Maikäfersuppe

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Falsche Maikäfersuppe mit Röstbrot und Leber.

Maikäfersuppe gehört zu den wenigen in Europa verbreiteten Insektengerichten und war bis Mitte des 20. Jahrhunderts zumindest in Deutschland und Frankreich bekannt. Der Geschmack soll an Krebssuppe erinnern.

Zur Zubereitung werden die Maikäfer ohne Flügel und Beine in Butter angeröstet und in Kalbfleisch- oder Hühnerbrühe gegart. Je nach Rezept wird die Suppe gesiebt und als Brühe genossen oder die Käfer werden anfangs im Mörser zerstoßen, die Suppe wird passiert und mit etwas Mehlschwitze und Eigelb gebunden. Sie wurde früher zum Beispiel mit Scheiben von Kalbsleber oder Taubenbrust[1] und geröstetem Weißbrot serviert. Pro Person wurden etwa 30 Maikäfer gerechnet.[2][3][4][5]

In einem Aufsatz aus dem Jahr 1844 heißt es, dass die Maikäfer damals nicht nur als Suppe, sondern von Studenten auch ungekocht gegessen wurden: „in vielen Conditoreien sind sie überzuckert zu haben, und man isst sie candiert an Tafeln zum Nachtische.“[3]

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manoi: Maikäfersuppe. In: Kochrezepte.de. 4. Mai 2009
  2. Helge May: Die Maikäfer sind wieder da. In: NABU.de. 6. Mai 2008
  3. a b Johann Joseph Schneider: Maikäfersuppen, ein vortreffliches und kräftiges Nahrungsmittel. In: Magazin für die Staatsarzneikunde. Nr. 3, 1844, ZDB-ID 540622-5, S. 403–405 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche Nachdruck in: Thomas Hauer (Hrsg.): Das Geheimnis des Geschmacks. Aspekte der Ess- und Lebenskunst. 2005, S. 122 f., ISBN 3-87038-366-6).
  4. Jos A. Massard: Maikäfer in Luxemburg: Historisches und Kurioses. In: Lëtzebuerger Journal. 60. Jg., Nr. 88, 8. Mai 2007, S. 26–27 (PDF; 479 KB)
  5. Bertha Heyden: Kochbuch oder Gründliche Anweisung, einfache und feine Speisen mit möglichster Sparsamkeit zuzubereiten. 16. Auflage. Enßlin und Laiblin, Reutlingen 1887, S. 40