Manuela Carmena

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Manuela Carmena (2015)
Manuela Carmena (2015)

Manuela Carmena (geboren als Manuela Carmena Castrillo 9. Februar 1944 in Madrid) ist eine spanische Richterin und Politikerin. Im Juni 2015 wurde sie zur Bürgermeisterin von Madrid gewählt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manuela Carmena Castrillo studierte Rechtswissenschaft an der Universität Complutense Madrid, was sie 1965 abschloss. Sie arbeitete als Rechtsanwältin. Sie war Anhängerin der vom diktatorischen Franco-Regime verbotenen Partido Comunista de España[1] und verteidigte inhaftierte Gewerkschafter. Sie wurde deshalb vom Franco-Regime politisch verfolgt. Nach der Wiederzulassung der PCE 1977 trat sie dieser bei. Nach der Phase der Transition in Spanien konnte sie 1981 Richterin werden und verließ die PCE.[1]

Für ihre unerschrockene Verfolgung der Gewalttaten und Menschenrechtsverletzungen des franquistischen Geheimdienstes erhielt sie die 1986 den premio nacional Derechos Humanos.[1] In Madrid wurde sie zur Vorsitzenden der Richtervereinigung Madrids gewählt. Sie arbeitete an Strafgerichten und Verwaltungsgerichten und wurde 1996 wurde zum Mitglied des Juristischen Generalrats gewählt. Sie ist Mitgründerin der Organisation Jueces para la Democracia.

Im Jahr 2015 wurde Carmena für die spanischen Kommunalwahlen in Madrid von Podemos als Spitzenkandidatin für das Wahlbündnis Ahora Madrid nominiert. Das Bündnis verfehlte die absolute Mehrheit, erreichte jedoch zusammen mit der sozialistischen PSOE die erforderliche Mehrheit von 29 von 57 Stimmen im Kommunalparlament und konnte die seit 24 Jahren herrschenden konservative und „korrumpierte“[1] Partido Popular ablösen. In Madrid sieht Carmena sich einer PP-dominierten Verwaltung und einer konservativen Regionalregierung gegenüber und muss als angeblich „Bürgerliche“ mit schwankendem Beistand in den eigenen Reihen rechnen.[1] Im Juni 2015 scheiterte sie mit der Ernennung Guillermo Zappatas zum Kulturstadtrat.[2] Nachdem sie in den ersten Wochen ihrer Amtszeit von den führenden spanischen Zeitungen El País und El Mundo scharf angegriffen wurde, richtete sie die Website Versión Original ein, auf der den Falschmeldungen der Presse Richtigstellungen des Rathauses gegenübergestellt werden.[3]

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Crónica de un desorden: Notas para reinventar la Justicia. Madrid : Alianza, 1997
  • Por qué las cosas pueden ser diferentes: Reflexiones de una jueza. Madrid : Clave Intelectual, 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Manuela Carmena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Thomas Urban: Manuela Carmena: Renommierte Juristin, neue linke Bürgermeisterin von Madrid, in: Süddeutsche Zeitung, 15. Juni 2015, S. 4
  2. Thomas Urban: Schluss mit lustig, in: Süddeutsche Zeitung, 17. Juni 2015, S. 13
  3. Paul Ingendaay: Kleine Korrekturen, in: FAZ, 18. Juli 2015, S. 16
VorgängerAmtNachfolger
Ana BotellaBürgermeister von Madrid
2015–