Positionen der Neuen Musik wie John Cage, Karl-Heinz Stockhausen, Wolfgang Rihm oder Sofia Gubaidulina über jüngere Komponisten wie Beat Furrer oder Enno Poppe und bildenden Künstlern wie Rebecca Horn bis hin zu Musikern aus dem Bereich der Electronica wie etwa Ryoji Ikeda oder Aphex Twin. Das Konzept war sehr erfolgreich, die Maerzmusik 2014 sahen etwa 15.000 Besucher.[3]

Im Herbst 2014 übernahm der österreichische Musikwissenschaftler und freie Kurator Berno Odo Polzer als Nachfolger von Matthias Osterwold die künstlerische Leitung des Festivals.[4] Er konzipierte die MaerzMusik neu als „Festival für Zeitfragen“ zu Positionen über unseren Umgang mit Zeit. Entwickelt aus der Perspektive des Hörens versteht sich das Festival als Raum, in dem „Leben, Kunst und Theorie, Erlebnis und Reflexion konvergieren können.“[5]

Spielstätten[Bearbeiten]

Spielstätten des Festivals waren neben weiteren die Gelbe MUSIK, das Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof, das Hebbel am Ufer, das Institut français, das Jüdische Museum Berlin, das Kino Arsenal, der Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, das Radialsystem V und der Club Berghain.[3]

Diskographie[Bearbeiten]

  • 2000: Musik-Biennale Berlin. Uraufführungen 1969–1995. (RCA Red Seal)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lebenslauf von Heike Hoffmann (Memento vom 7. Mai 2012 im Internet Archive) auf der Webseite der Salzburg Biennale
  2. Einleitung zum Programm der ersten MaerzMusik 2002, abgerufen am 22. Oktober 2012
  3. a b Archiv MaerzMusik: MaerzMusik – Festival für aktuelle Musik 2014, Website der Berliner Festspiele (abgerufen am 5. Januar 2016)
  4. vgl. Mitteilung in der Berliner Zeitung am 8. Juli 2013 (abgerufen am 11. Juli 2013)
  5. Über das Festival: MaerzMusik – Festival für Zeitfragen. Website der Berliner Festspiele (abgerufen am 5. Januar 2016)