Mailied

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Mailied (in frühen Drucken auch Maifest) ist ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe. Goethe schrieb es vermutlich im Mai 1771 als 22-jähriger Jurastudent. Die erste Veröffentlichung erfolgte 1774 in der Zeitschrift „Iris“ im Januar 1775, unterzeichnet mit „P.“

Es gehört zu den „Sesenheimer Liedern“ und gilt als Goethes erstes bedeutsames Gedicht (Erich Trunz, Kommentar in der Hamburger Ausgabe), „Höhepunkt von Goethes Lyrik während seiner Zeit in Sesenheim“ mit Friederike Brion (Gerhard Sauder, Kommentar in der Münchener Ausgabe) und im Rahmen des „Sturm und Drang“ als stilbildend für die weitere Entwicklung der Lyrik.

Das Gedicht ist in das Genre der Natur- und Liebeslyrik einzuordnen und kann damit auch zur Erlebnislyrik gezählt werden. Es ist gegliedert in neun Strophen zu je vier Versen.

Das lyrische Ich bewundert das Schöpferische der Natur. In den ersten Strophen wird die Liebe zur Natur bildreich beschrieben. In Strophe sechs wird deutlich, dass es sich auch um die Liebe zu einem Mädchen handelt. Sowohl die Liebe zur Natur als auch die Liebe zu dem Mädchen bilden die schöpferische Inspiration, durch die die Kunst geschaffen wird - hier sogar das Gedicht selbst. Gott spielt dabei eine allgegenwärtige Rolle.

Das Mailied ist vielfach vertont worden, so von Ludwig van Beethoven (Op. 52, Nr. 4) und Hans Pfitzner (Op. 26 Nr. 5).

Text[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Goethes Werke, Hamburger Ausgabe in 14 Bänden (hgg. v. Erich Trunz), München 1974, Bd. 1
  • Johann Wolfgang Goethe, Sämtliche Werke (hgg. v. Karl Richter), Bd. 1.1 (Hg. Gerhard Sauder), München 1985
  • Emil Staiger, Goethe, Bd. 1, Zürich 1952, S. 55–61
  • Hilde Spiel, „Das Kosmische in der Liebe“, in: Marcel Reich-Ranicki, Johann Wolfgang Goethe. Verweile doch, Frankfurt am Main 1997, S. 44 ff.
  • Dorothea Hölscher-Lohmeyer, „Die Entwicklung des Goetheschen Naturdenkens im Spiegel seiner Lyrik – am Beispiel der Gedichte ‚Mailied‘ – ‚Selige Sehnsucht‘ – ‚Eins und Alles‘“. In: Goethe-Jahrbuch 99, 1982, S. 11–31.

Weblinks[Bearbeiten]