Margarita Nelken

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Margarita Nelken

Margarita Nelken (* 1894; † 9. März 1968) war eine spanische Feministin und Autorin. Sie war eine bekannte Intellektuelle und zentrale Figur der frühen spanischen Frauenbewegung in den 1930er Jahren.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühes Leben und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nelken wurde als María Teresa Lea Nelken y Mansberger 1894 in Madrid geboren.[1] Ihre Eltern waren deutsch-jüdischen Ursprungs und Besitzer eines Schmuckladens.[2] Sie studierte Musik, Malerei und Sprachen,[2] darunter neben ihrer Muttersprache Spanisch noch Französisch, Deutsch und Englisch.[1] Ihre Schwester Carmen Eva Nelken war eine Schauspielerin und Autorin.[3]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nelken trat 1931 der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) bei[4] und war im Oktober Kandidatin für die Wahlen der Agrupación Socialista in Badajoz.[3] Sie wurde ins Verfassungsgebende Parlament gewählt[5] und konnte ihren Sitz im November 1933 und Februar 1936 verteidigen.[3] Obwohl sie eine Feministin war, sprach sie sich gegen das spanische Frauenwahlrecht aus; ihrer Meinung nach waren die Frauen noch nicht bereit dafür.[6] Nelken war eine überzeugte Sprecherin für Agrarreformen und wurde von den Rechten aufgrund ihrer Herkunft und ihren feministischen Überzeugungen angefeindet.[5] Nach dem Asturischen Bergarbeiterstreik von 1934 wurde sie der militärischen Rebellion angeklagt, woraufhin sie Spanien verließ.

Im Exil lebte sie in Paris und besuchte Skandinavien und die Sowjetunion, wo sie Gelder für die Opfer der Unterdrückung in Spanien sammelte.[7] Sie kehrte 1936 nach Spanien zurück. Nach dem Beginn des Spanischen Bürgerkriegs blieb sie in Madrid, von wo sie den Transport von Kunstschätzen von Toledo in die Tresore der Bank von Spanien organisierte. Außerdem hielt sie verschiedene Radioansprachen, um die Moral der Milizen zu steigern.[8] Enttäuscht von der Führung von Largo Caballero wechselte sie von der PSOE zur Kommunistischen Partei Spaniens (PCE).[9]

Exil und Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nelken blieb Mitglied des Parlaments, bis ihre Schwester und sie kurz vor dem Ende des Bürgerkriegs 1939 nach Mexiko flohen.[3] Dort arbeitete sie als Kunstkritikerin.[2][10] Nelken starb in Mexiko am 9. März 1968.[11]

Werke und Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1920er Jahren schrieb Nelken Romane mit einer sozio-politischen Schlagrichtung, darunter La trampa del arenal ("Die Sandfalle", 1923).[12] Andere Werke sind unter anderem La condición social de la mujer en España ("Die soziale Lage der Frau in Spanien", 1922)[10] und La mujer ante las cortes constituyentes (1931). Sie schrieb über spanische Autorinnen und Politikerinnen, außerdem verschiedene Kurzgeschichten und Essays, darunter Los judíos en la cultura hispánica, das 2009 erstmals in Spanien publiziert wurde.[3]

Nelken vertrat einen militanten Feminismus; ihr zufolge hatte die Ausbeutung der Arbeiterinnen negative Konsequenzen sowohl für diese als auch für die männlichen Arbeiter.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preston, Paul: Doves of War. Four Women of Spain, London 2002.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Preston, Paul: Doves of war. Four Women of Spain, London 2002, S. 301.
  2. a b c Ihrie, Maureen; Pérez, Janet: The Feminist Encyclopedia of Spanish Literature. N-Z, Westport 2002, S. 439.
  3. a b c d e An essay by Margarita Nelken published for the first time in Spain
  4. Preston, Paul: Doves of war. Four Women of Spain, London 2002, S. 318.
  5. a b Preston, Paul: Doves of war. Four Women of Spain, London 2002, S. 319.
  6. Preston, Paul: Doves of war. Four Women of Spain, London 2002, S. 322.
  7. Preston, Paul: Doves of war. Four Women of Spain, London 2002, S. 341f.
  8. Preston, Paul: Doves of war. Four Women of Spain, London 2002, S. 357.
  9. Preston, Paul: Doves of war. Four Women of Spain, London 2002, S. 364.
  10. a b Davies, Catherine: Spanish Women's Writing 1849-1996, London 1998, S. 110.
  11. Preston, Paul: Doves of war. Four Women of Spain, London 2002, S. 406.
  12. de Martinez, Adelaida Lopez; Turner, Harriet: The Cambridge Companion to the Spanish Novel. From 1600 to the Present, Cambridge 2003.
  13. Ackelsberg, Martha A.: Free Women of Spain. Anarchism and the Struggle for the Emancipation of Women, Oakland 1991.