Mainstream

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Mainstream (englisch für Hauptstrom) bzw. Massengeschmack spiegelt den kulturellen Geschmack einer großen Mehrheit wider, im Gegensatz zu Subkulturen oder dem ästhetischen Underground. Der Mainstream ist eine Folge einer Kulturdominanz.[1]

Medialer Mainstream[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medialer Mainstream baut auf dem System der Massenmedien auf. Allgemein kann er den gedruckten Publikationen, Zeitungen und Magazinen attribuiert werden, welche die höchsten Leserzahlen aufweisen. Für Radio- und TV-Programme kommt demgegenüber die höchste Einschaltquote in Betracht. Medialer Mainstream steht dementsprechend im Gegensatz zu unabhängigen, teilweise auch als Indie-Medien bezeichneten Veröffentlichungen. Vor allem das Internet und im Besonderen die Blogosphere treten dem medialen Mainstream mittlerweile entgegen.[2][3]

In seiner Publikation Mainstream. Warum wir den Medien misstrauen aus dem Jahr 2016 arbeitet der Medienwissenschaftler Uwe Krüger die seiner Darstellung nach entscheidenden Ursachen für den durch Meinungsumfragen belegten Vertrauenverslust weiter Bevölkerungskreise in die "Mainstream-Medien" heraus. Deutlich geworden sei dieser Vertrauensverlust seiner Auffassung nach während der Ukraine-Krise. Vielen Rezipienten sei eine Einseitigkeit und Homogenität der Berichterstattung aufgefallen. Auf die Kritik auch namhafter Persönlichkeiten aus Politik und Publizistik hätten die Medien hauptsächlich mit Abwehr und Diffamierung reagiert und so die Vertrauenskrise noch verstärkt. Ausgesprochenes Ziel Krügers ist, mit Empathie für beide Seiten, den Medien die Außensicht der Rezipienten und den Medienkritikern die Arbeitsprozesse in der Medienwelt verständlich zu machen. Dabei versucht das Rätsel zu lösen, "wie in einer freiheitlichen und pluralistischen Demokratie medialer Gleichklang zustande kommen kann." Krüger stellt dabei die Sozialisiations- und Arbeitsbedingungen von Journalisten, die informellen kommunikativen Prozesse innerhalb der Medien wie die Abhängigkeiten und Einflüsse zwischen Medien, Gesellschaft und Politik "auf einer öffentlich nicht sichtbaren politisch-medialen Hinterbühne" dar.

Mainstream in der Popkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Mainstream wird in der Popkultur als Abgrenzung zum Independent und entsprechenden Subkulturen verwendet. Er kann von Kritikern des Mainstreams verwendet werden, die damit auch ihre Abneigung oder Gleichgültigkeit ausdrücken und sich einer Subkultur abseits des Mainstreams zugehörig fühlen, wie etwa „Hipster“. Besonders als Teilwort (Mainstream-Rock, Mainstream-Kino, Mainstream-Radio („Dudelfunk“)) verwendet, kann es negativ behaftet sein, was allerdings nicht unbedingt der Fall sein muss. Diese Form des Kulturpessimismus sieht besonders im Bereich Musik und Film (Blockbuster), dass sich „der“ Mainstream immer mehr durchsetze, was eventuell Mitursache von sinkenden Umsatzzahlen der Musikindustrie sei. Diese Kritiker beobachten auch, dass Künstler, die jenseits des Mainstreams agieren, weniger Chancen haben, im Radio und Fernsehen präsentiert zu werden.[4]

Weitere Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prinzipiell lässt sich der Begriff auf viele weitere Bereiche, insbesondere Gesellschaft, Politik und Einzelwissenschaften, ausweiten. Viele alternativ-reformistisch gesinnte Menschen und die Neuen Sozialen Bewegungen kritisieren vor allem den „gedanklichen Mainstream“. Abwertend kann es auch als Gegenteil des Individualismus verwendet werden.

Die Idee, dass der „gedankliche Mainstream“ verändert werden kann, ist Grundlage einer Politik des „Mainstreaming“, und zwar insbesondere in Gestalt des Gender Mainstreamings und des Disability Mainstreamings.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tom Holert, Mark Terkessidis (Hrg.): Mainstream der Minderheiten. Pop in der Kontrollgesellschaft. Edition ID-Archiv, Berlin/Amsterdam 1996, ISBN 978-3-89408-059-4.
  • Fréderic Martel: Mainstream. Wie funktioniert, was allen gefällt. Knaus Verlag, München 2011 (E-Book)
  • Uwe KrügerMainstream. Warum wir den Medien nicht mehr trauen. C.H. Beck, 2016. C.H.Beck Paperback 6232, ISBN 978-3-406-68851-5

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Definition auf dyden.de
  2. K. Wallsten: Agenda Setting and the Blogosphere: An Analysis of the Relationship between Mainstream Media and Political Blogs. In: Review of Policy Research. 24, S. 567–587. doi:10.1111/j.1541-1338.2007.00300.x
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMainstream: Der Sog der Masse. In: zeit.de. 10. November 2011, abgerufen am 1. Mai 2016.
  4. Tanya Lübber: Etablierte und Außenseiter in der Popkultur. Zwischen Mainstream und Independent – eine Studie zur Etablierten- und Außenseiterfiguration im Bereich der Popmusik. GRIN Verlag, München 2003 (E-Book)